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Wie frech darf ein Eulenspiegel sein?

Mölln Wie frech darf ein Eulenspiegel sein?

„Das Beste kommt zum Schluss“, erklärte Möllns Till Eulenspiegel Mario Schäfer, als er am Sonntag gegen Ende des städtischen Neujahrsempfanges das Wort ergriff. Er sorgte zumindest dafür, dass es bei dieser bis dahin harmonisch-betulichen Zusammenkunft ein paar an- und sogar aufgeregte Diskussionen gab.

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Möllns städtischer Till Eulenspiegel Mario Schäfer erklärte, er werde sich von niemandem das Wort verbieten lassen — und bekam beim Neujahrsempfang viel Beifall dafür.

Quelle: Norbert Dreessen

Mölln. Schäfer erinnerte an seinen letzten Auftritt bei einem solchen Empfang. Der war schon zwei Jahre her, blieb ihm aber lebhaft im Gedächtnis: „Hinterher wurde ich zu Bürgermeister Wiegels zitiert, weil sich einige Politiker aus dem konservativen Lager über meine angeblich zu frechen Anmerkungen beschwert hatten.“ Diese Art der Kritik fand der Eulenspiegel-Darsteller unsäglich: „Man hätte es mir ins Gesicht sagen können, was einem nicht gefiel — aber doch nicht so hinten rum.“ Und überhaupt: „Dem Till in seiner eigenen Stadt das Wort verbieten zu wollen, geht ja nun überhaupt nicht.“

Also ließ sich Till das Wort nicht verbieten und verteilte bei seinem satirischen Jahresrückblick eine Menge verbaler Spitzen. Von der Bundeskanzlerin bis zum Limburger Protz-Bischof, von den Grünen bis zu Vizekanzler Gabriel — da bekam jeder sein Fett ab. Die Ermahnung durch den Bürgermeister zeigte offensichtlich nur sehr begrenzt Wirkung, denn Mario Schäfer schloss seine Anmerkungen mit dem Satz: „Wenn irgendjemand nicht passt, was ich hier zu sagen hatte — scheißegal!“ Lebhafter Beifall zeigte ihm, dass er gerade wegen solcher Worte nach wie vor bei vielen Möllnern Rückhalt genießt.

Begonnen hatte der Empfang im Historischen Rathaus, an dem wieder überwiegend Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und aus den Vereinen und Verbänden teilnahmen, mit einem Besuch der katholischen Sternsinger, die dabei gleich Geld für notleidende Kinder dieser Erde sammelten.

Die Rede hielt diesmal Bürgermeister Jan Wiegels. Er ging auf wichtige Entscheidungen ein, die 2013 in Mölln getroffen wurden und die dazu beitragen sollen, dass die Stadt zukunftsfähig bleibt. Er nannte den Beschluss zum Bau des neuen Kurmittelhauses, den Verkauf der Hertie-Immobilien und der ehemaligen Bundeswehrverwaltungsschule, die Erweiterung des Gymnasiums und die Einweihung der Integrierten Station im Naturparkzentrum Uhlenkolk. Mölln komme gut voran und sei im Lauenburgischen „die wahre Glückshochburg“, so der Verwaltungschef, aber sorgenfrei sei die Stadt deshalb nicht.

Die Haushaltslage sei weiterhin höchst angespannt: „Auch 2014 wird es leider erforderlich sein, dringend notwendige Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur zu schieben, zu strecken oder gänzlich zurückzustellen.“ So werde erneut keine einzige Gemeindestraße ausgebaut: „Diese Entwicklung ist äußerst besorgniserregend und darf in den folgenden Jahren nicht fortgesetzt werden“, so Wiegels.

Nach dem offiziellen Teil des Empfangs, der durch Harfenmusik von Stefan Battige begleitet wurde, ergab sich die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen.

Thilo Fokuhl mit Ehrenamtspreis für junge Leute ausgezeichnet
Der Jugendehrenamtspreis ist von der Gemeinschaftsstiftung Mölln und von der Stadt beim Neujahrsempfang zum dritten Mal vergeben worden. Er geht stets an einen jungen Menschen, der sich besonders engagiert hat. Acht Vorschläge gab es, Stiftung und Stadt entschieden sich für Thilo Fokuhl.


Wolfgang Engelmann, Vorsitzender der Gemeinschaftsstiftung, zählte auf, wie vielfältig das ehrenamtlich Engagement Fokuhls sei: Der 1995 Geborene war sowohl für die evangelische wie die katholische Kirchengemeinde aktiv, arbeitet im Naturschutzbund mit, war in der Gemeinschaftsschule Klassen- und Schulsprecher, singt im Chor und spielt mehrere Instrumente.


Seit 2012 bemüht sich Thilo Fokuhl verstärkt um die Kinder- und Jugendbeteiligung, ist Gründungsmitglied des Möllner Jugendkomitees. „Thilo ist ein engagierter und zuverlässiger Jugendlicher, der bereit ist, an vielen Stellen das Ruder in die Hand zu nehmen und voran zu gehen, auch wenn der Weg manchmal steinig ist“, lobte Engelmann. nd

Norbert Dreessen

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