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Lübeck 100 Initiativen knüpfen ein Schutznetz für Asylsuchende
Lokales Lübeck 100 Initiativen knüpfen ein Schutznetz für Asylsuchende
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17:40 12.03.2016
Aleksandra Szczepanski-Müller und Philipp Köhler sind die neuen Koordinatoren. Quelle: Felix König
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Lübeck

Diese Zahl setzt ein deutliches Zeichen: Hundert Initiativen mit Angeboten für Flüchtlinge haben sich in den vergangenen Wochen bei der Stadt gemeldet und werden jetzt miteinander vernetzt. Die Projektpalette der Ehrenamtler ist breit gefächert: Deutschkurse, Berufsbildung, Begleitung zu Ämtern und Ärzten, familiäre Kontakte, Sport- und Freizeitprojekte.

Ziel in Lübeck ist es, die Kräfte zu bündeln. Alle Angebote der Initiativen für Flüchtlinge werden in absehbarer Zeit blitzschnell sichtbar gemacht. Per Klick soll jedermann die Möglichkeit erhalten, auf einer „Integrationslandkarte“ im Internet zu erkunden, welche Angebote es für Flüchtlinge wo in Lübeck gibt. Diese Karte wird bis 2018 für ganz Schleswig-Holstein aufgebaut.

Mitte Januar war das Großprojekt, das Ehrenamtlern in der Flüchtlingshilfe Rückendeckung und Unterstützung geben soll, vorgestellt worden. Initiatoren sind Anke Seeberger, Leiterin der städtischen Stabstelle Integration und Koordination der Flüchtlingshilfe, Sabriye Bücücüler von „Elele Lübeck“, Inga Gottschalk vom Migranten-Forum, Dr. Peter Delius vom Lübecker Bürgerkraftwerk „ePunkt“ und Antje Peters-Hirt vom Verein „KlopfKlopf — Lübeck ist weltoffen“.

Der Aufbau des Lübecker Flüchtlingsnetzwerks wird vom Land unterstützt. Für ganz Schleswig-Holstein gibt es mittlerweile 35 vom Land finanzierte Koordinatoren der Flüchtlingshilfe. Koordinatoren in Lübeck sind die Politikwissenschaftlerin und Germanistin Aleksandra Szczepanski-Müller (34) und der Politikwissenschaftler und Soziologe Philipp Köhler (30). Beide werden künftig das Netz der Flüchtlingshilfe in der Hansestadt immer enger knüpfen. Für die beiden Planstellen im Lübecker Fachbereich Wirtschaft und Soziales gab es 230 Bewerber.

Für Aleksandra Szczepanski- Müller ist die neue Aufgabe eine „Herzensangelegenheit“. Sie sei selbst als Aussiedlerin „durch Lager gegangen“ und wisse, wie sich das anfühle. Geboren im polnischen Sopot kam sie als Kind mit ihrer Familie als Spätaussiedlerin nach Deutschland. Ihr erstes Aufnahmelager war Friedland. Seit 1989 lebt sie in Lübeck. Flüchtlingen in dieser Stadt Wege zur Integration zu weisen und ein Hilfsnetz aufzubauen, nennt sie einen „Traumjob“. Der gebürtige Hannoveraner Philipp Köhler hat für seine Arbeit einen „ganz pragmatischen Ansatz“. In Hamburg hat er Erstaufnahmestellen für 800 bis 1000 Flüchtlinge mit aufgebaut. Mit zwei Sätzen beschreibt er die Bedeutung der Flüchtlingshilfe: „Ich weiß, was passiert, wenn 800 Menschen zehn Tage lang keine Waschmaschine haben.“ Und: „Ich weiß, was passieren kann, wenn 3500 Menschen keinen vernünftigen Sprachzugang zu wichtigen Institutionen in Lübeck haben.“

Stabsstelle koordiniert Flüchtlingshilfe

Ehrenamtler, Initiativen und Organisationen, die Teil des neuen Lübecker Netzwerkes der Flüchtlingshilfe werden wollen, können sich per E-Mail oder Twitter an die Lübecker Koordinatoren wenden: aleksandra.szczepanski-mueller@luebeck.de, philipp.koehler@luebeck.de, www. twitter.com/hlkoordinatoren.

Aleksandra Szczepanski-Müller und Philipp Köhler, die ihre Ämter Mitte Januar und Anfang März antraten, haben ihr Büro in der Stabsstelle Integration — Koordinierung Flüchtlingshilfe, die von Anke Seeberger geleitet wird. Die Koordinatoren werden vom schleswig-holsteinischen Innenministerium bezahlt. Die Stabsstelle in der Kronsforder Allee 2-6 gehört zum Fachbereich Wirtschaft und Soziales von Senator Sven Schindler (SPD).

Von tt

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