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Lauenburg „Wichtig ist mir die klare Linie“
Lokales Lauenburg „Wichtig ist mir die klare Linie“
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15:54 21.09.2017
Heidi Herma Elise Beutin möchte für die Linkspartei in den Bundestag einziehen und dort den Wahlkreis 10 vertreten. Quelle: Bettina Albrod
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Köthel

Wer bei Heidi Beutin klingelt, wird nicht nur von der Direktkandidatin der Partei „Die Linke“ empfangen, sondern auch von einer grimmig dreinschauenden Katze. Die hat die freie Wissenschaftspublizistin und Gewerkschafterin aus dem Tierheim in Bad Oldesloe geholt. „Die Katze war aggressiv und unter einer Decke versteckt, keiner wollte sie haben.“ Sie eigentlich auch nicht, aber das Tier tat ihr leid. Die Schwachen ohne Lobby sind es, für die die Politikerin - die Sprecherin des Kreisverbandes und Kreistagsabgeordnete der Linken in Stormarn ist - sich einsetzt. „Mich hat es schon in der Schulzeit gestört, wenn Einzelne angegriffen wurden.“

„Friedenspolitik und Sozialpolitik sind die Themen, für die ich antrete“, erklärt die gebürtige Hamburgerin, die auf dem zweiten Bildungsweg Abitur gemacht und anschließend Politikwissenschaft und Germanistik studiert hat. Zur Politik ist sie über die Friedensgruppen und die evangelische Jugendarbeit gekommen. „Der Anstoß kam aus der theologischen Arbeit“, erzählt sie, „ich bin in meinem Denken sehr von Albert Schweitzer und Dietrich Bonhoeffer beeinflusst und habe Martin Niemöller persönlich erlebt.“ Bekenntnis zu dem, was ihr wichtig ist, gehört zu den Eigenschaften der Politikerin, die für den Wahlkreis 10 Herzogtum Lauenburg / Stormarn-Süd antritt. „In Uhlenhorst habe ich damals die Initiative gegen die AKW gegründet.“

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Frauenbewegung, Demokratie und Arbeiterbewegung sind die Themen ihrer wissenschaftlichen Publikationen, aber auch ihrer politischen Arbeit. „Ich bin gegen das „Stormarner Modell“ kritisiert sie die Praxis der Kreis-Politiker, sich hinter geschlossenen Türen auf das Vorgehen bei Themen zu einigen. „Ich will Transparenz, ich möchte wissen, wie die Fraktionen argumentieren, wenn sie sich entscheiden.“ Sie habe auch den Anstoß dafür gegeben, dass mit Texttafeln auf die Biografie der einzelnen Landräte hingewiesen wird, deren Porträts im Stormarner Kreishaus hängen.

Heidi Beutin, die in ihrer Freizeit Berge besteigt und gern im Garten arbeitet, hat keine Angst vor Herausforderungen. „Bei der Bundestagswahl treten wir für einen grundlegenden Politikwechsel an, für Gerechtigkeit und Solidarität.“ Im ländlichen Raum müsse der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden, mehr Ärzte sollten aufs Land und mehr für die Landwirtschaft getan werden. „Man muss die Bauern unterstützen und ihre Abhängigkeit von der Industrie verkleinern.“

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Privat ist sie in zweiter Ehe mit ihrem ehemaligen Hochschul-Lehrer verheiratet, die beiden haben einen gemeinsamen Sohn. Heidi Beutin trifft sich gern mit Freunden und tauscht sich aus. „Ich komme auch mit Vertretern anderer Parteien gut aus, wichtig ist mir die klare Linie.“

Bettina Albrod

Zur Person

Heidi Beutin (72), Kandidatin für „Die Linke“ im Wahlkreis 10, wurde in Hamburg geboren und machte nach einer kaufmännischen Ausbildung das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg. Während ihres anschließenden Studiums der Politikwissenschaften und Germanistik arbeitete sie journalistisch bei der Deutschen Presseagentur. Die Politikerin, die sich im weiteren verstärkt mit Fragen der Frauenbewegung und Arbeiterbewegung beschäftigte, ist mit dem Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Wolfgang Beutin verheiratet.

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