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Lauenburg Zu enges Gerätehaus: Feuerwehr Gudow hofft auf Lottogewinn
Lokales Lauenburg Zu enges Gerätehaus: Feuerwehr Gudow hofft auf Lottogewinn
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22:14 29.03.2016
Das Gerätehaus der Gudower Feuerwehr ist zu klein. Zwischen den Fahrzeugtüren sollte ein halber Meter Platz sein. Quelle: Fotos: Philip Schülermann
Gudow

Feuerwehrauto zu alt, Gerätehaus zu eng und zu wenig Geld in der Gemeindekasse: Gudows Feuerwehr spielt jetzt Lotto, weil die Kameraden keinen anderen Weg sehen, die Probleme zu lösen. Nur ein Millionengewinn könnte den Investitionsstau auflösen, der sich in den vergangenen 25 Jahren entwickelt hat. Denn wird nur ein Problem gelöst, zieht das gleich das nächste nach sich. Bekäme die Wehr beispielsweise ein neues Auto spendiert, würde das gar nicht mehr in die bestehende Feuerwehrgarage passen. Schon jetzt ist das Gebäude enger, als die Feuerwehr-Unfallkasse erlaubt.

Weil die Wache nicht den Standards entspricht und ein Fahrzeug ersetzt werden muss, hat der Förderverein Lose gekauft — auch, um auf die Probleme aufmerksam zu machen.

Thies Herzberg muss sich ducken, wenn er das Gerätehaus betritt. Der großgewachsene Feuerwehrmann würde sich sonst den Kopf an der niedrigen Tür stoßen — sogar ohne Helm und Stiefel. Viele große und kleine Kritikpunkte rund um das Gudower Feuerwehrgerätehaus sind in einem Protokoll der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse festgehalten. Die Probleme fangen bereits auf dem Hof an. Es gibt viel zu wenig Parkplätze für die 45 Kameraden der Feuerwehr. 24 sind vorgeschrieben, es gibt nur zehn, die nicht nach Richtlinie seien. Die Folge: Das Gedränge vor dem Gerätehaus ist bei Einsätzen groß, die Unfallgefahr steigt. Wege kreuzen sich, auf den Parkflächen ist es bei Regen glitschig. Auch der Stauraum vor ihrer Zentrale ist zu klein. „Das sorgt für ein Verkehrschaos“, sagt Thies Herzberg, Vorsitzender des Fördervereins, der die Feuerwehr jetzt zusätzlich mit Lottoscheinen unterstützt. „Das bedeutet Gefahren für die Feuerwehrleute“, sagt auch Kreisbrandmeister Michael Raddatz.

Seit 25 Jahren sei die Erneuerung des Gebäudes auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung und nichts sei passiert, klagen Gudows Feuerwehrleute. Bürgermeister Eberhard Laubach bestätigt: „Das ist seit geraumer Zeit in der Diskussion“, aber nicht permanent. Das Hauptproblem: „Wir könnten den Kredit nicht bedienen.“ Mehr als 1,5 Millionen Euro würde eine Wache nach Wünschen des Fördervereins kosten. „Wir können einige Wunschvorstellungen nicht realisieren.“ Bei unter einer Million Euro Baukosten sehe Laubach Chancen, in naher Zukunft zu einer Lösung zu kommen. Daran arbeite man.

Kaum zu glauben: Die Kameraden dürfen laut Herzberg und Gerätewart Hartmut Riemann auch bei einem Einsatz nicht innerhalb des Gerätehauses rennen. Durch die Enge lauern zu viele Gefahren. Die Kameraden sollen außerdem vor der Halle in die Wagen springen. Die aber dürfen nicht zu schnell beschleunigen, denn dann reißen sie das Garagentor herunter. Im vergangenen Jahr sei das bereits passiert, berichtet Riemann. Ihre Fahrzeuge sind zu hoch für das Gebäude. Nur wenige Zentimeter trennen Fahrzeug und das hochgezogene Garagentor. Zudem sind die Tore zu schmal. Und der Abstand zu den Wänden ist so gering, dass die Türen der Fahrzeuge nur ein Stück weit aufgehen. Ihr Sprinter komme ohne Rangieren gar nicht aus dem Gerätehaus, berichtet Feuerwehrmann Riemann.

„Geld ist weder für das Ersatzfahrzeug da, noch für die Wache. Würde das eine finanziert, bliebe das andere wohl auf der Strecke“, befürchtet Herzberg. Aber selbst wenn die Gemeinde ein neues Löschfahrzeug beschaffe — es passt nicht in das Gerätehaus. Gibt die Gemeinde das Geld für eine Wache aus, wäre wohl nichts mehr für ein Fahrzeug übrig.

Zuwenig Platz, um sich umzuziehen, zu niedrige Türen, unzulässige Abstände zwischen Autotüren, keine Duschen. Die Mängelliste ist lang. „Wir verlangen ja keinen Palast“, sagt Thies Herzberg. Ein neuer Standort müsse her. Die leerstehende Schule biete sich an. Auch ein privates Grundstück in Gudow gebe es, so Herzberg und Riemann. Der Standort Schule komme nicht infrage, sagt Bürgermeister Laubach. Da seien sich Gemeindevertretung und Experten einig. In das Bürgerhaus möchte die Feuerwehr aber nicht.

Mit einem Millionengewinn beim Lotto rechnet Herzberg übrigens nicht. Er wolle mit dieser Aktion vor allem auf das Problem der Gudower Feuerwehr aufmerksam machen, sagt er.

Wege an der Wache

Besondere Anforderungen sind laut Hanseatischer Feuerwehr-Unfallkasse (HFUK) Nord an die Verkehrswege am Gerätehaus zu stellen. Die Unfallgefahr sei dort besonders hoch. Parkplätze und Feuerwehrausfahrt müssen so angeordnet sein, dass sich die Fahrtwehe möglichst nicht kreuzen. Auch Witterung und Tageszeiten müsse Rechnung getragen werden.

Die Wege sollten zudem frei von Stolperfallen sein: Kein Rasen, kein Schotter oder Rasengittersteine. Laut HFUK ist der Bereich im besten Fall ebenerdig. Treppen und Schwellen sollten mit Rampen ausgeglichen werden.

Von Philip Schülermann

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