Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Wildschweine haben ganze Arbeit geleistet
Lokales Lauenburg Wildschweine haben ganze Arbeit geleistet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:44 13.09.2017
Da steht kein Kolben mehr: Wildschweine haben dieses Maisfeld bei Lehmrade komplett verwüstet. Quelle: Foto: Holger Marohn

Das Maisfeld bei Lehmrade sieht aus, als wenn ein Tornado über den Acker gezogen wäre. Kaum noch einer der bis zu vier Zentimeter dicken Maisstiele steht. Der Grund ist jedoch eine Naturgewalt anderer Art: Wildschweine. „Die Bachen beißen einmal in den Stiel und die Pflanze fällt um. Dann kommen die Frischlinge und machen sich über die Maiskolben her“, sagt Peter-Andreas Ehlers, Vorsitzender der lauenburgischen Kreisjägerschaft. Teilweise mit Stromzäunen würden die Jäger versuchen, die Wildschweine von den Maisschlägen fernzuhalten. Doch das funktioniert nicht immer. Dieser Maisschlag sei so von Wald umgeben, dass ein Einzäunen laut Ehlers nichts gebracht hätte. „Der Jagdpächter habe ihn daher quasi geopfert mit der Hoffnung, dass dadurch auf anderen Feldern die Schäden geringer sein werden“, sagt Ehlers. Der Vorteil sei, dass man dann auch nicht diskutieren müsse, ob es 50 oder 70 Prozent Schaden seien. „Hier liegt einTotalausfall vor“, gesteht Peter-Andreas Ehlers.

Begleichen muss den Wildschaden durch Schalenwild, Wildkaninchen und Fasane dem Landwirt übrigens der Jagdpächter. Und das kann schon mal ein fünfstelliger Betrag – oder anders ausgedrückt ein Kleinwagen – sein. Der Jagdpächter ist durch den Jagdpachtvertrag verpflichtet, den Wildbestand zu regulieren und unter anderem so Wildschäden möglichst zu verhindern.

Doch gerade bei den Wildschweinen ist das oft leichter vereinbart als umgesetzt. „Wenn da so eine Bache mit ihren fünf oder acht Frischlingen ist, kann man vielleicht einen Frischling schießen. Der Rest ist dann erst einmal weg“, sagt Ehlers und beschreibt die Schwierigkeit, den Bestand in den Griff zu bekommen. Durchschnittlich überleben etwa drei von vier Jungtieren das erste Jahr. Und bei milden Wintern werfen die Bachen manchmal sogar zweimal im Jahr.

Angst vor der Afrikanischen Schweinepest

Nicht nur aufgrund drohender Wildschäden macht die Population den Jägern Sorgen. Aus Osteuropa, vor allem Tschechien und Polen, ist die Afrikanische Schweinepest im Anmarsch. Gefahr besteht, dass sie sowohl von den Mastbetrieben auf die Wildschweine übergreifen könnte, als auch andersherum. „Es reicht ja schon, dass der Fahrer eines Schweinetransporters eine belastete Scheibe Mettwurst auf einen Hof einschleppt“, warnt Ehlers. Sollte die Krankheit dann auf die Wildschweine übergreifen, wäre sie bei den großen Populationen kaum noch in den Griff zu bekommen – zumal es bislang auch noch keine landesweit abgestimmten Notfallpläne gebe.

Holger Marohn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die landesweit erste Musikschule der Freiwilligen Feuerwehren hat jetzt offiziell ihren Betrieb in Elmenhorst aufgenommen. Fünf Lehrer kümmern sich um die ersten sieben Schüler im Alter zwischen zehn und 66 Jahren, die zur Eröffnung in die KFV-Zentrale gekommen waren.

13.09.2017

Neben den Zahlungen von Land, Bund und Kommunen ergeben sich für den Kreis Herzogtum Lauenburg eigene Einnahmen aus der Verpachtung von landwirtschaftlichen Flächen, ...

13.09.2017

Nusse im September, das heißt Musik! Das jährliche Chorkonzert des Nusser Gospelchores ist nämlich über die Jahre zu einer spätsommerlichen Tradition geworden. Zum 23. September lädt die ev. Kirchengemeinde zu Nusse wieder zum großen Chorkonzert in den Nusser Bauerndom.

13.09.2017
Anzeige