Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck AKW-Bauschutt lässt Bürger kalt
Lokales Lübeck AKW-Bauschutt lässt Bürger kalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:13 23.03.2016

Gerade einmal 30 Bürger hatten sich zu einer Informationsveranstaltung von Stadt und Land zum Bauschutt aus Kernkraftwerken eingefunden, die Hälfte davon Politiker. Das Land hatte gleich vier Experten aus dem Kieler Umweltministerium aufgeboten, um für eine solidarische Verteilung des Bauschutts zu werben. Für Lübeck geht es konkret um die Frage, ob die Deponie Niemark Müllmengen aus demontierten Kernkraftwerken aufnimmt.

EBL-Chef Jan-Dirk Verwey hat noch Platz auf der Deponie.

„2022 geht das letzte Kernkraftwerk im Land vom Netz“, sagte Johannes Grützner vom Ministerium. 95 Prozent des Bauschutts seien unbedenklich, könnten im Straßenbau eingesetzt werden. Zwei Prozent sind verstrahlt und müssen in ein Endlager. Zwei Prozent sind nicht verstrahlt, aber stecken voller Asbest, PCB oder anderer Gifte. Die müssen verbrannt oder deponiert werden. Das Problem: Die Kreise, in denen die drei Kernkraftwerke Brokdorf, Brunsbüttel und Krümmel stehen, hätten keine Deponien. Das Land sucht deshalb den Schulterschluss mit allen Kreisen und Städten, um den Bauschutt zu verteilen und nicht in andere Bundesländer zu bringen. Insgesamt geht es um 15000 bis 18000 Tonnen. Das Umweltministerium bemüht sich, die Aufnahme von AKW-Bauschutt als harmlos aufzuzeigen. „Unsere Behörde kann mit Fug und Recht behaupten, dass es kein erhöhtes Risiko für die Bevölkerung gibt“, versicherte Jürgen Müller vom Umweltministerium.

Die Politiker bleiben skeptisch. „Wir stehen dazu, dass der Bauschutt im Land entsorgt werden muss“, erklärt Marek Lengen (SPD), „aber wir werden keinen Blankoscheck ausstellen.“ Jetzt müsse sich die Bürgerschaft um das Thema kümmern, sagt Silke Mählenhoff (Grüne), „damit wir nicht in zehn Jahren vor vollendeten Tatsachen stehen“. Die Entsorgungsbetriebe (EBL) dürften auf keinen Fall allein darüber entscheiden, fordert Hans-Jürgen Martens (Linke). „Wir könnten den Bauschutt mit dem nötigen Sicherheitsstandard einbauen“, versichert EBL-Direktor Jan-Dirk Verwey. Da es sich um kleine Mengen handele, sei das aber wirtschaftlich nicht sonderlich attraktiv. Die Deponie hat noch Platz für 1,4 Millionen Tonnen Abfall.

Von dor

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zu Ostern nehmen die Lübecker Ausflugsschiffe wieder Fahrt auf — Rund um die Altstadtinsel und bis an die Ostsee.

23.03.2016

DGB informiert Hanse-Schüler über Mitgestaltung.

23.03.2016

Laut Polizei sind die Zahlen 2015 um 8,8 Prozent gestiegen — Am Dienstag kollidierte ein BMW mit vier Autos.

23.03.2016
Anzeige