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Lübeck 2017: Freie Posten in der Bauverwaltung
Lokales Lübeck 2017: Freie Posten in der Bauverwaltung
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07:50 07.10.2016
Seit 13 Jahren Bausenator: Franz-Peter Boden (64) hat den Posten seit Mai 2003 inne. Die Bürgerschaft hat die Wahl eines Nachfolgers nicht auf die Reihe bekommen. Daher ist Boden bis April 2017 im Amt. Quelle: Malzahn

Als oberster Chef geht Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) Ende April in den Ruhestand - nachdem er schon zwei Jahre verlängert hat. Ende Januar wählt die Bürgerschaft einen Nachfolger.

Kritik kommt von der CDU. Sie hat dabei das Personalmanagement von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) im Fokus. „Das Problem ist die Widerbesetzungssperre des Bürgermeisters“, kritisiert Christopher Lötsch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses. Denn neun Monate lang bleibt jede frei werdende Stelle in der Stadtverwaltung unbesetzt – außer die Senatorenposten. Das spart Geld. „Entscheidende Stellen können nicht so lange unbesetzt bleiben“, sagt Lötsch. „Das kann im Chaos enden.“

Gleich zu Jahresbeginn geht es Schlag auf Schlag in der Bauverwaltung. Ende Januar verlässt Stefan Klotz die Hansestadt und wechselt nach Hamburg. Als Bereichsleiter Verkehr und Stadtgrün hat der 47-Jährige einen der wichtigsten Posten in der Bauverwaltung mit knapp 400 Mitarbeitern inne. Er ist verantwortlich für alle großen Bauprojekte wie Brücken und Straßen. Zum gleichen Zeitpunkt geht auch Herbert Schnabel. Er koordiniert die Metropolregion Hamburg, war zuvor Leiter der Stadtplanung. Einen Monat später geht Marianne Neitzke in den Ruhestand – wichtige Controllerin im Bauamt. Dann verlässt Ende März Verkehrsplaner Helmut Schünemann die Stadt. Er hat die Verkehrsplanung der Stadt jahrzehntelang geprägt und seinen Ruhestand schon um ein paar Jahre hinausgeschoben.

Doch damit nicht genug. In der zweiten Jahreshälfte gehen weitere Mitarbeiter in verantwortlicher Position. Ende Juli verlässt Rainer Schellenberger das Gebäudemanagement. Als stellvertretender Leiter kennt er wie kaum ein anderer die Gebäude der Stadt und ihre Probleme – vor allem die des altehrwürdigen Rathauses. Die stellvertretende Leiterin der Stadtplanung geht dann Ende November in den Ruhestand. Anne-Kathrin Lorenzen hat vor allem die Entwicklung auf dem Priwall betreut – den Bau der dänischen Ferienhäuser des Investors Sven Hollesen und auch sein Millionen-Projekt Priwall Waterfront.

Für Verkehrsexperte Ulrich Pluschkell (SPD) ist der Weggang so vieler Mitarbeiter ein „generelles Problem der geburtenstarken Jahrgänge“. Er ist sich sicher, dass die Bauverwaltung dennoch handlungsfähig bleibt. „Senatoren und Abteilungsleiter gehen – die Verwaltung bleibt bestehen“, zitiert Pluschkell einen Spruch aus dem öffentlichen Dienst. Auch Harald Quirder, baupolitischer Sprecher der SPD, sagt: „Ein bisschen von dem Wissen geht, aber neue Leute bringen auch frischen Wind.“ Ähnlich sieht es Bausenator Boden: „Es ist immer ein Verlust an Wissen, aber es kommt neues Wissen hinzu.“ Außerdem habe sein Nachfolger dann „die Chance, auch nach seinem Gusto Mitarbeiter einzustellen“, sieht Boden die Sache positiv. Er meint: „Wenn man neu ist, ist es gut, auch ein paar neue Pferde im Stall zu haben.“

 Josephine von Zastrow

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