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Lübeck 2,3 Millionen für Uni-Projekt
Lokales Lübeck 2,3 Millionen für Uni-Projekt
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20:57 15.01.2018
Durch die optische Kohärenztomographie können Tumorgrenzen während der Operation extrem schnell erfasst und visualisiert werden. Quelle: Foto: Hfr
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Lübeck

Durch die optische Kohärenztomographie (OCT) in der Neurochirurgie können Tumorgrenzen und die sensible Gefäßarchitektur im Kopf während der OP extrem schnell erfasst und visualisiert werden.

Beteiligt sind die Uniklinik für Neurochirurgie, das Uni-Institut für Biomedizinische Optik und das Medizinische Laserzentrum Lübeck. Die Förderung durch das Bundesforschungsministerium beträgt genau 2,291 Millionen Euro bis September 2020.

Im Lübecker Projekt geht es darum, das gängige Verfahren der Fluoreszenz während der OP mit zwei neuen unterschiedlichen intraoperativen Bildgebungsverfahren zu vergleichen. Dies ist einerseits die bereits in der Neurochirurgie als Prototyp vorhandene optische Kohärenztomographie (OCT). Sie stellt dem Chirurgen einen Tiefenquerschnitt dar. Außerdem wird mit einem innovativen Hochfrequenz-OCT gearbeitet, das Prof. Robert Huber, Leiter des Teilprojekts des Instituts für Biomedizinische Optik, entwickelt hat (die LN berichteten).

Das extrem schnelle Hochfrequenz-Laserverfahren der neuesten Generation hat den Vorteil, dass das OP-Feld in 3-D in Echtzeit dargestellt werden kann. Durch eine höhere Wellenlänge hat man zudem eine deutlich niedrigere Gewebe-Streuung, wodurch eine höhere Gewebeeindringtiefe erreicht wird. Darüber hinaus soll die optische Darstellung von Blutgefäßen erreicht werden. Im klinischen Umfeld werden beide Methoden bezüglich ihrer Empfindlichkeit und Spezifität zur Tumorerkennung mit der Fluoreszenz-Methode verglichen.

Diese Aufgabe wird zusammen mit der Klinik für Neurochirurgie von Dr. Ralf Brinkmann und seinem Team am Medizinischen Laserzentrum Lübeck verfolgt. Darüber hinaus wird im Verbund auch erarbeitet werden, wie 3-D-Volumendaten dem Operateur optimal in Echtzeit visualisiert werden können, um die aktuellen Tumorgrenzen kontinuierlich anzupassen.

Bundesweit werden etwa 43000 Krebs-Neuerkrankungen im zentralen Nervensystem (ZNS) pro Jahr diagnostiziert. Je radikaler der Neurochirurg den Tumor entfernt, desto seltener treten lokale Tumorrezidive auf. Problematisch dabei: die oft mangelhafte Erkennbarkeit von Tumor, Gefäßverläufen und Tumorgrenzen in Abgrenzung zum gesunden Gehirngewebe. Zur Tumordarstellung werden üblicherweise OP-Mikroskop und fluoreszierende Farbstoffe genutzt. Weitere Hilfsmittel sind der intraoperative Ultraschall und die Kernspintomographie.

LN

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