Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Wieder Ärger um Besetzung eines Schulleiterpostens
Lokales Lauenburg Wieder Ärger um Besetzung eines Schulleiterpostens
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:24 14.12.2015
„Das ist kein Nachteil für die Schule, die Kollegen sind erfahren und qualifiziert!“ Katrin Thomas, Schulrätin

Im vergangenen Sommer verabschiedete sich Hans-Joachim Mayer nach 14 Jahren als Schulleiter des Wentorfer Gymnasiums in den Ruhestand. Zwei Bewerbungsrunden für seine Nachfolge ergaben nicht mal einen einzigen Kandidaten. Daraufhin will das Kieler Bildungsministerium die Stelle nun mit einem selbst gewählten Kandidaten besetzen. Das stößt in Wentorf aber auf schroffe Ablehnung: Die Elternschaft des Gymnasiums beharrt auf ihrem demokratischen Recht, mit entscheiden zu dürfen.

Die Elternschaft sei „nicht gewillt, einen Verzicht auf das Verfahren nach den Paragrafen 37 bis 39 Schulgesetz (Mitwirkung der Elternschaft bei der Bestellung der Schulleiter) hinzunehmen“, schreiben Annette Reinpold, Katharina Münch und Ralf Otto vom Schulelternbeirat an das Ministerium. Die Mitwirkungs- und Beteiligungsrechte der Eltern in der Schule überhaupt und bei der Besetzung von Schulleitungsstellen seien „ein hohes Gut in einem demokratischen Rechtsstaat, das es daher besonders zu achten und zu wahren“ gelte. Dabei nehmen die Elternvertreter Bezug auf die vor einigen Jahren gefällte Entscheidung des Landes, am Wentorfer Gymnasium die verkürzte Lernzeit von G 8 einzuführen — gegen die damalige Mehrheitsentscheidung der Eltern und Schüler. Damit habe Kiel das Votum vor Ort „völlig ungerechtfertigt missachtet“ und das vom damaligen Schulgesetz eingeräumte Entscheidungsrecht verwehrt.

„Nicht zuletzt auch um nicht abermals das Vertrauen der Schülerinnen und Schüler in Mitwirkungs- und Beteiligungsrechte Betroffener in einem demokratischen Rechtsstaat zu erschüttern, wird sich die Elternschaft mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln energisch für die Durchführung des im Schulgesetz ausdrücklich vorgesehenen — demokratischen — Verfahrens bei der Bestellung eines Schulleiters oder einer Schulleiterin für das Gymnasium Wentorf einsetzen“, heißt es in dem Schreiben vom Sonntag.

Ministeriums-Sprecher Thomas Schunck bestätigte den Eingang der E-Mail, wusste aber noch von keiner konkreten Entscheidung in seinem Hause. Fakt sei, dass es in den ersten beiden Runden keine Bewerber gab, und in der dritten sich nur der aktuelle kommissarische und bis letzten Sommer stellvertretende Leiter, Jan Andersen, gemeldet habe. Daraufhin habe man sich im Ministerium entschlossen, eine „amtsangemessene Einsetzung“ vorzunehmen.

Pädagogen mit entsprechender Qualifizierung und Besoldung, die beispielsweise durch Schulschließungen oder Krankheit ihre damalige Positionen oder Stellen verloren hatten und sich quasi im Wartestand befänden, würden vom Land berücksichtigt und auf freie Stellen gesetzt. Dies sei nun auch für das Wentorfer Gymnasium vorgesehen.

Die Ratzeburger Schulrätin Katrin Thomas bestätigte das „übliche Szenario“, das schon häufiger angewandt wurde. „Das ist keineswegs ein Nachteil für die Schule, denn die eingesetzten Kollegen sind erfahren und hochqualifiziert“, wie man beispielsweise an der Grundschule in Lütau gesehen habe, wo Angela Harting einen hervorragenden Job verrichte.

Die Wentorfer Eltern wollen ihren Protest auch ausdrücklich nicht als Ablehnung gegen eine bestimmte Person verstanden wissen. Man kenne ja den oder die Kandidaten des Landes gar nicht: „Wir möchten nur unser demokratisches Recht wahrnehmen.“

Schwarzenbek
Am Gymnasium Schwarzenbek ging Dr. Joachim Seliger Anfang 2012 in Pension. Lediglich zwei Bewerber traten direkt um seine Nachfolge an. Doch weder der Pädagoge noch seine Kollegin konnten den Wahlausschuss überzeugen. Erst nach der vierten Ausschreibung konnte die Stelle mit Birgit Roschlaub-Crump im Sommer 2013 besetzt werden.
Sandesneben
Im Sommer 2011 ging Joachim Lindenheim als Schulleiter der Grund- und Gemeinschaftsschule Sandesneben in Pension. Vorab, im Jahr 2010, konnte sich der Schulleiterwahlausschuss des Amtes Sandesneben-Nusse nicht für den damals einzigen Bewerber begeistern. Weitere Bewerber blieben aus, so dass der seit 1994 stellvertretende Schulleiter Jürgen Hatz sich letztlich entschloss, für den Posten anzutreten. Im Februar 2012 wurde er ins Amt gehoben. Im Sommer 2014 reichte der damals 64-Jährige seinen Rücktritt ein. Sein Nachfolger heute heißt Andreas Korte (52).
Geesthacht
Die Grund- und Gemeinschaftsschule Bertha von Suttner in Geesthacht wird seit geraumer Zeit vom Konrektor Jürgen Sievers geleitet. Der hauptamtliche Leiter der Schule, René Imort, ist seit längerem erkrankt. Niemand weiß, wie es weiter geht.

Joachim Strunk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schlimmer Arbeitsunfall am Montagabend in Geesthacht kurz vor Feierabend auf einer Großbaustelle an der Hugo-Otto-Zimmer-Straße: Beim Verlegen von so genannten Filigrandecken ...

14.12.2015

Ein aufmerksamer Passant hat in den frühen Morgenstunden offenbar eine Brandstiftung an einem Auto vereitelt.

14.12.2015

/b.Hmb. Ein Räuber hat eine 44 Jahre alte Frau bei einem Überfall auf eine Spielhalle in Wentorf bei Hamburg am Montag krankenhausreif geschlagen.

14.12.2015
Anzeige