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Lübeck 80 Jahre alte Linde am Steilufer angesägt
Lokales Lübeck 80 Jahre alte Linde am Steilufer angesägt
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17:52 25.11.2013
Förster Stefan Zink kann so etwas nicht verstehen: Eine 80 Jahre alte Linde (etwa 20 Meter hoch) in Lübeck-Travemünde ist in der Straße Helldahl von unbekannten Tätern nahezu durchgesägt worden. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Travemünde

Gemeingefährliche Tat in Travemünde: Vermutlich in der Nacht zum Dienstag sägte ein unbekannter Täter eine 20 Meter hohe Linde in der Straße Helldahl nahezu durch. Der 80 Jahre alte Baum oberhalb des Brodtener Ufers hätte jederzeit umstürzen können. Die Linde stand direkt an der dort beginnenden Steilküste oberhalb des Hundestrandes. Sie wurde gestern Nachmittag von Mitarbeitern des Bereichs Stadtwald gefällt.

Für Förster Stefan Zink ist diese Tat, die „an Dreistigkeit und Unverfrorenheit nicht zu überbieten ist“, kein Dummer-Jungen-Streich. Der Verdacht, so Zink, liege nahe, dass „jemand einen freien Blick auf die Ostsee haben wollte“. Bereits vor zwei Jahren war nur 20 Meter von der Linde entfernt ebenfalls ein Baum angesägt worden. Auch er musste aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Zink will Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstatten: „Da hat jemand billigend die Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen.“ Diese Tat sei nicht nur Sachbeschädigung, sondern „eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“.

Maike Fischer, Verwalterin der Wohnanlage Helldahl 12-16, äußerte sich gestern bestürzt über die Tat: „Das ist ganz furchtbar.“ Sie sei am Dienstagfrüh von mehreren Wohnungseigentümern alarmiert worden, die den tiefen Sägeschnitt am Baum entdeckt hatten. Einiges spricht dafür, dass der Baum nicht mit einer schweren Motorsäge malträtiert wurde, sondern mit einem größeren Akku-Fuchsschwanz.

Denn der Sägeschnitt war relativ schmal. Außerdem berichtet keiner der Anwohner über nächtlichen Lärm, den eine Kettensäge unweigerlich verursacht hätte.

„Wer kommt denn auf so eine saublöde Idee“, empört sich Claus Ueter. Täglich geht der 73-Jährige, der eine Zweitwohnung in der Kaiserallee besitzt, mit seinem Hund am Baum vorbei. „Als ich die Schnittstelle sah, habe ich unverzüglich die Polizei alarmiert“, sagt Ueter.

„Das ist hochkriminell“, äußerte sich Urlauber Jürgen Hanowski (64) aus Berlin fassungslos über den Baumfrevel. Und seine Frau Elisabeth-Maria (67) fügte ebenfalls erschüttert hinzu: „Der Täter hat Menschenleben gefährdet, eine Windboe, und der Baum wäre umgestürzt“.

Der Umwelttrupp der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, teilte Polizeisprecher Stefan Muhtz mit. Die Ermittler bitten um Hinweise von Zeugen. Wer etwas beobachtet oder gehört hat, wird gebeten, sich mit der Polizei unter der Telefonnummer 04 51/ 13 10 in Verbindung zu setzen.

Torsten Teichmann

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