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Lübeck 90 Bootsmotoren gestohlen: Drei Männer festgenommen
Lokales Lübeck 90 Bootsmotoren gestohlen: Drei Männer festgenommen
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11:14 19.01.2017
Neben dem 52-jährigen Tatverdächtigen ermittelte die Polizei noch einen 37-Jährigen und zwei 26-jährige Männer aus dem Großraum Stettin als Verdächtige des schweren Bandendiebstahls.
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Lübeck

Aufatmen an der ostholsteinischen Küste. Eine fast schon unheimliche Serie an Bootsmotoren-Diebstählen scheint aufgeklärt. Die Polizei hat vier Männer festgenommen. Sie stehen in dringendem Tatverdacht, ihr Diebesgut nach Polen transportiert zu haben. Allein im Bereich Fehmarn, Grömitz und Großenbrode wurden seit dem Frühjahr 2016 nach bisherigem Ermittlungsstand mindestens 90 Bootsmotoren gestohlen. Die bislang nachgewiesene Schadenshöhe liegt nach Polizeiangaben bei etwa 200 000 Euro.

1000 bis 1300 Diebstähle von Bootsmotoren gibt es jährlich in Deutschland. Der Yachtversicherungs-Spezialist Pantaenius (Hamburg) beruft sich auf eine Auswertung der Wapo.

2002 startete Pantaenius gemeinsam mit der Wapo eine erfolgreiche Gravuraktion an Außenbordern und anderem Bootszubehör. Sie wurde Ende 2013 in Schleswig-Holstein eingestellt.

Jetzt gelang der Polizei ein spektakulärer Erfolg. Auf Grund einer Zeugenbeobachtung ergab sich ein Tatverdacht gegen einen auf Fehmarn wohnhaften 52-jährigen Mann. Im Rahmen intensiver Ermittlungen durch die Kriminalpolizei Oldenburg und das Kommissariat 2 der Bezirkskriminalinspektion Lübeck konnte, so gestern Polizeisprecher Dierk Dürbrook, „eine Bandenstruktur“ festgestellt werden. Konkret:

Neben dem 52-jährigen Tatverdächtigen ermittelte sie noch einen 37-Jährigen und zwei 26-jährige Männer aus dem Großraum Stettin als Mittäter der schweren Bandendiebstähle.

Gestern nannte die Polizei weitere Details. Zu den Diebstählen reisten die Täter aus Polen an. Unter anderem brachen sie auch in Winterlager ein, um an die Bootsmotoren zu gelangen. Weiterhin wurden Taten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg begangen. Ihr Diebesgut haben sie teilweise in der Feldmark versteckt und nach wenigen Tagen nach Polen transportiert.

Den ersten Polizeierfolg gab es bereits zum Jahresende. Am 30. Dezember nahm die Polizei einen der 26-jährigen Täter auf dem Weg nach Polen in Brandenburg mit einem in Großenbrode gestohlenen VW-Pritschenwagen und zwei Bootsmotoren fest. Er wurde auf Grund eines durch die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder erwirkten Haftbefehls in Untersuchungshaft genommen.

Nachdem die Ermittlungen einen dringenden Tatverdacht auch gegen die drei anderen Mittäter ergeben hatten, erließ das Amtsgerichts Lübeck auf Antrag der Staatsanwaltschaft am 13. Januar Untersuchungshaftbefehle auch gegen diese Männer. Die Beschuldigten konnten am Sonntagvormittag in Heiligenhafen und auf Fehmarn festgenommen werden. Bei den anschließenden Durchsuchungen wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Die Haftbefehle wurden tags darauf durch das Amtsgericht Lübeck verkündet und die Beschuldigten in die Justizvollzugsanstalt nach Lübeck gebracht.

Die LN hatten bereits im Oktober ausführlich über die auffällige Häufung von Außenbordmotor-Diebstählen berichtet. Betroffen waren weniger die großen Yachthäfen, sondern vor allem abseits gelegene Plätze. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ hatte die Polizei damals aber keine Details genannt.

 Gerd-J. Schwennsen

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