Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Wie weit ist die Elektronische Visite im Lauenburgischen?
Lokales Lauenburg Wie weit ist die Elektronische Visite im Lauenburgischen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:31 07.08.2018
Der Möllner praktische Arzt Dr. Ulrich Berghof und Christina Möllmann vom Praxisnetz Herzogtum Lauenburg (PNHL) präsentierten beim Besuch des Gesundheitsministers Heiner Garg live eine Visite per Video. Quelle: Fotos: Wr
Mölln

„Ich will auch den Anstoß geben, weiter zu denken“, sagte der Minister in der Aussprache gestern nach einer Präsentation des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg (PNHL). In den Räumen des Lebenshilfewerks Mölln/Hagenow, das als Gastgeber fungierte, stellte der PNHL-Geschäftsführer Markus Knöfler Arbeit und Struktur des Praxisnetzes vor. Dabei wurde auch live eine Elektronische Visite (elVi®) per Videopräsentation von dem praktischen Möllner Arzt Dr. Ulrich Berghof demonstriert. Die professionelle Wundversorgung wird bereits in bestimmten Bereichen durch den telemedizinischen Ansatz der elektronischen Visite (elVi®) ergänzt.

Zukunftsmusik oder schon bald medizinischer Alltag? Fragen der praktischen Umsetzung der Elektronischen Visite standen im Mittelpunkt des Besuchs des schleswig-holsteinischen Gesundheitsministers Dr. Heiner Garg (FDP) im Rahmen seiner Sommertour gestern in Mölln.

Das ist das PNHL

Im Praxisnetz Herzogtum Lauenburg (PNHL) sind rund 130 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeuten organisiert. Es umfasst eine Kooperation von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, vier Kliniken und zwei Medizinischen Versorgungszentren (MVZ).

An dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit dem Gesundheitsminister nahmen auch Dr. Monika Schliffke (Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein), Thomas Heager (Landesdirektor der AOK Nordwest), CDU-MdB Nobert Brackmann, FDP-MdL Christopher Voigt, Bürgermeister Jan Wiegels sowie die Lebenshilfe-Geschäftsführerin Ines Mahnke teil. Breiten Raum nahmen dabei Fachfragen der Abrechnungspraxis sowie der Synchronisierung in den Abläufen verschiedener Praxissysteme ein. Dr. Schliffke betonte, dass viele Aspekte der Abrechnung und Vergütung noch gar nicht in den zuständigen Gremien Thema seien. Hinsichtlich einer flächendeckenden Einführung der Elektronischen Visite wurden aber auch Fragen der Technik erörtert. Eine Infrastruktur mit einem lückenlosen DSL-Netz sei wichtige Voraussetzung. Allerdings spiele auch die Bereitschaft auf allen Ebenen – Patienten, Mediziner und Pflegepersonal –, neue Wege zu begehen, eine entscheidende Rolle, waren sich die Fachleute einig. So unterstrich die KV-Vorsitzende Monika Schliffke, das „altes Denken“ noch vielfach in den Köpfen auf allen Ebenen verankert sei. Minister Heiner Garg betonte in seinem Resümee über das Gesehene und Erlebte dieses Tages, dass sich das nördlichste Bundesland nicht verstecken müsse: „Schleswig-Holstein ist da im Vergleich zu anderen Bundesländern schon ziemlich weit.“

Matthias Wiemer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!