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Lauenburg Zusammenlegung zweier Möllner Schulen im Fokus
Lokales Lauenburg Zusammenlegung zweier Möllner Schulen im Fokus
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21:03 26.09.2017
Die Leiterin der Tanneck-Schule, Stephanie Rick, wartet dringend auf neue Klassenräume, „weil die Schule aus allen Nähten platzt“. FOTOS (4): JENS BURMESTER
Mölln

Am Montagabend beschäftigte sich der Schul-, Sport-, Jugend- und Sozialausschusses der Stadt Mölln mit diesem Thema, nachdem die CDU-Fraktion einen Antrag eingebracht hatte. Bereits in seiner Sitzung im Mai 2016 hatte der Ausschuss das Raumprogramm für die Aufstockung des vorhandenen Anbaus um vier Klassenräume und eine bauliche Barrierefreiheit beschlossen. Der Bauausschuss wurde seinerzeit gebeten, die Maßnahme umzusetzen.

Soll die in die Jahre gekommene „Grundschule Tanneck“ in Mölln neue Klassenräume bekommen oder soll die Schule komplett neu gebaut werden? Und könnte es einen gemeinsamen Neubau mit der „Förderschule Steinfeld“ geben? Die dritte Alternative, eine Sanierung, scheint jedenfalls vom Tisch zu sein.

Nun liegen dem Bauausschuss dafür drei Varianten vor. Umsetzung nach dem beschlossenen Raumprogramm, Teilneubau oder gesamter Neubau. Die CDU-Fraktion hält einen Teilneubau oder einen gesamten Neubau für sinnvoll, um eine Barrierefreiheit und damit die Inklusion möglich zu machen. „Dies bedeutet, dass ein neues Raumprogramm entwickelt werden muss“, erklärte die Ausschussvorsitzende Christiane Gehrmann (CDU).

Die Raumnot ist derzeit an beiden Schulen riesengroß, was beide Schulleiter an diesem Abend vor dem Ausschuss noch einmal sehr deutlich machten. Beide Schulen sind schon einige Zeit mit den Planungen für einen Bau von neuen Klassenräumen beschäftigt. Und gerade der Schulleiter der Förderschule Steinfeld, Martin Huneke, zeigt sich nicht sehr glücklich über den Antrag, beide Schulen in einem Neubau zusammenzulegen.

Schulrätin Karin Thomas, die zu der Sitzung geladen war, berichtete zunächst über eine solche gemeinsame Schulform in Ahrensburg, die sie sich gemeinsam mit den Schulleitungen und Elternvertretern angesehen hatte. Die Schulrätin machte deutlich, dass das ihrer Meinung nach eine „wunderbare Einrichtung“ sei und dass sie so etwas in Mölln absolut befürworten würde. „Solch ein Projekt braucht Ruhe in der Entwicklung, damit es nicht von außen zerredet wird. Man braucht einfach keine aufgeregte öffentliche Diskussion“, erklärte Thomas.

Weil aber das mögliche Projekt nun durch den CDU-Antrag auch in die Öffentlichkeit kam, wurden die Eltern beider Schulen von den Schulleitungen eilig informiert: Die Eltern sollten davon nicht erst aus der Presse erfahren. Man habe zunächst einmal Gespräche intern geführt, um die Meinungen der Beteiligten vorweg zu sondieren und die Möglichkeiten auszuloten. Dazu gehörte eben auch eine Besichtigung der Woldenhorn-Schule in Ahrensburg in der vergangenen Woche, wo ein solches Projekt umgesetzt worden ist.

Schulleiter Huneke erklärte dem Ausschuss, dass er dringend neue Klassenräume benötige und schon seit eineinhalb Jahren in der Planung stecke. „Ich bin momentan nicht bereit, diesen Weg zu verlassen“, sagte Huneke. Auch die Leiterin der Tanneck-Schule, Stephanie Rick, wartet dringend auf neue Klassenräume, weil die Schule aus allen Nähten platzt. Einig waren sich alle Beteiligten, dass ein solches Riesenprojekt, beide Schulen an einem Standort zu installieren und so nicht nur eine stärkere Zusammenarbeit zu erreichen, sondern auch die Inklusion stärker in den Mittelpunkt zu bringen, eine große Chance wäre. Natürlich muss man die beiden Schulträger, die Stadt Mölln für die Tanneck-Schule und den Kreis für die Steinfeld-Schule, mit ins Boot holen, und die Finanzierung muss passen. Jetzt aber wollen sich zunächst die beteiligten Schulleiter auf der einen Seite, die Träger auf der anderen Seite und ganz besonders auch die Eltern zusammensetzen und über das Projekt beraten. „Wir sind ein wenig überrascht worden. Aber wir wollen das ruhig angehen und beraten. Die Eltern mit ins Boot zu holen, ist ganz wichtig. Auch wenn die heutigen Eltern am Ende gar nicht mehr betroffen sein werden, weil ihre Kinder schon eine weiterführende Schule besuchen“, ergänzt Schulleiterin Stephanie Rick.

Sie hoffe, dass man bis Weihnachten einen Punkt erreicht habe, an dem man sagen könne, wohin die Reise gehe. Wenn es zu einem gemeinsamen Projekt komme, werde das wahrscheinlich erst in vier bis fünf Jahren realisiert werden können.

 Von Jens Burmester

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