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Lübeck Ab sofort wieder kostenlose Verhütungsmittel für Arme
Lokales Lübeck Ab sofort wieder kostenlose Verhütungsmittel für Arme
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22:41 17.11.2016
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Innenstadt

. In der Hansestadt gibt es ab sofort wieder kostenlose Verhütungsmittel für Frauen mit Wohnsitz in Lübeck, die Anspruch auf Sozialleistungen haben. Die Hansestadt ist einer von bundesweit sieben Projektstandorten des Bundesverbandes Pro Familia. Finanziert wird das auf insgesamt zweieinhalb Jahre angelegte Modellprojekt vom Bundesfamilienministerium.

„Wir möchten Frauen einfach ermöglichen, ihr Recht auf selbstbestimmte Entscheidungen bei der Wahl ihrer Verhütungsmittel zu verwirklichen“, erklärt Anne Potthoff, Leiterin von Pro Familia mit Sitz in der Innenstadt.

Kostenlose Verhütungsmittel – da war doch mal was: Ende September 2011 hatte die damalige Bürgerschaftsmehrheit aus SPD, Grünen und Linken beschlossen, dass die Stadt armen Frauen ein Jahr lang Pillen, Spiralen, Dreimonatsspritzen oder Verhütungspflaster finanziert. 60000 Euro musste Sozialsenator Sven Schindler (SPD) in seinem Budget zusammenkratzen, um die Leistung zu ermöglichen. 400 Anträge wurden damals von den Trägern wie Gemeindediakonie, Caritas und Pro Familia beschieden. Das Geld war schnell aufgebraucht, zu einer Fortsetzung des Projekts konnte sich die Bürgerschaft nicht durchringen.

Jetzt können arme Frauen, die von Hartz IV, Sozialhilfe, Bafög, Berufsausbildungsbeihilfe, Wohngeld oder Asylbewerberleistungen leben oder deren Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt, Anträge auf die Kostenübernahme für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel bei Pro Familia stellen. Anne Potthoff und ihre Kollegin Claudia Tiedemann bieten eine umfangreiche Beratung an. Die Frauen brauchen für die Kostenübernahme ein Rezept ihrer Ärztin oder ihres Arztes und müssen einen Nachweis über die Bedürftigkeit mitbringen. Pro Familia bestätigt dann die Berechtigung. Damit können die Frauen in einer Apotheke das Verhütungsmittel kostenlos erhalten. Die Apotheke rechnet direkt mit Pro Familia ab.

Das Modellprojekt soll Daten über den Bedarf an einer Kostenübernahme liefern. Potthoff: „Langfristig könnte diese Erhebung die Grundlage für eine bundesweite Regelung bilden.“ Außer in Lübeck läuft das Projekt in Halle (Saale), Recklinghausen, Ludwigsfelde, Saarbrücken, Wilhelmshaven und Erfurt. Seit Einführung von Hartz IV ist Empfängnisverhütung ein finanzielles Problem für viele Frauen.

Pille oder Spirale müssen aus einem Anteil von 17 Euro im Monat am Hartz-IV-Regelsatz finanziert werden. Früher übernahm das Sozialamt die Kosten. „Frauen verändern ihr Verhütungsverhalten, wenn das Geld knapp ist“, erklärt die Leiterin der Lübecker Beratungsstelle von Pro Familia.

Die Linken, die sich stets gegen das Ende der Verhütungszuschüsse ausgesprochen haben, begrüßen die Entwicklung. „Für Frauen, die von Sozialleistungen leben, sind die Kosten für die Verhütung ungewollter Schwangerschaften nicht zu leisten“, sagt die Parteivorsitzende Katjana Zunft. dor

Weitere Informationen erteilt Pro Familia in der Dr.-Julius-Leber-Straße 9, Telefon 0451/4098057 oder E-Mail luebeck@profamilia.de.

LN

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