Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Wenn es im Schilf quiekt wie ein Ferkel
Lokales Lauenburg Wenn es im Schilf quiekt wie ein Ferkel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:58 22.02.2016
Auch für einen erfahrenen Naturfotografen ein Glückstreffer: Die heimliche Wasserralle. Quelle: Wolfgang Buchhorn

Als Einzelgänger verteidigt die Wasserralle auch im Winter ein Nahrungsrevier. Heimlich läuft sie am Gewässerrand durch das Altschilf auf der Suche nach Wasserschnecken, Insekten und deren Larven. Eis und Schnee erschweren die Nahrungssuche sehr, aber auch in strengen Wintern ziehen nur wenige Wasserrallen weg. Etliche verhungern dann. Aber wenn es so mild ist wie dieses Jahr, kommen sie problemlos durch den Winter. Aus der Rallenverwandtschaft sieht man das Teichhuhn und das häufige und bekannte Blässhuhn vertraut über freies Wasser schwimmen. Aber die Wasserralle ist zur Brutzeit, wenn das junge Schilf sprießt, überhaupt nicht mehr zu sehen.

Vogelkundler verlassen sich sowieso oft lieber auf die Ohren als auf die Augen. Und wenn es im Schilf durchdringend quiekt, gerade so, als wenn sich Ferkel ums Futter streiten, ist das der sichere Nachweis eines Wasserrallen-Reviers. Am ehesten wird man in ausgedehnten Schilfbeständen, Sümpfen und Verlandungszonen fündig. Aber diese amphibischen Lebensräume haben auch ihre Tücken.

Steigt der Wasserspiegel zu stark, kann das Nest untergehen, fällt das Gelände trocken, erhöht sich die Gefahr durch Fuchs, Marderhund und Wildschwein.

Abgesehen von den naturbedingten jährlichen Schwankungen ist der Bestand im gewässerreichen Kreis Herzogtum Lauenburg bisher noch stabil geblieben.

Karsten Gärtner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige