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Lübeck 800 000 Euro Sanierung: Theater kümmert sich selbst ums Geld
Lokales Lübeck 800 000 Euro Sanierung: Theater kümmert sich selbst ums Geld
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21:16 25.05.2016
Runderneuerung am Theater: Kulturfans und die Possehl-Stiftung finanzieren die Sanierung der Bühnentechnik. Quelle: Fotos: Malzahn, Theater, Maxwitat

Selbst ist das Theater: Das Haus an der Beckergrube finanziert seine Sanierung aus eigener Kraft, indem es fleißig Spenden sammelt. 800 000 Euro kostet die Erneuerung der Bühnentechnik im Großen Haus und den Kammerspielen. 600000 Euro hat Theaterchef Christian Schwandt bereits zusammen. Davon sind 50000 Euro für andere Sanierungsarbeiten vorgesehen. Jetzt fehlen Schwandt noch gut 200000 Euro. Den größten Teil der Spenden hat die Possehl-Stiftung mit 400000 Euro gestemmt. Das andere Geld kommt durch 15 Privatleute zusammen, die teilweise tief ins Portemonnaie gegriffen haben.

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Die Bühnentechnik wird runderneuert – Fast zwei Drittel der Finanzierung stehen.

Das Budget

22,1 Millionen Euro beträgt das jährliche Gesamtbudget des Stadttheaters. Es wird finanziert vom Land (10,2 Millionen Euro), der Stadt (8,3 Millionen Euro) und hat selbst Einnahmen von 3,6 Millionen Euro. Am Theater gibt es 280 Vollzeitstellen. Die Mitarbeiter stemmen jede Saison 520 Aufführungen und bringen 25 Premieren auf die Bühnen.

„Wir haben eine sehr kulturaffine Bevölkerung“, freut sich Schwandt über die große Unterstützung. Innerhalb von nur fünf Monaten ist das Geld zusammengekommen. „Ich hätte nie gedacht, dass das so schnell funktioniert“, sagt Schwandt. Ein Grund dafür: Das Theater ist derzeit extrem erfolgreich, sahnt etliche Preise ab – von 2011 bis 2015 vier Stück. Und immerhin werden 172 000 Theaterbesucher in dieser Saison erwartet.

Die Bühnentechnik wird in drei Abschnitten saniert. Jeweils in der spielfreien Sommerzeit 2016, 2017 und 2018 wird sie erneuert. Das bereits eingesammelte Geld reicht für dieses und nächstes Jahr.

Bei den Arbeiten geht es konkret um die sogenannte Obermaschinerie – über der Bühne sorgt sie für das Bewegen von Bühnenbild und Kulissen. Mithilfe von Zügen können diese nach oben und unten bugsiert werden. Gesteuert wird das Ganze via Computer. Doch die Technik ist 20 Jahre alt und stammt aus der Zeit, als das Theater 1996 nach der Generalüberholung des Hauses an der Beckergrube eröffnet wurde. Noch bricht die Obermaschinerie nicht zusammen, aber es ist absehbar, dass sie nicht mehr ewig hält. „Wir wollen die Sanierung planvoll angehen“, sagt Schwandt; bevor ihm so ein Desaster passiert wie bei der Musik- und Kongresshalle (MuK). Dort sperrte die Stadt von heute auf morgen den Konzertsaal, weil die Decke einsturzgefährdet war. Jetzt muss das gesamte Bauwerk für 22,3 Millionen Euro saniert werden.

Das soll am Theater nicht passieren. Dort gibt es einen Sanierungsplan. Von 2010 bis 2018 müssen 2,6 Millionen Euro in die Gebäude investiert werden. Davon wurden bereits 1,66 Millionen Euro verbaut.

Die Stadt hat 1,1 Millionen Euro bezahlt, das Theater selbst hat 560000 Euro aufgebracht. Die restlichen 940 000 Euro des Sanierungsbedarfs setzen sich zusammen aus den 800 000 Euro für die Obermaschinerie sowie vielen kleinen Dingen. Beispielweise neuen Stühlen im Großen Haus. „Wir haben einen Sanierungsstau“, sagt Schwandt. Wie bei der MuK ist das Konstrukt etwas kompliziert. Das Haus gehört der Stadt, das Innenleben der Theater GmbH. Wer nun genau wofür zuständig ist, darüber kann viel diskutiert werden. Fakt ist: Das Theater zahlt jährlich rund 400000 Euro Miete an die Stadt.

Das Haus an der Beckergrube hat 5000 treue Abonnenten, die sich selbst kümmern. So hat ein Theaterfan auf eigene Initiative Manager in der Stadt angeschrieben, ob sie für die anstehende Sanierung der Bühnentechnik spenden würden. Offenbar mit großem Erfolg. Oder: Theatergänger geben Geld, damit die Stühle in den Zuschauerreihen erneuert werden. Oder: Sie schreiben einen Brief und legen einen 2000-Euro- Scheck bei. „Uns geht es derzeit relativ gut“, ist Schwandt zufrieden.

Aber er weiß auch: Das kann sich ändern. Er braucht 2017 zusätzlich 300 000 bis 350000 Euro für die beschlossene Tarifsteigerung im öffentlichen Dienst von knapp fünf Prozent. Die Bürgerschaft muss im November entscheiden, ob sie den Zuschuss ans Stadttheater erhöht.

Josephine von Zastrow

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