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Lauenburg Wie giftig war der Rauch beim Großbrand in Schwarzenbek?
Lokales Lauenburg Wie giftig war der Rauch beim Großbrand in Schwarzenbek?
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20:46 16.05.2017
Bei den Löscharbeiten im dichten Rauch auf dem Dach des ehemaligen Chinarestaurants „Jade“ waren Schwarzenbeks Feuerwehrleute möglicherweise Asbestfasern ausgesetzt, die Krebs auslösen können. Quelle: Foto: Tja

Besteht für Schwarzenbeks Feuerwehrmänner erhöhte Krebsgefahr? Diese Frage beschäftigt die Männer, die auf schnelle Klärung hoffen. Denn nach dem Großbrand an der Hamburger Straße ist weiter unklar, wie stark die ehrenamtlichen Retter der Stadt einer Gesundheitsgefährdung durch Krebs erregende Asbestfasern ausgesetzt waren. Die Schutzkleidung von 30 Feuerwehrmännern wurde zunächst dicht verpackt, ebenso einige Atemschutzgeräte. So soll verhindert werden, dass sich gefährliche Fasern ausbreiten, die möglicherweise in der Luft waren. „Das ist richtig so, man muss da auf Nummer sicher gehen“, erklärte gestern Christian Heinz, stellvertretender Geschäftsführer der Hanseatischen Feuerwehrunfallkasse Nord (HFUK), dem Versicherer der norddeutschen Feuerwehren.

Die Gesundheitsgefahr kommt in Betracht, weil das Dach des ehemaligen Chinarestaurants „Jade“ mit Wellplatten aus Faserzement belegt war. Die sind bekannter unter dem Begriff „Eternitplatten“. Dafür waren über Jahrzehnte Asbestfasern verarbeitet. Heinz: „Die sind nachweislich Krebs erregend.“ Fraglich ist zurzeit noch, ob die Platten auf dem Altbau an der Hamburger Straße eben aus der Epoche stammen, die als gefährlich gilt. „Unser Bauamt hat sich sofort mit dieser Frage beschäftigt, aber noch kein Ergebnis“, berichtete gestern Thomas Bellizzi, der Leiter des städtischen Ordnungsamtes.

Er machte sich gestern zusammen mit Bauamtsleiter Reinhard Schmüser an Ort und Stelle ein Bild der Situation. „Für die Dacheindeckung steht so gut wie nichts in unserer Bauakte zu dem Objekt. Um alle Zweifel auszuschließen, werden wir die Sachen jetzt begutachten lassen“, erklärte der Ordnungsamtsleiter.

Durch die enorme Hitze während des Brandes zerplatzen solche Wellplatten. Um an Brandnester im Dachstuhl zu gelangen, mussten die Feuerwehrmänner während der Löscharbeiten außerdem einige Platten zerschlagen. Durch diese Art der Zerstörungen werden kleinste Teilchen und gegebenenfalls halt auch Asbestfasern freigesetzt. „Im direkten Brandrauch sind die Feuerwehrmänner solchen Dingen dann natürlich ausgesetzt. Deshalb gilt es, eine Kontamination der Schutzkleidung auszuschließen, um die Dinge nicht zu verschleppen und bei den Trägern mögliche Krankheiten auszulösen“, erklärte Heinz.

„Mir ist wichtig, dass ich für meine Einsatzkräfte absolute Gewissheit habe“, machte Feuerwehrchef Thorsten Bettin deutlich. Notfalls – sollten die Schutzanzüge nicht zu reinigen sein – müsste die Stadt für Ersatz sorgen.

Erhöhtes Risiko

Marcus Bätge von der Initiative „FeuerKrebs“ kennt die Gefahren, denen sich Feuerwehrleute im Einsatz aussetzen müssen. Studien in Kanada und Australien haben ergeben, dass Feuerwehrleute einem bis zu 30 Prozent höheren Krebsrisiko ausgesetzt sind als die Durchschnittsbevölkerung. Es scheint nicht nur der direkte Kontakt zum Brandrauch, der oftmals Krebs erregende Stoffe enthält, zu sein;

auch der Schmutz, dem die Feuerwehrleute ausgesetzt sind, birgt Gefahren. „Es ist unerlässlich, den Einsatzkräften nach solchen Bränden die Möglichkeit zu geben, sich umzuziehen. Anderenfalls gelangen Schadstoffe durch eine Kontaminationsverschleppung in Löschfahrzeuge, mit denen dann auch die Jugendfeuerwehr zu Übungen fährt", warnt Bätge vor Gefahren.

Auslöser für „FeuerKrebs“ können außer Asbest auch Benzol, Formaldehyd, Ruß, Dieselpartikel, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, Flammschutzmittel aus vielen Kunststoffen, Dioxine, Furane, Blei oder Arsene sein. tja

Timo Jann

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