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Lauenburg Zuhause oder in die Kita? Kinderbetreuung stockt
Lokales Lauenburg Zuhause oder in die Kita? Kinderbetreuung stockt
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12:38 07.06.2017
Ratzeburg

Im Herzogtum Lauenburg ist das nicht anders. Vollzeitmütter sehen darin ein Katastrophenszenario, viele schwangere, gut ausgebildete Akademikerinnen wiederum ein selbstverständliches Muss, ebenso Schichtarbeiterinnen.

Deutschlandweit hat sich der Anteil der unter Zweijährigen, die in Krippe oder von Tageseltern betreut werden in den vergangenen drei Jahren bei 33 Prozent eingependelt. Im Kreis Herzogtum Lauenburg verbringen 31,4 Prozent aller unter Zweijährigen nach den aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes den Tag in Kinderkrippen oder haben Tages- als Ersatz-Eltern.

Somit hat sich im Kreis der Trend zur frühen Betreuung im Vergleich zum Vorjahr nicht fortgesetzt. Denn damals waren es 32,8 Prozent. Zum Vergleich: 2008 hatte die Zahl der unter Zweijährigen, die tagsüber betreut wurden, im Kreis erst bei 14,8 Prozent gelegen. Bundesweiter Spitzenreiter ist übrigens der Kreis Spree-Neiße in Brandenburg mit einer Betreuungsquote von 61,8 Prozent.

Zwar gibt es mittlerweile auch 24-Stunden-Kitas, gedacht vor allem für Familien, die Schicht arbeiten – für Krankenschwestern, Busfahrerinnen, Köchinnen. Doch die Familien und Einrichtungen stellt dies vor große Probleme. Das Kind um 5.30 Uhr in der Kita abliefern und mitunter nachts dort schlafen lassen – eine familiengerechte Unterstützung ist dies kaum. Deshalb werden auch immer wieder Befürworter der 32-Stunden-Arbeitszeitregelung von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig laut. Denn in der Tat wollen viele Mütter mehr arbeiten als 50 Prozent, doch 100 Prozent ist oft zu viel und schafft im Alltag Mutter, Kinder und die Familie.

Dabei betreuten im Jahr 2016 Tagesmütter beziehungsweise -eltern 6,9 Prozent der Kinder, Tageseinrichtungen 24,5 Prozent. Der Betreuungswert in Tageseinrichtungen liegt im Kreis damit unter dem Bundesdurchschnitt von 27,9 Prozent. Bei den Tageseltern sind die 6,9 Prozent mehr als der Bundeswert von 4,9 Prozent.

In der Krippen- und Tagesmütterbundesliga reicht die Betreuungsquote von zusammen 31,4 Prozent im Kreis Herzogtum Lauenburg für Platz 158 unter 405 ausgewerteten Städten und Kreisen (plus Stadtstaaten). Das rein quotenmäßige Schlusslicht wäre dann der bayerische Kreis Berchtesgadener Land, wo nur jedes siebte Kleinkind (14,3 Prozent/Vorjahr: 13,1 Prozent) fremdbetreut wird.

Auch wenn sich bei den Betreuungszeiten schon vieles getan hat, ist man von einer zufriedenstellenden Ideallösung noch weit entfernt. Qualifizierte Erzieherinnen gibt es nicht genug, die Kleinen sind mit ständigem Wechsel konfrontiert, und nicht zuletzt hakt auch das best-ausgeklügelte staatliche Betreuungssystem, sobald ein Kind erkrankt – und Kleinkinder sind einfach oft krank.

 Susanne Herrmann/zds

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