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Lauenburg Schlie setzt sich für See-Anrainer ein
Lokales Lauenburg Schlie setzt sich für See-Anrainer ein
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15:02 07.11.2018
Mit einer Petition und einer Unterschriftenliste wenden sich Einwohner aus Pogeez und Groß Sarau an den Schleswig-Holsteinischen Landtag. Sie fordern wegen des beständig hohen und schnellen Verkehrsaufkommens ein Tempolimit von 30 km/h innerorts in Pogeez und Groß Sarau sowie hier auch ein allgemeines Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen. Quelle: Strunk Joachim
Groß Sarau/Pogeez

Mit einer Petition und insgesamt 410 Unterschriften aus beiden Orten haben sich die Anwohner der Gemeinden Groß Sarau und Pogeez (beide liegen am Westufer des Ratzeburger Sees) Ende August an den Petitionsausschuss des Landtages in Kiel gewandt.

Sie fühlen sich nach wie vor von dem hohen Verkehrsaufkommen, insbesondere des Schwerlastverkehrs, auf der alten B 207 gestört und belästigt. Vor allem haben sie Angst um ihre Kinder, wenn die Brummis oftmals mit 70 km/h und schneller in die Ortschaften hinein rasen.

„Rechtlich keine Möglichkeit“

Auch die Beschwerden von Pogeez’ Bürgermeisterin Christiane Füllner beim Kreisverkehrsamt brachten keine Abhilfe. Kreissprecher Tobias Frohnert damals: „Das Problem ist der Verkehrsaufsicht des Kreises bekannt. Rechtlich gibt es derzeit jedoch keine Möglichkeit, Lkw ,auszusperren‘. Die Daten der letzten Verkehrszählung genügten nicht, um das Tempolimit herabzusetzen oder ein Durchfahrtsverbot zu verhängen.“

Mit einer Petition und einer Unterschriftenliste wenden sich (v. l.) Timo Schmidt, Hartmut und Hanne Matthiesen sowie Nadine Ryll aus Pogeez und Groß Sarau an den Schleswig-Holsteinischen Landtag. Rechts die Bürgermeisterin von Pogeez, Christiane Füllner.

Also sammelten Hanne und Hartmut Matthiesen aus Groß Sarau und Nadine Ryll und Timo Schmidt aus Pogeez im Frühling und Sommer fleißig Unterschriften. Eine überwältigende Mehrheit der betroffenen Anwohner unterschrieb. Die Petition ist in Kiel angekommen, erklärt Hartmut Matthiesen: „Wir haben von dort Anfang September eine Eingangsbestätigung erhalten und die Mitteilung, dass wir nach entsprechenden Ermittlungen, die einige Zeit in Anspruch nehmen werden, den Entschluss des Ausschusses erfahren werden.“

Kürzeste und schnellste Strecke

Zeitgleich war die Petition auch an den Ministerpräsidenten, das Verkehrsministerium und den Möllner Landtagsabgeordneten (und Landtagspräsidenten) Klaus Schlie gegangen. Aus der Staatskanzlei habe man nichts gehört, so Matthiesen. Vom Verkehrsministerium dagegen gab’s Informationen zum Verfahrensstand. So sei die Verkehrsbehörde des Kreises um Stellungnahme gebeten worden.

Von dieser wiederum hat es laut Kreissprecher Tobias Frohnert folgende Auskünfte an Kiel gegeben: Die Unfallstatistik sei unauffällig, Gehwege seien beidseitig und jeweils eine Fußgängerampel an den Bushaltestellen vorhanden. Das Lkw-Verkehrsaufkommen auf der L 331 sei seit 2016 rückläufig. Hinweise darauf, dass die L 331 als Maut-Ausweichstrecke genutzt würde, fehlten. Allerdings sei diese Strecke aufgrund des Tempolimits von 70 km/h auf der B 207neu nicht nur die kürzeste, sondern auch die schnellste von der A 20 bis Ratzeburg.

„Nicht nachvollziehbar“

Letztlich hat sich nun auch Klaus Schlie (CDU) zu Wort gemeldet und an den Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) geschrieben. Da er manchmal mehrmals täglich auf seinem Weg von Mölln nach Kiel auf besagter Strecke unterwegs sei, könne er die Verkehrssituation gut beurteilen: „bin auch ich der Auffassung, dass hier dringend Abhilfe geschaffen werden muss“.

Der Möllner Landtagsabgeordnete Klaus Schlie: „Die Lärmbelastung ist unerträglich“.

„Es ist doch nicht nachvollziehbar“, schreibt Schlie an Buchholz, „dass das Land und der Bund mit größten Anstrengungen eine Ortsumgehung der B 207 planen und bauen und dann aufgrund einer Falschprogrammierung der Navigationssysteme oder weil die Lkw-Fahrer unbelehrbar sind, die Ortsdurchfahrten durch zwei Gemeinden gewählt werden.“

Ortstermin mit Buchholz?

Die Lärm- und Emissionsbelastung sei „unerträglich“. Zudem würden die neuen Ortsdurchfahrten durch den Lkw-Verkehr stark beschädigt. „Eine Lösung des Problems ist daher dringend notwendig“, erklärt Schlie und schlägt eine Ortsbesichtigung gemeinsam mit dem FDP-Abgeordneten Christopher Vogt vor. Hierzu gebe es aber noch keine Rückmeldung seitens des Ministers und somit auch noch keinen Termin.

Schlie macht auf jeden Fall Druck: „Es wäre außerordentlich positiv, wenn es diese Lösung durch Ihr Haus vor Abschluss des Petitionsverfahrens geben würde.“ Was auf jeden Fall auch im Sinne der lärm- und verkehrsgeplagten Anwohner wäre.

Joachim Strunk

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