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Lauenburg „Wir müssen Hilfe zur Selbsthilfe leisten“
Lokales Lauenburg „Wir müssen Hilfe zur Selbsthilfe leisten“
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20:10 09.01.2018
Ratzeburg

Gut 100 geladene Gäste waren der Einladung von Kiwanis-Präsident Manfred Ehmer in den Rokoko-Saal des Kreismuseums in Ratzeburg gefolgt, wo sie den Ausführungen des Möllner CDU-Landespolitikers lauschten. Das Thema seines Vortrags war den Zielen des Service-Clubs geschuldet, der sich der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Not verschrieben hat (siehe Extra-Text).

Schlie bezeichnet die Bildungspolitik als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Alle seien gefordert, zuerst natürlich die Eltern (in jedweder heutiger Form: als traditionelle Familie, in Patchwork- oder gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder als Alleinerziehende – letztere immerhin mit einem Anteil von 40 Prozent), die Politik, die Wirtschaft und die Schule beziehungsweise das Bildungssystem.

Deutschlands Kraft als Nation liege nicht in Bodenschätzen begründet, sondern im „Reichtum der Ideen“. Dieser sei weiter zu fördern, indem immer neue Rahmenbedingungen für die sich schnell ändernde Welt von heute geschaffen werden, „um die Bodenhaftung nicht zu verlieren“, so Schlie. „Aber wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht selbst überfordern“, erklärte der ehemalige Realschullehrer.

Dabei sprach er von einem „Akademisierungswahn“. Nicht jeder müsse Abitur machen, um später erfolgreich im Beruf zu sein.

Schlie bezeichnete sich selbst als einen Verfechter des dualen Bildungssystems, also praktische Arbeit, etwa im Handwerk, verbunden mit theoretischer Schulausbildung, gegebenenfalls ein begleitendes oder anschließendes Studium. Heute müsse man den jungen Menschen wieder verstärkt vermitteln, welchen hohen Wert auch handwerkliche Fähigkeiten und Dienstleistungen hätten.

Weitere besondere gesellschaftliche Aufgaben seien zudem Integration und Inklusion. Integration von Menschen aus anderen Ländern, wie Flüchtlingen, und Inklusion von Gehandicapten. Hier sei man schon weit, aber noch lange nicht am Ziel. Bei der Inklusion müsse man zudem aufpassen, dass man „das Rad nicht überdreht“, antwortete er in der anschließenden Diskussion auf eine Frage von Peter Schmid, Vorsitzender des Büchener Fördervereins zur Hilfe für schwerstkranke Kinder. So sei es ein Fehler gewesen, dass behinderte Kinder einfach in einen Klassenverband gesteckt wurden, „ohne zu beachten, dass sie gezielte Förderung brauchen“.

Ein erfolgreiches Modell für Integration und Inklusion nannte Schlie den von ihm selbst mitinitiierten Möllner Robert-Koch-Park, ein Stadtquartier, das Menschen unterschiedlichen Alters zusammen bringt: sowohl in Kindergärten als auch im altersgerechten oder betreuten Wohnen.

Hier werde eine Generationensolidarität und -gerechtigkeit gelebt. Wichtig sei es in unserer Gesellschaft, nicht bloß anderen etwas abzugeben, sondern vielmehr Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten – so, wie es auch das Motto der Kiwanis-Clubs sei.

Von Joachim Strunk

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