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Lauenburg Wolf von Spaziergängerinnen gesichtet
Lokales Lauenburg Wolf von Spaziergängerinnen gesichtet
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22:52 24.01.2017
Quelle: dpa
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Krukow

Im südlichen Kreisgebiet ist erneut ein Wolf nachgewiesen worden. Der zuständige Wolfsbetreuer und Experten der TU Dresden haben eine bei Krukow gefundene Spur im Neuschnee eindeutig einem Wolf zugeordnet. Zuvor hatten zwei Spaziergängerinnen die Begegnung „mit einem wolfsähnlichen Tier gemeldet“. Die Verwechslung mit einem Schäferhund hätten die Spaziergängerinnen ausgeschlossen, heißt es in einer Mitteilung des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume LLUR zu der Beobachtung am Freitag.

Es ist der 32. Nachweis oder bestätigte Hinweis auf einen Wolf in den vergangenen viereinhalb Jahren in Schleswig-Holstein. Acht davon werden dem Kreis Herzogtum Lauenburg zugeordnet. Von dauerhaft im Land lebenden Wölfen geht das LLUR dennoch nicht aus.

Nach der Meldung habe der herbeigerufene Wolfsbetreuer die durch das Tier hinterlassenen Spuren untersuchen können, da zum Zeitpunkt der Beobachtung Schnee gelegen habe. „Spuren von Wolf und Hund sind schwierig voneinander zu unterscheiden. Ein einzelnes Trittsiegel oder eine Galoppspur genügen zur Bestimmung des Verursachers deshalb nicht. Entscheidend sind Trittsiegel und Spurverlauf mit Gangart und Verhalten in Kombination“, schreibt LLUR-Sprecher Martin Schmidt. Typisch für Wölfe sei der sogenannte geschnürte Trab, bei dem die Tritte fast perlenschnurartig in einer Linie liegen und die Hinterpfoten in die Abdrücke der Vorderpfoten gesetzt würden. Da auch einige Hunde für kurze Strecken diese Art des Trabs zeigen könnten, müssen weitere Kriterien zur Bestimmung eines Wolfs gegeben sein. „Die Schrittlänge eines erwachsenen Wolfs überschreitet beim geschnürten Trab 110 Zentimeter und die Gangart muss im Schnee, wie im vorliegenden Fall, gerichtet und gleichmäßig über eine Strecke von mindestens 100 Metern gezeigt werden. Wie sich gezeigt hätte, seien die Kriterien, auf deren Grundlage ein Wolf anhand von Spuren bestimmt werden könne, im vorliegenden Fall erfüllt.

Das beobachtete Tier habe im Verlauf der 300 Meter langen Spur über eine Strecke von 160 Metern geschnürten Trab gezeigt. Die dabei festgestellte Schrittlänge habe etwa 125 Zentimeter betragen.

Auf der Grundlage dieser Indikatoren sei die Beobachtung durch den für Schleswig-Holstein zuständigen Wolfsfachmann Dr. Norman Stier von der TU Dresden in die Kategorie C2 (bestätigter Hinweis) eingeordnet worden. Nach wie vor gebe es in Schleswig-Holstein keinen Nachweis eines dauerhaft im Lande vorkommenden Wolfes. Es handelte sich vielmehr um Tiere, die sich offenbar nur kurze Zeit im Land aufhalten würden – wahrscheinlich auf der Suche nach geeigneten Lebensräumen beziehungsweise einer Partnerin oder einem Partner. „Für den Nachweis eines dauerhaft im Lande lebenden Einzeltieres müsste ein bestimmter Wolf über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten im Lande nachgewiesen werden“, heißt es vom LLUR. Daher gehen die Experten davon aus, dass Schleswig-Holstein, wie schon in früheren Jahren, von Wölfen nach wie vor lediglich für jeweils relativ kurze Zeiträume besucht beziehungsweise auf der Suche nach geeigneten Lebensräumen und Partnern durchwandert wird.

Wolfssichtungen im Lauenburgischen

Der erste Wolf im Lauenburgischen wurde vor fast genau vier Jahren am 17. Januar bei Langenlehsten ebenfalls durch eine Spur bestätigt. Zwei Jahre später wurde dort ein Stück Rotwild von einem Wolf gerissen. Nachweise durch Nutztierrisse, Fotos und Videos gibt es auch aus den Regionen Nusse, Mölln, Gudow, Geesthacht, Lauenburg, Lütau und Krukow.

 Holger Marohn

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