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Lübeck 29 Einbrüche in Lübecker Baumärkte: 55-Jähriger stellt sich der Polizei
Lokales Lübeck 29 Einbrüche in Lübecker Baumärkte: 55-Jähriger stellt sich der Polizei
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19:51 01.04.2016
Vor allem die Bauhaus-Filialen in Lübeck waren von der Einbruchsserie betroffen, aber auch der Hagebau an der Lohmühle wurde von dem Einbrecher offenbar nicht verschont. Quelle: pah
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Lübeck

Ende einer spektakulären Diebstahlserie: Ein 55-jähriger Lübecker hat gegenüber der Kriminalpolizei eingeräumt, seit Januar 2015 insgesamt 29 Mal in Baumärkte im ganzen Stadtgebiet eingebrochen zu sein. Diese hatten seitdem immer wieder versucht, den Einbrecher entweder durch noch bessere Sicherheitstechnik fernzuhalten oder aber ihn auf frischer Tat zu ertappen.

Der Mann sei jedes Mal „mit einer regelrechten Gelassenheit vorgegangen“, sagt Werner Heimann, Marktleiter vom Bauhaus an der Lohmühle. „Er schien die Technik ganz gut zu kennen.“ Auf den Überwachungsbändern des Marktes war er immer wieder in einem Kapuzenpullover zu sehen, nachdem er zuvor über ein Fenster eingestiegen war.

Zielstrebig, aber ohne Hast, sei der Einbrecher zu den teuersten Bohrmaschinen im Wert von mehreren Hundert Euro gegangen und habe sich ein paar davon gegriffen – höchstens vier bis fünf Minuten dauerten die Aktionen jeweils. Heimann: „Er muss gewusst haben, wie viel Zeit er hat, ehe der Sicherheitsdienst und die Polizei da sind.“

Laut Heimann schlug der Täter seit Oktober zehn Mal in Lübecks Bauhäusern zu: sechs Einbrüche gab es in der Filiale in Buntekuh, drei in der Ratzeburger Allee und zuletzt einen im März an der Lohmühle. „Seitdem war zum Glück Ruhe“, sagt Heimann.

Doch nicht nur Bauhaus geriet offenbar in den Fokus des 55-Jährigen: Auch der Hagebaumarkt an der Lohmühle verzeichnete drei Einbrüche – immer durch dieselbe Glastür. „Haben wir das untere Drittel mit einem Gitter versehen, schlug er die Mitte ein“, sagt Filialleiter Jens-Dieter Haß. Zuletzt besaß der Einbrecher sogar die Chuzpe, per Leiter durch das letzte verbliebene Glas-Drittel über der eigentlichen Tür einzusteigen.

„Bei uns kam unter anderem eine über 1200 Euro teure Kettensäge abhanden – Spezialware“, sagt der stellvertretende Marktleiter Henning Bock. Die könne der Täter so eigentlich nicht weiterverkaufen. „Es sei denn, er hat einen entsprechenden Interessenten.“

Und genau so schien es offenbar gewesen zu sein. Laut Polizeisprecher Dierk Dürbrook habe der 55- Jährige die Werkzeuge gestohlen und sie danach an einen Hehler weiterverkauft. „Damit finanzierte er sich seine Unterkunft und den Lebensunterhalt“, sagt Dürbrook. Der Mann ist offenbar arbeitslos und hat kein Geld. Mit den Einnahmen aus den Einbrüchen habe er sich jedes Mal aufs Neue wieder für eine Zeit „über Wasser halten können“.

Doch trotz der enormen Zahl von 29 Einbrüchen gelang es der Polizei seit Anfang 2015 nicht, den 55-Jährigen auf frischer Tat zu ertappen. Stattdessen stellte der Täter sich am Donnerstag gegen 2.30 Uhr auf einer Wache.

„Er habe sein Leben so nicht mehr weiterführen können“, nennt Dürbrook die Beweggründe des Lübeckers, warum dieser nun plötzlich aufgab. Außerdem fügt der Behördensprecher hinzu, dass „sicher auch der Ermittlungsdruck dazu beigetragen“ habe. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der 55-Jährige inzwischen in Untersuchungshaft genommen.

Parallel zu den polizeilichen Ermittlungen hatten aber auch die Baumärkte bereits eigene Maßnahmen ergriffen. „Wir haben selbst nachgerüstet“, bestätigt Bauhaus- Filialleiter Heimann. Die Türen wurden stärker geschützt, der Sicherheitsdienst patrouillierte noch häufiger. Auch Hagebau besserte nach – unter anderem mit den vergitterten Türen. Außerdem überlegten beide Baumarkt-Leiter zuletzt, gemeinsam eine Belohnung für den entscheidenden Hinweis auszusetzen.

Nun muss geprüft werden, welche Einbrüche auf das Konto des 55-Jährigen gehen. In Buntekuh bestätigt ein großer Baumaschinen-Verleih gegenüber den LN ebenfalls drei Einbrüche seit Oktober, ein weiterer Baumarkt im selben Gewerbegebiet eine Tat Anfang dieses Jahres. Hagebau-Chef Haß bezeichnet die jetzige Festnahme jedenfalls als „beruhigend“ und hofft, dass es der richtige Einbrecher ist. So denkt auch sein Bauhaus-Kollege Heimann: „Das wäre eine wirklich gute Nachricht.“

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