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Lübeck 100 Mitarbeiter im Warnstreik
Lokales Lübeck 100 Mitarbeiter im Warnstreik
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22:08 06.04.2016
Für zwei Stunden gingen gestern Vormittag Mitarbeiter des Verwaltungszentrums Mühlentor in den Warnstreik. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
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Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes wird der Ton rauer. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di warf dem Verband der kommunalen Arbeitgeber (VKA) gestern eine „Missachtung der Beschäftigten vor“. Etwa 100 Mitarbeiter waren am Vormittag vor dem Verwaltungszentrum Mühlentor zwischen 10 und 12 Uhr in den Warnstreik getreten.

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Ver.di wirft kommunalen Arbeitgebern „Missachtung“ der Beschäftigten vor.

Ver.di fordert in den Tarifverhandlungen unter anderem eine Erhöhung der Mitarbeiterentgelte um sechs Prozent, eine Erhöhung der Entgelte für Auszubildende und Praktikanten um 100 Euro und eine unbefristete Übernahme aller Auszubildenden. Massive Kritik wurde beim Lübecker Warnstreik an der „Drohung der Arbeitgeber“ geübt, „das Leistungsniveau bei der Zusatzversorgung zu senken“. Das sei angesichts sinkender Leistungen der gesetzlichen Rente ein Affront gegen alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Dass die kommunalen Arbeitgeber bislang noch kein Angebot vorgelegt hätten, werte man als Zeichen für eine „geringe Wertschätzung der Arbeitnehmer“.

Ver.di-Betreuungssekretärin Barbara Kammer betonte, die Zusatzversorgung (betriebliche Rente) dürfe nicht angetastet werden. Sie sei vor allem für viele Mitarbeiter des mittleren Dienstes unverzichtbar für eine auskömmliche Alterssicherung. Für manche Mitarbeiter mit geringem Einkommen sei die Zusatzversorgung höher als die Rente selbst.

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hat die Forderung nach sechs Prozent mehr Entgelt für die Beschäftigten zurückgewiesen. Für die Hansestadt bedeute jedes Prozent zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro Mehrausgaben.

Die Gewerkschaft sagte, sie wolle mit dem Warnstreik „nicht die Verwaltung lahmlegen, sondern ein Zeichen setzen und den Mitarbeitern Mut machen“. Dass die Arbeitgeber bislang auf keine Forderungen von Ver.di eingegangen seien, sei eine Zumutung.

Mitarbeiter des Verwaltungszentrums Mühlentor warnten davor, die finanziellen Leistungen weiter einzuschränken und beklagten unzureichende Arbeitsbedingungen. „Wir wollen nicht schlechter gestellt werden“, sagte Irmtraud Hadeler (61). „Die Bedingungen sind nicht optimal“, kritisierte Torben Schwark (35). „Für die Mitarbeiter passiert zu wenig. Viele Stellen wurden gekürzt. Diese fehlen jetzt auch.“ Eine Mitarbeiterin beklagte die geringe Beteiligung am Warnstreik: „Ich bin traurig und irritiert über die geringe Teilnahme.“

Die Tarifverhandlungen begannen Mitte März. Am kommenden Montag und Dienstag findet die zweite Tarifrunde statt, am 28. und 29. April ist die dritte Runde geplant. Am heutigen Donnerstag wollen die Beschäftigten der Kreisverwaltung Ostholstein in Eutin für zwei Stunden in den Warnstreik treten.

Von tt/dad

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