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Wird das Duvenseer Moor demnächst Naturschutzgebiet?

Duvensee/Labenz Wird das Duvenseer Moor demnächst Naturschutzgebiet?

Die vier umliegenden Orte Duvensee, Klinkrade, Labenz und Lüchow sträuben sich vehement gegen eine offizielle Ausweisung als Naturschutzgebiet durch das Umweltministerium. Stattdessen wurde eine Alternativlösung vorgeschlagen, die die Betreuung des Moorgebietes durch einen örtlichen Verein vorsieht.

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Die Duvenseeniederung und das östlich hiervon gelegene Manauer Moor sind durch die nacheiszeitliche Verlandung und Vermoorung der Gletscherseen entstanden. Auf historischen Karten aus dem 18. Jahrhundert sind beide Seen noch verzeichnet. Ihre endgültige Trockenlegung erfolgte um 1850.

Duvensee/Labenz. „Die Idee, das Duvenseer Moor zum Naturschutzgebiet zu machen, gibt es schon seit mehr als 20 Jahren“, referiert Ulrich Hardtke, Vorsteher des Amtes Sandesneben-Nusse und zudem Bürgermeister der Gemeinde Labenz, anlässlich der Gemeindevertretersitzung seines Dorfes am Donnerstagabend. Auch die Bedeutung der Niederung aus naturschützerischer Sicht sei unbestritten.

LN-Bild

Umliegende Gemeinden wollen die Fläche lieber über einen Verein betreuen.

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Allerdings sträuben sich die vier umliegenden Orte Duvensee, Klinkrade, Labenz und Lüchow vehement gegen eine offizielle Ausweisung als Naturschutzgebiet durch das Umweltministerium. „Durch die entsprechende Verordnung hätten wir dann keine Möglichkeiten, auf veränderte Gegebenheiten zu reagieren“, erklärt Hardtke. Dies hat er gemeinsam mit seinen Bürgermeisterkollegen in Kiel bereits dem zuständigen Minister Robert Habeck (Grüne) vorgetragen. Die Abordnung hat zudem eine Alternativlösung vorgeschlagen, die die Betreuung des Moorgebietes durch einen örtlichen Verein vorsieht.

„Darin sehe ich die Möglichkeit, die Leute vor Ort stärker in den Naturschutz mit einzubinden. Ansonsten wäre es eine sich selbst überlassene Fläche, um die sich niemand kümmert. Nimmt man aber beispielsweise den Storch, so braucht der doch eine regelmäßig gemähte Wiese, wo er seine Nahrung finden kann“, sagt Hardtke.

Er ist überzeugt: „Wir können den Naturschutz in Eigeninitiative besser gestalten!“ Der Minister sollte daher den Dörfern eine Zeit von zwei, drei Jahren gewähren, damit sie dies auch beweisen könnten. Das sei keine Antihaltung, sondern das Angebot einer Kooperation. Auch Landwirte, Jägerschaft und Tourismusbetriebe seien bereits angesprochen worden und hätten ihre Bereitschaft dazu erklärt.

Natürlich steckt hinter diesem Angebot auch eine pragmatische Überlegung. Das Kerngebiet des Duvenseer Moores umfasst laut Hardtke rund 170 Hektar. Wenn es zu einem Naturschutzgebiet erklärt würde, würde es zu einer 450 Hektar großen Fläche anwachsen, die auch Ackerränder von Landwirten oder gar zwei Drittel der Gemeindefläche Duvensees beträfe. „Das Naturschutzgebiet hätte dann eine unverhältnismäßig große Strahlwirkung über den Kernbereich hinaus und würde stark die weitere Gestaltung der Orte – zum Beispiel bei der Ausweisung von neuen Bauflächen – beeinflussen.“

Umweltminister Habeck hat sein Kommen zugesagt. Am Mittwoch, 17. Mai, findet um 18 Uhr eine Infoveranstaltung statt in der Duvenseer Schmiede, bei der Einwohner der betroffenen Orte Gelegenheit erhalten sollen, ihre Meinungen und Auffassungen gegenüber dem Minister zu formulieren.

Schutzziel ist Erhaltung

Die Duvenseeniederung wird heute nur noch (extensiv) als Grünlandfläche genutzt. Ziel einer Ausweisung zum Naturschutzgebiet ist es laut Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) „den großflächigen, naturraumtypischen Moorkomplex . . . von besonderer landeskundlicher Bedeutung zu sichern und auch im Sinne des Moor- und Klimaschutzes zu entwickeln. Zur Erhaltung der Nieder- und Hochmoorstandorte ist es essenziell, dass sich die derzeitige Entwässerungssituation nicht verschlechtert und eine weitere Moorsackung verhindert wird.“ Hardtkes Kritik: „Letzteres ist wissenschaftlich nicht belegt!“

 Joachim Strunk

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