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Lauenburg Worlée-Innovation ersetzt Mikroplastik
Lokales Lauenburg Worlée-Innovation ersetzt Mikroplastik
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18:13 22.01.2018
Entwicklungsleiter Florian Preuße, Kosmetik-Abteilungsleiter Mario Winterstein und Worlée-Geschäftsführer Joachim Freude setzten auf Wachskügelchen statt Mikroplastik bei den Zulieferprodukten für die Kosmetik-Industrie. Nicht zuletzt aufgrund der Plastikvermüllung der Meere steigt dafür die Nachfrage. Quelle: Fotos: Holger Marohn
Lauenburg

Sie sind häufig deutlich kleiner als einen Millimeter, sollen in Peelings und Duschgels helfen, alte Hautschüppchen zu entfernen, oder dienen als Füllstoff und Bindemittel in Make-up und Abdeckcremes sowie als Filmbildner in Shampoos und Spülungen. Body-Scrubs, auch Abrasiva genannt, sind aus der Kosmetik-Industrie nicht mehr wegzudenken.

Im Kampf gegen Mikroplastik in der Umwelt hat die EU auch Plastikteilchen in Kosmetikprodukten ins Visier genommen. Die Lösung dazu könnte demnächst in Lauenburg neue Arbeitsplätze schaffen. Die Firma Worlée hat natürlich abbaubare Ersatzstoffe entwickelt.

5 Millimeter ist Mikroplastik nach gängiger Meinung maximal groß.

Partikel aus der Kosmetik haben dabei nur einen geringen Anteil am

gesamten Plastikmüll-Aufkommen.

Die Teilchen, die rubbelnd und hautschonend zugleich sein sollen, haben aber einen gewaltigen Nachteil: Kläranlagen können die Partikel oft nicht aus dem Abwasser filtern. So gelangen sie in Flüsse und Meere – und reichern sich in den Körpern der darin lebenden Tiere an. In der in der in der vergangenen Woche von der EU-Kommission verkündeten Plastikstrategie sollen sie daher aus den Produkten möglichst verbannt werden.

Das in Lauenburg, Lübeck und Hamburg ansässige Chemie-Unternehmen Worlée hat bereits eine Lösung für das Problem entwickelt. Kügelchen aus dem Wachs der Rizinuspflanze oder des Jojobastrauches, einer nelkenartigen in den Halbwüsten der USA, Israels, Ägyptens, Jordaniens, Argentiniens, Perus und Australiens gedeihenden Pflanze, ersetzen die Plastikpartikel. „Wir haben vor etwa zehn Jahren mit der Entwicklung begonnen“, sagt Worlée-Geschäftsführer Joachim Freude. Marktreif seien die ersten Produkte vor etwa sechs Jahren gewesen.

Die im Jahr 2013 verabschiedete Selbstverpflichtung der Kosmetikindustrie zum Verzicht auf Mikroplastik habe dann zu einer stärkeren Nachfrage und letztlich auch zu der Investitionsentscheidung für Lauenburg bei Worlée geführt. Denn während in Brüssel das Mikroplastikverbot in Kosmetika aus noch nicht viel mehr als einem Halbsatz in der Plastikstrategie besteht, plant der Kosmetik-Zulieferer Worlée in Lauenburg bereits den Bau einer größeren Fabrik für den Sommer. Denn die bisherigen geringen Produktionskapazitäten im Lübecker Werk reichen nicht mehr aus. Bei genaueren Angaben über die geplante Investitionssumme hält sich Worlée bedeckt. Von einem „Millionenbetrag im unteren einstelligen Bereich“ für das neue Gebäude ist die Rede. Etwa die gleiche Summe komme noch einmal für die Ausstattung hinzu, heißt es.

Ob Mirkoplastik in der Kosmetik enthalten ist, ist für den Kunden übrigens nur schwer zu erkennen. Geschäftsführer Freude wünscht sich daher eine Kennzeichnung mikroplastikfreier Produkte mit einem Logo. Allerdings müsse der Gesetzgeber dafür aber vor allem für eine klare Definition der Anforderungen an die Kleinstpartikel sorgen.

So sei aus seiner Sicht nicht nur wichtig, dass die Body-Scrubs zukünftig nicht nur aus natürlichen Rohstoffen bestünden, sondern auch abbaubar seien. So würden in der Kosmetikindustrie auch Abrasiva eingesetzt, die zwar auch aus natürlichen Rohstoffen bestünden, diese seien chemisch aber so modifiziert, dass sie eben nicht abbaubar seien und sich daher ebenfalls in den Körpern der Meereslebewesen anreichern würden. Für die EU-Kommission gibt es mit der Plastikstrategie also noch einiges zu tun.

Holger Marohn

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