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Lübeck Ab 2018 ist die Bahnhofsbrücke an der Reihe
Lokales Lübeck Ab 2018 ist die Bahnhofsbrücke an der Reihe
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11:48 08.11.2017
Die Bahnhofsbrücke soll 2019 neu gebaut werden. Quelle: Maxwitat
Lübeck

Die Stadt startet mit der Bahnhofsbrücke nächstes Jahr – obwohl die Possehlbrücke noch nicht fertig ist. „Eine zeitgleiche Sperrung von Bahnhofs- und Possehlbrücke soll es nicht geben“, verspricht Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) aber. Dennoch: 2018 sollen 2,5 Millionen Euro ausgegeben werden. „Das sind vorbereitende Maßnahmen für die Bahnhofsbrücke“, sagt Matthias Drever, kommissarischer Bereichsleiter Verkehr. Es müssten Leitungen verlegt werden für Ver- und Entsorgung. „Der Bau startet erst in 2019“, so Drever. Ende 2021 soll der Neubau der Bahnhofsbrücke stehen. Der wird 19 Millionen Euro kosten. Davon muss die Stadt sieben Millionen Euro zahlen. Die Bahn hat 6,5 Millionen Euro zugesagt, der Bund 5,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Dieses Geld gehört zu einem Programm des Bundes, das nur noch bis 2019 läuft.

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„Ich hoffe, dass wird kein zweites Possehlbrücken-Desaster“, sagt Karsten Mihr (BfL) im Bauauschuss. „Keiner hat die Intention, dieses Desaster zu wiederholen“, macht Bausenatorin Joanna Glogau (parteilos) klar. Die Stadt lasse die Planung juristisch begleiten. „Wir wollen die Fehler sicherlich nicht noch einmal begehen“, erklärt auch Drever.

Der Hintergrund: Der Neubau der Possehlbrücke kommt nicht voran, weil sich Stadt und Bauherr streiten. Im März 2015 starteten die Arbeiten an der Brücke. Ursprünglich sollte die neue Querung in diesem Jahr fertig sein. Zuletzt ging die Stadt von Juni 2018 aus. Doch der Termin ist nicht zu halten. Denn von einem Neubau ist gar nichts zu sehen. Das Bittere: Die Possehlbrücke ist seit zweieinhalb Jahren nur einspurig befahrbar. Aktuell streiten sich Stadt und Baufirma um mehrere Millionen Euro. Ursprünglich sollte der Brücken-Bau neun Millionen Euro kosten, später dann 12,8 Millionen Euro. Das Land übernimmt davon 6,9 Millionen Euro. Doch die Baufirma fordert zusätzliche Millionen. Derzeit läuft ein Mediationsverfahren zwischen Stadt und Baufirma.

Die Bahnhofsbrücke. Foto: Holger Kröger

Aber je mehr Zeit die Baufirma sich mit dem Neubau der Possehlbrücke lässt, desto größer ist der Druck auf die Stadt. Denn: Ist die Possehlbrücke nicht fertig, kann die Bahnhofsbrücke nicht gebaut werden. Sonst kommt es zu einem Verkehrskollaps. Aber: Die Arbeiten an der Bahnhofsbrücke müssen 2019 starten, sonst sind die 5,5 Millionen des Bundes weg. Es sei denn der Bund legt noch ein neues Förderprogramm auf.

Die beiden Querungen gehören zu den wichtigsten Verkehrsadern der Stadt: Über die Possehlbrücke rollen täglich 32500 Autos. Derzeit geht es nur über eine Fahrspur. Eine Ampel regelt den Verkehr.

Die Bahnhofsbrücke ist noch stärker belastet: Dort fahren täglich 39000 Autos. Die Querung soll während der Bauzeit zwar weiter in beide Richtungen befahrbar sein – allerdings nur auf einer Spur.

Doch diese beiden Brücken sind nicht das einzige Problem. Es gibt weitere marode Brücken wie die Rehderbrücke und die Hüxtertorbrücke. Beide führen zur Altstadt. Auch diese Projekte liegen auf Eis, so lange die Possehlbrücke noch nicht fertig ist. Jetzt sind die beiden Brücken im Finanzplan für 2018 nicht aufgelistet. Dieter Rosenbohm (BfL) sagt: „Da muss dringend etwas gemacht werden.“

jvz

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