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Lauenburg Zukunftsforum setzt auf Energieberatung
Lokales Lauenburg Zukunftsforum setzt auf Energieberatung
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20:25 01.11.2013
Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann strahlt beim Vortrag im Möllner Stadthauptmannshof Optimismus aus.
Mölln

Zwölf Monate lang haben Unternehmer, Politiker und Experten darüber beraten, wie der Kreis Herzogtum Lauenburg sich auch in Zukunft wirtschaftlich gegen die Konkurrenz in der Region behaupten kann. Die Bilanz des Zukunftsforums Wirtschaft Herzogtum Lauenburg im Stadthauptmannshof , initiiert von der Stiftung Herzogtum Lauenburg, der Wirtschaftförderungsgesellschaft (WFL) und der IHK zu Lübeck, fiel positiv aus. Neben einer Bestandsaufnahme über die Standortfaktoren des Kreises erarbeiteten die Arbeitsgruppen „demografischer Wandel“, „Energiewende“ und „Lebensqualität“ Ansätze und konkrete Maßnahmen, die die Situation der Unternehmen verbessern sollen.

„Wir sind mit dem Ziel angetreten, nach einem Jahr zwei Projekte in die Tat umzusetzen“, sagte WFL-Chef Werner Hesse. Höhepunkt des Forums am Donnerstagabend war die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen WFL und dem Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft (RKW) des Bundeswirtschaftsministeriums. Die RKW soll verstärkt Firmen im Kreis hinsichtlich des Einsparpotenzials im Bereich Energie kostenlos beraten. Ein zweites Projekt ist der „Energie-Infotag“. Zwischen Mitte März und Anfang April 2014 soll er im Geesthachter Innovationszentrum stattfinden. Hesse: „Im Vergleich zur Geesthachter Energiemesse, die sich an eine breite Öffentlichkeit richtete, sollen Firmen jetzt von Firmen lernen.“ Als positives Beispiel nannte er die Lauenburger Chemiefirma Worlée.

Der Schwerpunkt Energie ergab sich aus zwei Gründen: Zum einen hatte die Arbeitsgruppe „Energiewende“ um Unternehmensberater Dr. Albert Platt die Sorge der Firmen um die steigenden Strompreise aufgezeigt. Zum anderen bietet sich in diesem Bereich vorbei an langwierigen politischen Prozessen ein unmittelbarer Handlungsspielraum, um Energie und Geld zu sparen.

Die Arbeitsgruppe demographischer Wandel um den ehemaligen Mölln Bürgermeister Wolfgang Engelmann möchte noch mehr Anstrengungen im Bereich Kita-Betreuung und Bildung von Jugendlichen unternehmen. Er lobte, dass es im Kreis früh Kontakt zwischen Schülern und Unternehmen gebe. Die Arbeitsgruppe Lebensqualität von HLMS-Geschäftsführer Günter Schmidt richtete den Blick vor allem auf die Schwierigkeiten des Einzelhandels. Die Revitalisierung der Innenstädte könne man sich von vorbildlichen Städten abschauen: „Finanzielle Schwächen können auch durch besonders guten Service kompensiert werden“, sagte Schmidt. Die Arbeit der Gruppen soll jetzt erst richtig losgehen.

Ehrengast des Abends war Professor Dr. Hans Heinrich Driftmann, Wirtschaftsfachmann und Ehrenpräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, der als Berater auch für die Bundesregierung tätig war. In seinem Vortrag ging er auf die Standortfaktoren im Lauenburgischen ein. Er riet dazu, den Blick von außen auf den Kreis zu richten. Dieser müsse noch mehr eine Identität finden und die Willkommensstruktur ausbauen.

Er riet zum Aufbau einer bedarfsgerechten Infrastruktur im Lauenburgischen: gesicherte Energieversorgung, eine flächendeckende Breitbandanbindung und die physische Erreichbarkeit der Firmen. „In Süddeutschland registriert man den schlechten Zustand der Straßen im Norden mit einer gewissen Schadenfreude“, sagte Driftmann. Mit großer Sorge verfolge er, was mit A 7 und Elbtunnel geschehe.

„Viele Arbeitsplätze gehen verloren, wenn schleswig-holsteinische Firmen ihre Standorte wegen der Verkehrssituation in die Nordheide verlegen — quasi nach ,Continental Europe‘.“

Es hat sich gelohnt
Worte reichen nicht“ — so lautete vor einem Jahr die Überschrift meines Kommentars zum Start des Zukunftsforums. Was lässt sich nach einem Jahr Arbeit in Projektgruppen bilanzieren? Es wurden Worte produziert, in Absichtserklärungen festgehalten, nach Themenfeldern sortiert — viele Worte. Aber es gibt auch erste Ergebnisse: einen Kooperationsvertrag, der heimischen Firmen helfen soll, Energie zu sparen, und einen Beschluss, im kommenden Jahr einen Energie-Infotag zu veranstalten.

Greifbar sind die Ergebnisse also noch nicht, denn in beiden Fällen wird erst die Zukunft zeigen, was diese Bemühungen konkret bringen werden. Aber es ist besser als nichts — schon deshalb hat sich das Forum gelohnt. Und noch aus einem zweiten Grund: Es entstehen auch in der heimischen Wirtschaft ein Netzwerk und lokale Identität.

„Im Süden registriert man den Zustand der Straßen im Norden mit Schadenfreude.“
Professor Dr. Hans

Heinrich Driftmann


Hanno Hannes zur ersten

Bilanz des Zukunftsforums

Wirtschaft Herzogtum

Lauenburg.

Florian Grombein

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