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Wohin mit den neuen Kita-Kindern?

Groß Grönau Wohin mit den neuen Kita-Kindern?

Kein Platz mehr in Groß Grönau – Ausweich ins „Grönau-Forum“ – Neubau geplant – Kreis will nur 60 statt 105 Plätze anerkennen.

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Das „Grönau-Forum“ wird übergangsweise zwei Jahre lang 60 Kita-Kinder beherbergen.

Quelle: Strunk

Groß Grönau/Groß Sarau. Die Gemeinden Groß Grönau und Groß Sarau liegen über Kreuz mit dem Kreis. Grund ist aus Sicht der Gemeinden die viel zu geringe Zahl von Kita- und Hortplätzen, die der Kreis als Jugendhilfeträger anerkennen will. Aus „Vorsichtsgründen“ argumentiert die Verwaltung, aus „falsch verstandenem Sparzwang“, behaupten die Gemeinden.

Neubaugebiete, der demographische Wandel in älteren Wohngebieten, wo junge Familien die Häuser der Eltern übernehmen, Geburtenzuwachs und Zuwanderung lassen die Anmeldezahlen für Kita-Plätze in den Lübecker Randgemeinden Groß Grönau und Groß Sarau auf neue Höchststände klettern.

Da die Kita der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Willehad in Grönau überfüllt ist, müssen ab dem kommenden Herbst 60 Ü-3-Kinder im dann neu in Betrieb genommenen „Grönau-Forum“

(Dorfgemeinschaftshaus am Sportplatz) übergangsweise für zwei Jahre betreut werden. Danach ist der Bau eines neuen Kindergartengebäudes erforderlich und geplant. Doch noch ist nicht sicher, wo und wie groß.

Da die Kinderzahlen aus oben genannten Gründen auch in Groß Sarau steigen, hatte sich deren Gemeindevertretung im März vorbeugend mit dem Thema befasst. Bürgermeister Hartmut Schwarz: „Wir sind beteiligt an den Kindergärten in Groß Grönau und auch in Buchholz. Zudem haben wir auch Kindergartenkinder, die in Lübeck, Berkenthin oder Ratzeburg untergekommen sind. Jüngst hat mich sogar eine Mutter angerufen und mitgeteilt, dann müsse sie wohl in den Kreis Nordwestmecklenburg ,abwandern’, da hier nicht einmal mehr Tagesmütter zu haben sind.“

Insofern habe die Gemeindevertretung beschlossen, so es denn nötig sei, auch eine eigene Kita mit bis zu 40 Plätzen im Ort zu errichten. Die gestiegene Bevölkerungszahl „auf bummelig tausend“ und 74 Neugeburten in den vergangenen sieben Jahren machten dies überlegenswert. Für Eltern sei es sinnvoller, die Kinder in der ortseigenen Kita unterzubringen, als fahren zu müssen. Allerdings sei die GV-Entscheidung erst einmal nur ein „Vorratsbeschluss“ und noch nicht endgültig.

Bislang haben die beiden Groß-Gemeinden eng kooperiert und gelten für den Kreis als Jugendhilfeträger als gemeinsamer „Teilplanungsraum Nord des Amtes Lauenburgische Seen“. „Das wird sich in Zukunft vielleicht ändern – müssen“, erklärte Grönaus Bürgermeister Eckhard Graf in der Gemeindevertretersitzung am vergangenen Montag. In der Sitzung der Teilfachplanungsgruppe des Kreises hatten unter anderen die beiden Gemeinden einen zusätzlichen Bedarf von 45 (Groß Sarau) und 60 (Grönau) Plätzen angemeldet.

Diese Zahlen lassen sich laut Eckhard Graf sowohl aus den eigenen Statistiken und Anmeldezahlen als auch aus den gestiegenen mündlichen und schriftlichen Anfragen belegen. Doch der Jugendhilfeausschuss des Kreises will „zunächst“ nur 20 zusätzliche Krippen- und 40 zusätzliche Elementarplätze anerkennen. Das ist aus Sicht der Bürgermeister falsch verstandener Sparwille. Hartmut Schwarz: „Wir haben die Erfahrungen in Buchholz und in St. Willehad gemacht, dass immer wieder angebaut wurde und die Räume letztlich nicht ausreichten. Insofern ist es doch wesentlich billiger, gleich vernünftig zu bauen.“

Zu klären ist es dann allerdings auch, wie groß und vernünftig und auch wo gebaut werden soll. „Dazu brauchen wir in den nächsten Wochen Kommunikation zwischen den Gemeinden und dem Kreis. Gehen wir gemeinsam oder jeder seinen eigenen Weg?“, sagte Graf.

Klärung erhoffen sich beide Gemeinden vom Besuch des Landrates. Dr. Christoph Mager bereist morgen das gesamte Amtsgebiet und lässt sich über die spezifischen Probleme jeder Amtsgemeinde informieren.

Zum Abschluss der Dienstreise in Groß Grönau wollen die Bürgermeister Graf und Schwarz noch einmal das Kita-Problem in ihren Gemeinden ansprechen und hoffen auf ein offenes Ohr.

Gestiegener Bedarf mit wachsendem Trend

Groß Grönau hat beim Kreis ab 1. August 2018 eine neue Kita mit vier Gruppen, davon zwei Regelgruppen Ü3 mit 40 Plätzen sowie zwei Krippengruppen U3 mit 20 Plätzen, insgesamt also 60 Plätze angemeldet. Die jährliche Geburtenrate seit 2009 liegt bei knapp 35.

Groß Sarau hat beim Kreis ab 1.8.2018 eine neue Kita mit drei Gruppen, davon eine Ü3, eine U3 und eine altersgemischte Familiengruppe mit insgesamt 45 Plätzen angemeldet. Die jährliche Geburtenrate seit 2009 liegt bei mehr als elf.

Joachim Strunk

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