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Lauenburg Schwimmbad kostet 750000 Euro pro Jahr
Lokales Lauenburg Schwimmbad kostet 750000 Euro pro Jahr
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21:46 05.12.2018
Gutachter Dietmar Altenburg übergibt seine Studie an Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig und Amtsvorsteher Klaus Hansen. Quelle: Holger Marohn
Schwarzenbek

Ein neues Hallenbad in Schwarzenbek würde einen jährlichen Zuschussbedarf zwischen 400000 und 750000 Euro haben. Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die Stadt und Amt in Auftrag gegeben hatten. Etwa 150 Zuhörer verfolgten die Vorstellung des Gutachtens in der Aula des Gymnasiums in Schwarzenbek.

Zwei Varianten untersucht

„Bleiben Sie pragmatisch und bescheiden, aber machen Sie schnell“, forderte Bäderexperte und Unternehmensberater Dietmar Altenburg zum Abschluss seiner Präsentation. Und auch aus der Politik gab es eine klare Ansage: „Danke für den Klartext“, sagte Bernhard Böttel von den Freien Wählern Schwarzenbek. Und die Zuschauer forderte er auf, sich nun nicht in der Diskussion um Kleinigkeiten zu verlieren. Stattdessen sei die Politik nun gefordert, einer Grundsatzentscheidung zu fällen.

In gut 45 Minuten hatte Experte Altenburg, der nach eigenen Angaben im Jahr zwischen 30 und 40 Projekte im Bäderbau bundesweit betreut, zuvor die Einzelheiten seiner umfangreichen Untersuchungen vorgestellt. Danach kämen für Schwarzenbek aus seiner Sicht zwei Varianten in Frage: ein reines Lehrschwimmbad und ein etwas größeres Bad, dass auch einen Bereich zur Wassergewöhnung von Kleinkindern vorsieht. Außerdem stellte Altenburg die Kalkulation für ein ergänzendes Modus mit einem Sprungbecken und einem separaten Kursbecken vor.

Absage an Sauna und Gastronomie

Das reine Lehrschwimmbad mit einem Multifunktionsbecken mit drei gut 16 Meter langen Bahnen würde danach etwa 3,5 bis vier Millionen Euro ohne Grundstück und Erschließung kosten. Beim Betrieb würde unter Berücksichtigung des Kapitaldienstes ein jährliches Defizit von etwa 400000 Euro entstehen. Die größere Variante würde zwischen sechs- und sieben Millionen Euro kosten und aufgrund der höheren Personal- und Energiekosten einen Zuschussbedarf von etwa 750000 Euro haben.

Eine klare Absage erteilte Altenburg im Vorfeld geäußerten Wünschen nach einer Sauna. Diese würde nur den Zuschussbedarf deutlich in die Höhe treiben. Auch von einer Gastronomie oder Rutschen könne er nur abraten.

Dauerhaftes Defizit die Herausforderung

Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig zeigt sich von der Präsentation beeindruckt. „Das müssen wir jetzt erst einmal sacken lassen“, sagte die Bürgermeisterin, die von den Ergebnissen an dem Abend selbst auch zum ersten Mal erfahren hatte. Von der Tiefe der Studie sei sie sehr beeindruckt. „Wir müssen jetzt sehen, wo wir Fördermittel herbekommen.

Grundsätzlich hat bereits der Kreis signalisiert, den Bau eines Hallenbades im Süden des Kreisgebietes deutlich zu unterstützen. Auch vom Land sind Fördermittel für die Erstinvestition grundsätzlich für Hallenbäder in Aussicht gestellt. Unternehmensberater Altenburg wies jedoch darauf hin, dass nicht die Erstinvestition entscheidend sei, sondern das dauerhaft anfallende Defizit pro Jahr.

Holger Marohn

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