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Wildschweine im Visier

Segrahn Wildschweine im Visier

Um die Gefahren durch eine steigende Wildschwein-Population einzudämmen, könnten künftig Nachtsichtgeräte bei der Jagd auf Schwarzkittel zum Einsatz kommen und verstärkt Bachen geschossen werden. Das fordert Schwarzwild-Experte Niels Hahn.

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Nicht nur mit dem Zielfernrohr, sondern künftig auch mit Nachtsichtgeräten könnte Jagd auf Wildschweine gemacht werden, um die Population wirkungsvoll einzudämmen. Bachen mit Frischlingen sollen aber auch dann nicht geschossen werden.

Quelle: Wolfgang Buchhorn

Segrahn. Der Kreis bricht mit einer Tradition. Statt zünftiger Hubertusjagd mit viel Blut und im Fackelschein verblasener Strecke, hat es im Segrahner Viehhaus erstmals ein Hubertusgespräch gegeben. Doch auch mit anderen Traditionen und Tabus könnte es künftig vorbei sein. Um die Gefahren durch eine steigende Wildschwein-Population einzudämmen, könnten künftig Nachtsichtgeräte bei der Jagd auf Schwarzkittel zum Einsatz kommen und verstärkt Bachen geschossen werden.

LN-Bild

Experte fordert Traditionsbruch: Jagd mit Nachtsichtgeräten, mehr Bachen schießen.

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Entsprechende Konzepte und deren Auswirkungen stellte Wildbiologe Niels Hahn auf Einladung der Kreisforsten vor. Ein Diskussionsanstoß, der auch von der Kreisjägerschaft begrüßt wird. Für die Jäger geht es um viel. Immerhin steht der Vorwurf im Raum, dass es einer Vielzahl der „Männer in Grün“ immer noch vor allem darum gehe, sich Trophäen zu sichern, statt den Wildbestand nachhaltig zu regulieren.

„Entweder Sie verehren weiter die Tradition oder Sie hinterfragen Ihr bisheriges Wildtiermanagement, optimieren es und gehen neue Wege“, sagte Schwarzwild-Experte Hahn. „Wenn Sie als Jäger dazu nicht bereit sind, werden es andere tun – dann aber ohne Sie.“ Die seit Jahren ansteigende Zahl der Wildschweine sorge nicht nur für erhebliche Schäden in Landwirtschaft und Natur, sondern die Tiere könnten auch für eine unkontrollierte Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest sorgen.

Hahn forderte daher, mit den Ansprüchen einer traditionellen Jagd zu brechen. So müssten viel stärker Bachen, also reproduktionsfähige Wildschweine, geschossen werden. Analysen der lauenburgischen Jagdstrecke zeigten, dass nur gut acht Prozent erwachsene Tiere gewesen seien. In Bayern liege die Quote bei zehn bis 20 Prozent. „Wenn Sie das Ziel verfolgen, einen Schwarzwildbestand zu reduzieren, müssen Sie massiv eingreifen und verstärkt erwachsene Tiere schießen“, mahnte Hahn.

Bei der Eindämmung der Schwarzwildpopulation müsse auch das traditionelle Tabu des Schießens von Leitbachen auf den Prüfstand. Viele Argumente dagegen seien wissenschaftlich nicht belegbar. Klar sei aber, dass die Erfahrung der Leitbachen die Bejagung erschwere und den Tieren helfe, schwierige Zeiten besser zu überstehen und so die natürliche Auslese reduziere, erklärte der Experte. Da Wildschweine vor allem in der Nacht und Dämmerung aktiv seien, was die Ansprache – also das Erkennen – deutlich erschwere, laufe in Bayern derzeit ein Versuchsprojekt mit Nachtsichtgeräten.

Aus Gründen der Waidgerechtigkeit und des Tierschutzes sind Nachtsichtgeräte bislang verboten. Danach würden nicht nur die Treffer besser sitzen, sondern auch die Ansprache einfacher und damit der Jagderfolg größer sein, erläuterte Hahn. Ein wichtiger Punkt, da gerade die Schwarzwildjagd aufgrund der Lichtverhältnisse und der Vorsicht der Tiere sehr zeitaufwändig sei.

Die 60 anwesenden Jäger nahmen die Anregungen interessiert auf. „Nicht jeder wird mit allem übereinstimmen. Aber die Diskussion ist bei uns damit eröffnet“, sagte Andreas-Peter Ehlers, Vorsitzender der Kreisjägerschaft.

Die Jagdstrecke

In der Jagdsaison 2015/16 wurden im Kreis 4360 Wildschweine geschossen. Darunter waren 363 erwachsene Tiere, 1271 Überläufer und 2736 Frischlinge. Der Anteil der Keiler (190) und Bachen (163) lag bei 8,3 Prozent. In einigen Hegeringen lag er sogar unter fünf Prozent. Außerdem gab es 134 Unfälle mit Wildschweinen. Die Strecke gilt seit langem als anerkannter Hinweis für die Gesamtpopulation.

Der Anteil der Bachen an der Strecke liegt dabei auffallend regelmäßig unter dem der Keiler. In einigen Hegeringen kamen drei zur Strecke gebrachte Keiler auf eine Bache.

Die Population der Wildschweine nimmt stetig zu. Im Jagdjahr 2013/14 wurden nur 2749 Wildschweine geschossen.

 Holger Marohn

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