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Lauenburg Zwei Alsterdampfer in Lauenburg
Lokales Lauenburg Zwei Alsterdampfer in Lauenburg
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22:21 01.07.2013
Von Timo Jann
Matthias Kruse (links) und Sven Albrecht in einer Öffnung des 1875 gebauten Schiffsrumpfes der „Nixe“. Quelle: Foto: Timo Jann

Auf der Lauenbuger Hitzler-Werft sollen zwei historische Alsterdampfer wieder aufgebaut werden. Der Verein Alsterschifffahrt hat dazu zwei 20 Meter lange und vier Meter breite Schiffsrümpfe aus Dresden nach Lauenburg geholt. Die Kosten der Restaurierung stehen noch nicht fest.

Vorbild für die anstehende Sanierung ist der Ausflugsdampfer „St. Georg“, der bereits wieder auf der Alster fährt. „Wenn wir alle drei Schiffe fertig haben, gibt es in Hamburg die größte Dampfschifffahrtsflotte der Welt“, erklärt Matthias Kruse, der Vorsitzende des Vereins. Ihm gehört auch der Dampfeisbrecher „Elbe“, der Lauenburg als Heimathafen hat. Durch diese Verbindung kam der Kontakt zur Hitzler-Werft zustande. Die beiden Schiffsrümpfe präsentieren sich in einem desolaten Zustand, die Aufbauten sind bereits ganz verschwunden. „Mich tröstet, dass ich weiß, dass wir die ‘St. Georg‘ in einem ähnlichen Zustand vorgefunden hatten“, sagt Kruse.

Die beiden Rümpfe gehören zur „Nixe“ (Baujahr 1875) und zur „Winterhude“ (Baujahr 1879). „Ab 1859 waren auf der Alster mit Dampf betriebene Ausflugsschiffe unterwegs“, weiß Kruse. An diese Tradition erinnert heute nicht mehr viel, wenn man sich die beiden Rümpfe anschaut. Der Verein hatte sie nach aufwendiger Recherche mit Hilfe des Schiffsregisters, einer Art Grundbuch für Schiffe, ausfindig gemacht. Die „Nixe“ wurde als Ausflugslokal genutzt, lag dazu seit 1990 in Premnitz an der Havel, aber auf dem Trockenen. Die „Winterhude“ nutzte ein Wassersportverein in Mühlheim an der Ruhr als schwimmendes Vereinsheim. Die Jahrzehnte haben in beiden Schiffsrümpfen deutliche Rostspuren erzeugt.

Zuletzt lagen die beiden jeweils rund 15 Tonnen schweren Schiffsrümpfe auf einer Werft in Dresden. Nach deren Insolvenz musste das Gelände geräumt werden. „Wir sind dann auf die Hitzler-Werft aufmerksam geworden und gehen davon aus, dass man hier im Konstruktionsbüro und im Schiffbau die nötigen Kenntnisse für so ein Sanierungsprojekt in denkmalgerechter Art hat“, berichtet Kruse. Er geht davon aus, dass es jetzt ein Jahr dauern wird, die nötigen Pläne zu erstellen. Sobald die von der Schiffsuntersuchungskommission abgesegnet wurden, könnte gebaut werden. „Wir brauchen natürlich grünes Licht, denn es ist schwer, nach historischem Vorbild ein Schiff aufzubauen, das den heutigen Bestimmungen entspricht“, sagt Kruse. Die Bauzeit dürfte dann noch einmal ein Jahr betragen. Kruse:

„Wenn alles klappt, hat die ‚Nixe‘, mit der wir starten wollen, 2015 wieder Wasser unter dem Kiel.“

Zurzeit liegen die „nackten“ Rümpfe in der Neubauhalle auf der Südwerft. „Der Schiffsstahl wurde noch in Dresden gesandstrahlt und grundiert“, berichtet Sven Albrecht, technischer Leiter des Vereins.

„Die Schiffe haben überhaupt nur so lange überlebt, weil die Qualität des verbauten Stahls erstklassig war. Wir wollen die alten Techniken nutzen, um die Schiffe neu aufzubauen.“ Frühere Schätzungen gingen für die „Nixe“ von Kosten in Höhe von 400 000 Euro aus. Was das Projekt tatsächlich kosten wird, steht erst nach der konkreten Planung des Hitzler-Konstruktionsbüros fest.

Stündliche Rundfahrten
An Bord der „St. Georg“ gibt es die Gelegenheit, eine Fahrt mit einem historischen Alsterdampfer zu erleben. Bis Anfang November legt der 137 Jahre alte Dampfer täglich von 10.45 Uhr bis 16.45 Uhr stündlich zur Alsterrundfahrt vom Jungfernstieg Anleger 4 ab. 2012 war der Dampfer an 252 Tagen auf der Alster in Fahrt und beförderte rund 33 600 Passagiere. Die „St. Georg“ ist das älteste betriebsfähig erhaltene Fahrzeug des Hamburger Nahverkehrs und zugleich das älteste Dampfschiff Deutschlands.

Timo Jann

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