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Lübeck 1000. Schülergruppe im Lübecker offenen Labor
Lokales Lübeck 1000. Schülergruppe im Lübecker offenen Labor
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11:16 26.01.2017
Eric (17, v. l.), Hannah (17), Mathilda (17) und Bjarne (17) von der Inselschule Fehmarn pipettieren im Lola. Quelle: Jan Dresing
St. Jürgen

Die 17 Schüler der Inselschule Fehmarn tragen alle Weiß: Schutzkittel gehören nämlich genauso wie Handschuhe zur Standard-Ausrüstung im Labor. Die Jugendlichen sind die 1000. Schülergruppe, die das Lübecker offene Labor (Lola) besuchen.

Gleichzeitig untersuchen sie, wie viel wir eigentlich noch mit dem Neandertaler gemeinsam haben. „In der Schule ist es nicht möglich, solche Experimente zu machen“, sagt Bjarne (17). „Es ist toll, einmal Laboratmosphäre genießen zu können.“ Grundlage für das Experiment bildet DNA-Material des Neandertalers, der 1856 bei Düsseldorf gefunden wurde. „Zwei bis vier Prozent unserer Gene sind Neandertaler-Gene“, erklärt Diplom-Biologin Kirsten Tiedemann (48), die den Kurs leitet.

Am Vortag haben die Schüler des naturwissenschaftlichen Profils der Q1 bereits das Labor kennengelernt. Im Mittelpunkt stand allerdings die Isolation der eigenen DNA aus Zellen der Mundschleimhaut.

„Das ist immer spannend für die Schüler“, betont Kirsten Tiedemann. „Sie sind motiviert, weil sie endlich etwas praktisch machen dürfen.“

Damit alles klappt, werden die Jugendlichen von zwei Wissenschaftlern betreut. Denn auch das Pipettieren will gelernt sein: Mitunter werden Mengen von einem Mikroliter, sprich einem Millionstelliter, übertragen. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Zunächst üben die Schüler mit blauer Tine.

Die Inselschule zählt zu den Stammgästen im Lola. Im März 2002 nahm das Labor seine Arbeit auf, seit Sommer 2002 kommen die Fehmaraner. „Anders als andere Veranstaltungen ist der Besuch im Lola im Jahresturnus festgeschrieben“, erklärt Lehrerin Kirsten Schulz. „Hier können die theoretischen Inhalte aus dem Unterricht praktisch bewiesen werden.“

Lola-Leiterin Dr. Bärbel Kunze sagt: „Es macht Spaß, Wissen in verständlicher Weise in die Öffentlichkeit zu tragen.“ Schüler der Klassen 8 bis 13 können im Lola selbstständig experimentieren und Erfahrungen sammeln. Gefördert wird die Arbeit des Labors durch die Possehl-Stiftung. „Die Wissenschaft wird unser Leben zukünftig stark beeinflussen“, betont die 56-Jährige. „Die Biologie entwickelt sich rasant weiter. Junge Menschen müssen darüber informiert werden.“

Dass sie nun im Jahr des 15. Geburtstages des Lola die 1000. Schülergruppe begrüßen konnte, macht sie sichtlich stolz. „Wir möchten den naturwissenschaftlichen Unterricht da unterstützen, wo es die Schulen – auch von der technischen Ausstattung her – nicht leisten können.“

jad

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