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Zug erfasst Jungen: Verletzt überlebt

Fredeburg Zug erfasst Jungen: Verletzt überlebt

Zehnjähriger hat Glück im Unglück nach Zusammenprall mit 120 km/h-schnellem Regioexpress in Fredeburg. Nur wenige Zentimeter oder gar Millimeter retteten dem Jungen das Leben.

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Ratlosigkeit herrschte bei den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr an den Bahngleisen bei Fredeburg auf der Strecke zwischen Mölln und Ratzeburg. Längere Zeit hatten sie vergeblich nach einem Opfer des Zusammenpralls mit dem Regionalexpress gesucht. Dann tauchte der zehnjährige Junge auf, der mit einem Armbruch davon gekommen war.

Quelle: Nimtz/ Hfr

Fredeburg. Da scheinen wohl sämtliche verfügbaren Schutzengel am Sonntag ein Treffen an der Bahnstrecke bei Fredeburg gehabt zu haben: Ein zehnjähriger Junge wurde am Sonntagabend gegen 19.30 Uhr offensichtlich von dem Regionalexpress Lüneburg—Kiel, der mit rund 120 Stundenkilometern auf der Strecke zwischen Mölln und Ratzeburg unterwegs war, touchiert und vom Gleis zurückgeworfen. Es dürften im Grunde nur wenige Zentimeter oder gar Millimeter gewesen sein, die dem Jungen das Leben retteten.

Der Zehnjährige war am frühen Sonntagabend auf einem Spaziergang mit einer Bekannten seiner Großmutter und drei Hunden vom Ratzeburger Wohngebiet Barkenkamp in Richtung Fredeburger Wald unterwegs.

Jenseits der Bundesstraße 208 soll er seiner Begleiterin davon gelaufen sein in Richtung Bahngleise. Um 19.33 Uhr erhielt die Ratzeburger Feuerwehr eine Alarmierung über die Rettungsleitstelle: Der Zugführer hatte dieser von einem „Personenkontakt“ mit dem Zug berichtet und sofort angehalten.

Mit rund 50 Einsatzkräften kam die Feuerwehr an die vermeintliche Unglücksstelle. Trotz intensiver Suche konnten die Feuerwehrmänner und die eingesetzten und für die Bahn zuständigen Bundespolizisten keinen Verletzten oder gar einen leblosen Körper finden.

Einige Zeit später klärte sich alles auf: Eine Streifenwagenbesatzung der Schutzpolizei brachte den Jungen eine gute halbe Stunde später zum Einsatzort, wo auch zwei Rettungswagen und ein Notarzt warteten. Der Junge war von einem Zeugen an der Bundesstraße 207 aufgefunden worden, nachdem er panisch und verwirrt durch den Wald geirrt war. Der Autofahrer wartete bei dem Jungen, bis die Polizei kam und ihn mitnahm.

Bei den folgenden Untersuchungen identifizierten die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr am so genannten Abweiser, einem Konstrukt aus dicken Stahlblechen an der Zugspitze, menschliches Blut.

Das stammte allerdings nicht von dem Aufprall mit dem Jungen, sondern es war älter. Zwei Leichenspürhunde der Polizei schlugen zwar gleich an und bestätigten so den Verdacht, dass es sich um menschliches Gewebe handeln musste. Wie sich dann aber nach weiteren Ermittlungen herausstellte, stammten diese Blutspuren von einem weiteren, tatsächlich tödlichen Unfall, der sich im Norden des Landes am 17. März ereignet hatte. Danach war die Triebmaschine noch nicht gereinigt worden.

Der Zug war besetzt mit rund 100 Passagieren, die von Sanitätern und „First Respondern“ der Ratzeburger Wehr während der Wartezeit betreut wurden. Die Weiterfahrt wurde gegen 21.45 Uhr zum Ratzeburger Bahnhof freigegeben.

Der Einsatz für die Feuerwehrkräfte war gegen 23.15 Uhr beendet.

Bundespolizei spricht von „dubioser Angelegenheit“

„Auf Anweisung der Bundespolizei wurde uns mitgeteilt, dass die Strecke zwischen Mölln und Ratzeburg zwischen 19.25 und 22.45 Uhr gesperrt werden musste“, erklärte Angelika Theidig, Sprecherin der Deutschen Bahn in Hamburg.

Gerhard Stelke, Sprecher der Bundespolizei in Kiel, berichtete von einer „dubiosen Angelegenheit“. Der Zugführer habe eine Person im Gleis erkannt und gleich angehalten.

Gemeinsam mit einem im Zug mitreisenden Bundespolizisten hätten erst er, dann die nachfolgenden Einsatzkräfte gesucht, aber niemanden gefunden. Kurze Zeit später sei der verstörte Junge aufgetaucht.

Da die Suche negativ verlaufen war, habe sich der Einsatz nach 3,5 Stunden erledigt, der Junge sei den Rettungskräften übergeben worden.

Von Joachim Strunk

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