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Lauenburg Zwei Stunden lachen mit Polizist „Herr Holm“
Lokales Lauenburg Zwei Stunden lachen mit Polizist „Herr Holm“
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20:27 14.03.2016
Als „Herr Holm“ begeisterte Dirk Bielefeldt zum 25-jährigen Bühnenjubiläum. Quelle: tja

„Holm ist mein Name, schön, dass Sie da sind.“ Die Begrüßung ist längst Routine für einen erfahrenen Schutzmann wie Herr Holm. Seit 25 Jahren mimt Dirk Bielefeldt den Hamburger Polizisten mit näselnder Stimme, mürrischem Blick, dicker Hornbrille und schleppendem Gang. „Mit unserer Infoveranstaltung versuchen wir einen Beitrag zur inneren Sicherheit zu leisten“, sagte der Ehrenkommissar der Hamburger Polizei zum Auftakt seiner Show im Mosaik-Veranstaltungszentrum — und legte gleich los. Schließlich lauere überall Gefahr. Das Beste aus 25 Jahren zeigte er vor 240 Gästen.

Holm befragte zunächst einige Zuschauer. „Ich mache mir da gleich mal ein paar Notizen für die örtlichen Kollegen“, erklärte er. Etwa über den einen Mann, der nicht mehr verhütet, weil er gar keinen Sex mehr hat. Oder über den, der Schuppen hat. „Ah, beidseitig“, stellte Holm fest. Die zu dem schuppigen Mann gehörende Frau wurde als „zickig“ registriert, weil sie ihren Mann nicht unterstütze.

Danach bot Holml die größten Lacher seiner Beamtenlaufbahn. Das alles drehte sich um den digitalen Tresen, der dank Kurbelaufzug die Zuständigkeit von ehemals 80 Zentimeter Tresenlänge pro Beamten deutlich vergrößert hätte. Untersuchungen hätten ergeben, so Holm, dass die meisten Männer beim Navigationssystem die weibliche Stimme auswählen würden. „Die Navi-Frau ist zurückhaltend“, lobte Holm.

„Die redet, erwartet aber nicht, dass man antwortet.“ Und er berichtete auch, wie er sich in die Gefühlswelt von Frauen eingearbeitet habe. „Da hat man plötzlich Sprüche drauf, wie 'Die Wohnung saugt sich nicht von selbst', sowas würde doch kein Mann sagen“, so Holm. Beiläufig unterrichtete der Polizist seine Gäste über die neuen Möglichkeiten der „taktilen Hinweise“. „Versuchen Sie mal, einem Randalierer die überzeugende Wirkung von Stockschlägen zu erklären“, sagte Holm. Die „taktilen Hinweise“ wären da hilfreich. Er warb außerdem für die PoKuKa, die Polizei-Kunden-Karte. „Für 175 Euro im Jahr kostet jedes Bußgeld nur noch die Hälfte“, so Holm. In der Gold-Version ist eine vierteljährliche Beamtenbeleidigung inklusive. „Zwei Mal geblitzt, einmal abgeschleppt, da hat sich das schon amortisiert“, rechnete Holm vor. Aber auch das neue Gesellschaftsspiel der Polizei, „Einer gegen alle“, stellte er vor — Pflastersteine zur Auslösung einer Straßenschlacht inklusive. Und für die Verkehrserziehung zeigte er Handpuppe Diddi. „Ist mir doch egal, wie die Gören über die Straße kommen“, zeigte Diddi sich wenig kooperativ. „Er ist noch in der Ausbildung“, bat Holm um Verständnis.

Zwei Stunden lang brachte er sein Publikum zum Lachen. Im Gespräch mit den LN zeigte sich Bielefeldt noch unschlüssig, wie lange es den Herrn Holm noch geben wird. „Es läuft ja“, freute sich Bielefeldt über den großen Erfolg. „Vielleicht mache ich irgendwann mal etwas ganz anderes. Musik oder etwas mit einem Kollegen.“

Nächste Spielzeit geplant

Für Ralf Storjohann, den Betreiber des Mosaik-Veranstaltungszentrums, ist Herr Holm nach wie vor ein Frequenzbringer. „Er hat den Abschluss der Spielzeit 2015/2016 gesetzt“, erklärte Storjohann. „Allein bei den drei letzten Vorstellungen hatten wir hier 1200 Gäste im Saal“, zog Storjohann eine positive Bilanz für das abgelaufene Programm. Im Herbst gehe es weiter. „Viele Auftritte sind bereits gebucht, andere plane ich gerade“, so der Mosaik-Betreiber.

Von Timo Jann

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