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Lübeck 20 Flüchtlinge fassen Fuß im Beruf
Lokales Lübeck 20 Flüchtlinge fassen Fuß im Beruf
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20:47 12.09.2016
Start des Projektes: Helmut Braasch (r.) mit jungen Flüchtlingen und Ipet-Förderern. Quelle: Wolfgang Maxwitat

 Und sie werden hier gebraucht, weil das Handwerk derzeit Mühe hat, Lehrstellen zu besetzen.

„Wir suchen händeringend nach Fachkräften.“Projektleiter Helmut Braasch

Das Integrationsprojekt Elektrotechnik wurde maßgeblich von dem Ehrenobermeister der Elektroinnung Peter Bode und dem pensionierten Studiendirektor Helmut Braasch auf den Weg gebracht und erhält von der Emil-Possehl-Schule, der Arbeitsagentur und der Volkshochschule starke Rückendeckung – und von der Possehl-Stiftung mit einem hohen fünfstelligen Betrag finanzielle Unterstützung.

Die jungen Leute wollen sich nach langer Flucht vor Terror und Krieg 4000 bis 12000 Kilometer von ihrer Heimat entfernt beruflich qualifizieren. Zehn Lehrer, darunter viele pensionierte, helfen ihnen dabei. Dabei geht es nicht nur um berufliche Qualifizierung, sondern um eine umfassende Integration. In der Emil-Possehl-Schule lernen die Flüchtlinge allgemeines und fachbezogenes Deutsch, sie büffeln Informatik am Bildschirm und erhalten die Fachpraxis der Elektrotechnik in der Werkstatt. Weitere Fächer sind Wirtschaft und Politik, Religion und Kultur und Sport. Der Schulunterricht wird ergänzt durch Betriebspraktika in Unternehmen der Elektroinnung. Zusätzlich gibt es noch eine sozialpädagogische Betreuung. Im kommenden Sommer müssen alle 20 Schüler einen Deutschkurs bestehen. Er ist die Voraussetzung für die Lehre. Einen Lehr-Vorvertrag erhalten die jungen Männer bereits in fünf Monaten.

Projektleiter Helmut Braasch, 33 Jahre lang Lehrer an der Emil- Possehl-Schule, betonte gestern beim Start: „Wir wollen, dass sich die Flüchtlinge in unserer Gesellschaft zurechtfinden. Und die Gesellschaft muss sehen, dass es vorangeht mit der Integration.“

Man wolle den Flüchtlingen eine Brücke bauen, sagte Jörn Krüger, Leiter der Emil-Possehl-Schule. Die Duale Berufsausbildung sei ein großes Pfund und eine gute Grundlage für eine berufliche Existenz in den Heimatländern der Flüchtlinge. Doch ob Deutschland auf die jungen Leute nach ihrer Ausbildung verzichten möchte, darf bezweifelt werden. Braasch: „Wir suchen händeringend Fachkräfte.“

 Torsten Teichmann

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