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Lauenburg Wochenmärkte trotzen Discountern
Lokales Lauenburg Wochenmärkte trotzen Discountern
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21:22 05.07.2013
Der Ratzeburger Wochenmarkt auf dem Platz vor dem Rathaus lockte auch diesen Freitag wieder Stammkunden und Familien zum Einkaufen und Klönen an. Quelle: Fotos: Alessandra Röder

Kann sich die Tradition der Wochenmärkte in Zeiten von Fertiggerichten, Massenproduktion und Billig-Discountern am Leben erhalten? Ein klares „Ja“kommt von Beschickern, Gemeinden und Händlern. Sie alle sind der Überzeugung, dass der Wochenmarkt seinen Kunden auf lange Sicht erhalten bleibt und die Vorzüge des wöchentlichen Verkaufes konkurrenzlos sind.

Auf dem Ratzeburger Wochenmarkt vor dem Rathaus herrscht ein fröhlicher Trubel. In den bunten Marktbuden liegen Blumen, Käse und Fleisch aus eigener Schlachtung zum Verkauf bereit. Während sie ihre Ware feil bieten, haben die Marktbeschicker noch genügend Zeit für einen kleinen Plausch mit ihren Kunden. Karin Schubert (64) ist treue Stammkundin des Ratzeburger Wochenmarktes. Auf ihrem Heimweg macht sie seit Jahren sonnabends immer einen kleinen Stopp bei dem Blumenstand von Ingrid Oldenburg (62). Die beiden kennen sich schon länger, durch den Wochenmarkt ist eine Freundschaft zwischen den Frauen entstanden. „Ich kriege hier Qualitätsware und treffe immer jemanden zum Schnacken“, erzählt die Stammkundin begeistert. Außerdem müsse man die regionale Wirtschaft unterstützen. Schräg gegenüber sitzt eine heitere Herrenrunde bei Kaffee und Currywurst. Rudolf Schierhorn (71) in Ratzeburg bekannt als der „Appel-Rudi“ war selbst jahrzehntelang Händler auf diesem Markt und trifft sich hier nun regelmäßig mit seinen Kameraden zum Klönschnack. „Viele Supermärkte haben heutzutage zwar auch frische Ware, aber dort kann man sich neben dem Einkaufen nicht so lustig unterhalten“, wirft der ehemalige Händler ein.

Landwirt Georg Weißleder (52) verkauft auf dem Wochenmarkt frische Produkte von seinem Hof. Ein großer Vorteil der Wochenmärkte sei, dass die Händler persönliche Ansprechpartner für ihre Kunden seien und für ihre Ware gerade stehen müssten. „Ich kann den Kunden sagen, woher meine Kartoffeln sind und kriege auch eine Rückmeldung für meine Ware“, sagt der Händler.

Auch Gemeindevertreter und Verantwortliche für die Marktorganisation äußern sich zuversichtlich. „Das Angebot aus der Region ist den Leuten wichtig, der Wochenmarkt ist auf keinen Fall tot“, stellt Mark Sauer von der Stadt Ratzeburg fest. Stefan Oehlenschläger ist der erste Vorsitzende der Wochenmarktbeschicker in Schwarenbek und Trittau und glaubt, dass Wochenmärkte zeitlos sind, auch wenn die Preise teurer sind. „Marktgänger werden immer Marktgänger bleiben und die Begeisterung an ihre Familie weitergeben“, sagt er. Bernt Horst, Zuständiger für Handel bei der IHK bestätigt, dass Wochenmärkte eine starke Nachfrage hätten: „Qualität ist angesagt.“

Wochenmärkte im Herzogtum Lauenburg
Mölln: auf dem Kurparkplatz, Sonnabends von 7 bis 13 Uhr.

Lauenburg: Lütter Markt an der Straße Alte Wache, jeden Mittwoch und Sonnabend von 7 bis 12.30 Uhr.

Ratzeburg: am Dienstag auf dem Marktplatz und am Freitag vor dem Rathaus, Unter den Linden von 8 bis 14 Uhr.

Geesthacht: auf dem Parkplatz beim Kaufhaus Nessler, Bergedorferstraße 48, Mittwochs und Sonnabends von 7 bis 13.30 Uhr.

Büchen: Amtsplatz, Freitags von 13.30 bis 18 Uhr.

Schwarzenbek: auf dem Ritter-Wulf Platz, jeden Mittwoch und Sonnabend von 8 bis 15 Uhr.

Wentorf: am Casinopark 2, Mittwochs und Sonnabend von 8 bis 13 Uhr.

Alessandra Röder

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