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Lauenburg „Wenn ich etwas sage, weiß ich, dass es stimmt“
Lokales Lauenburg „Wenn ich etwas sage, weiß ich, dass es stimmt“
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15:50 21.09.2017
Dr. Bruno Hollnagel möchte für die AfD in den Bundestag einziehen und dort den Wahlkreis 10 vertreten. Quelle: Matthias Wiemer
Hoisdorf/Ratzeburg

Ein politischer Frischling im Rentenalter? Allenfalls auf einen Punkt trifft das bei Dr. Bruno Hollnagel, Bundestagskandidat für die AfD, zu: Er ist erst seit 2014 regulär in einer politischen Partei organisiert - in der AfD. Was ihn in Unruhe versetzt in einem Alter, in dem andere längst den Ruhestand genießen: „Ich will es denen einmal direkt im Parlament ins Gesicht sagen, was sie politisch zu verantworten haben.“

Das klingt kämpferisch, dabei gibt sich der 69-jährige ehemals selbstständige Wirtschafts- und Bauingenieur eher ruhig und gelassen. Er sieht sich vielmehr als derjenige, der Fakten abwägt und Konzepte erarbeitet als einen, der hitzige ideologische Scharmützel bestreitet. Hollnagels Credo: „Mir geht es stets um die Sache. Links oder rechts - das ist für mich nicht entscheidend. Wenn ich etwas sage, weiß ich, dass es stimmt.“

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Hollnagel bezeichnet sich als Ökonom mit dem politischen Schwerpunkt Euro-Problematik, Geldpolitik der Europäischen Union. Mehrere Bücher hat er zu dem Thema verfasst, unter anderem im Jahr 2007 eines, in dem er die ein Jahr später eintretende Eurokrise voraussagte. Er sieht sich in einer Reihe mit führenden Wirtschafts- und Finanzfachleuten vom Schlage eines Hans-Werner Sinn (bis 2016 Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung). Doch bei aller Konzentration auf Fachfragen findet sich Hollnagel bei einer Partei, die allgemein als rechts von der Mitte eingeordnet wird, nicht im falschen Umfeld. Schon als Student war er einst im RCDS-Studentenverbund daran beteiligt, „die Linken im Asta zu bekämpfen“. Doch über viele Jahrzehnte war Hollnagel parteipolitisch abstinent. Bis 2014 seine Entscheidung für die AfD fiel. Schon ein Jahr später war er Vize-Landeschef.

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Für die Bundestagswahl (sein Tipp: AfD 9,8 Prozent) steht Hollnagel auf Platz 1 der Landesliste. Er zeigt sich bestens vernetzt mit Spitzenvertretern der Partei, erzählt von Telefonaten mit Frauke Petry und Björn Höcke. Den habe er „bekniet“, nicht zum Bundesparteitag nach Köln zu kommen. Zu dessen markanten Äußerungen, die die AfD in den Ruch einer rechtsradikalen Partei gerieten ließen, gibt sich Hollnagel diplomatisch: „Solange es ein schwebendes Verfahren gibt, sage ich dazu nichts.“

Aber zu den „größten Gefahren für Deutschland: der Euro- und der Flüchtlingspolitik“, will er bald eine Menge sagen. Im Bundestag, wenn er gewählt wird.

Zur Person

Dr. Bruno Hollnagel (69), Kandidat für die AfD im Wahlkreis 10, wurde in Hamburg geboren. Seinen beruflichen Werdegang begann er als Betonfacharbeiter. Bald bildete er sich weiter und studierte in Lübeck Bauingenieur, dem sich ein Studium zum Wirtschaftsingenieur in Karlsruhe anschloss. Der seit 40 Jahren in Stormarn lebende Hoisdorfer profilierte sich als Unternehmer, Portfoliomanager, Wirtschaftsanalyst und Fachbuchautor. Bruno Hollnagel ist verheiratet, hat drei Kinder und drei Enkelkinder.

Kandidaten und Fakten

245.062 Bürger dürfen am 24. September bei der Bundestagswahl im Wahlkreis 10, Herzogtum Lauenburg - Stormarn-Süd, in 297 Wahlbezirken ihre Stimme abgeben. Das sind über 4500 Wähler mehr als vor vier Jahren. 137114 Stimmberechtigte fallen auf den lauenburgischen Wahlkreisbereich.

Sieben Kandidaten bewerben sich im Wahlkreis 10 um den direkten Einzug in den Bundestag: Norbert Brackmann aus Lauenburg (CDU), Dr. Nina Scheer aus Siebeneichen (SPD), Dr. Konstantin von Notz aus Mölln (Grüne), Dr. Bernd Buchholz aus Ahrensburg (FDP, wird aufgrund seines Amtsantrittes als schleswig-holsteinischer Wirtschaftsminister auf sein voraussichtliches Mandat über die Landesliste aber verzichten), Heidi Herma Elise Beutin aus Köthel (Linke), Bruno Hollnagel aus Hoisdorf (AfD), Gregor Voht aus Lübeck (Freie Wähler).

Matthias Wiemer

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