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Lübeck Abheben zum großen Deutschlandflug
Lokales Lübeck Abheben zum großen Deutschlandflug
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20:38 15.06.2017
Nur Zuschauer: Der Bad Schwartauer Verkehrspilot Claus Cordes mit seinem Doppeldecker „Stieglitz“. Quelle: Fotos: Rüdiger Jacob

„Was für ein toller Vorgeschmack auf die 100-Jahr-Feier des Flughafens.“ Torsten Hülse ist sichtlich stolz. Zusammen mit Flughafensprecherin Stefanie Eggers und einem großen Helferteam hatte der Mitarbeiter des Airports gestern alle Hände voll zu tun, um unter anderem die vielen Pressevertreter an die richtigen Motivstellen auf dem Vorfeld zu begleiten.

In Blankensee waren gestern 73 Maschinen zu Gast – Deutscher Aero-Club lobt Flughafenbetreiber.

Anlass für das rege Treiben auf dem ansonsten derzeit ruhigen Flughafen war einer der traditionsreichsten Motorflugwettbewerbe: Der Deutschlandflug begann gestern offiziell. 73 Flugzeuge waren dazu schon einen Tag zuvor in Blankensee gelandet. Bei dem Wettbewerb mussten die Piloten nach Stationen in Neubrandenburg und Dessau in Dresden landen. Wer die Strecke am genauesten in der vorgegeben Zeit fliegt und dazu mit einer präzisen Ziellandung abschließt, gewinnt.

Gestern gingen die Maschinen in zwei Kategorien in die Luft. Während die Wettbewerbspiloten mit Ziel Neubrandenburg starteten, zog die Touring-Gruppe einen wertungslosen, gemütlichen Törn über der Ostsee nach Stralsund und schließlich nach Dresden vor. So viele Flugzeuge auf einmal hatten die Flughafenmitarbeiter lange nicht gesehen. Im Zwei-MinutenTakt gingen die Flieger raus, wie es in der Fachsprache heißt. Es ist das zweite Mal, dass der seit etwa 100 Jahren ausgerichtete Deutschlandflug in der Hansestadt beginnt. Wettbewerbsleiter Ralf Grunwald war voll des Lobes. „Normalerweise ist es schwierig, derartige Großveranstaltungen auf einem Verkehrsflughafen zu realisieren“, sagte er. Es gebe eine Fülle von Vorschriften und Sicherheitsregeln, die beachtet werden müssten. Dem Betreiber des Lübecker Airports bescheinigte Grunwald ein „unheimlich nettes und zuvorkommendes Verhalten“. Immerhin wollten 73 Piloten landen, tanken und sich auf dem Flughafengelände zurechtfinden.

Für den Airport sei das eine gewaltige logistische Herausforderung, so Grunwald. Für jede Landung und jeden Start hatte der Tower die Erlaubnis gegeben.

„Es ist anstrengend, aber macht sehr viel Spaß“, sagten Rouven und Rolf Obelöer – Vater und Sohn aus Rendsburg. Sie machten gestern ihren 100 PS starken Motorsegler klar zum Start. So um die zehn Mal hat Rouven Obelöer jetzt schon beim Deutschlandflug mitgemacht. Gestern war der Vater der Pilot und der Sohn der Navigator. Auch Uwe Semisch war mit Sohn Felix am Start. Die Neubrandenburger machten den Deutschlandflug erstmals zusammen. In der Kategorie Wettbewerbsflug mussten sie gestern auch wieder in Richtung Heimat starten. „Es ist wunderschön, in Norddeutschland die vielen Seen und Wälder zu überfliegen“, sagte Uwe Semisch. „Es ist nicht wichtig, welche Platzierung wir erfliegen. Wir sind dabei, um Spaß und einen schönen Flug zu haben.“ Beim Wettkampffliegen waren Piloten aus Lübeck nicht dabei.

Als besonderen Willkommensgruß für die vielen Fliegerfreunde hatte der Bad Schwartauer A-380-Lufthansa-Verkehrsflugkapitän und Mitglied des Lübecker Aero-Clubs, Claus Cordes, seinen „Stieglitz“ auf das Vorfeld gestellt. Dort war der 1936 gebaute Doppeldecker mit dem Sieben-Zylinder-Sternmotor ein echter Hingucker. Den Propeller seiner Maschine muss Cordes noch per Hand ankurbeln. Dass er so viele Flieger in Blankensee erleben konnte, bereitete dem amtierenden Kunstflug-Oldtimer-Weltmeister sichtlich Freude: „Ein seltener, aber reizvoller Anblick.“

Große Feier – 100 Jahre Flughafen Blankensee

Am 2. und 3. September lockt ein großes Fest: Dann will die Stöcker Flughafen GmbH & Co. KG – Betreiber des Airports – Rundflüge und eine Flugzeugschau anbieten. Ein Flugsimulator, ein Astronauten-Trainer und Mitmachaktionen sollen Lust auf die Welt der Fliegerei machen. Am Start: Businessjets, Hubschrauber und fliegende Veteranen, Ultralight-, Segel- und Drachenflieger. Es findet eine Fach- und Jobmesse von Unternehmen der Luftfahrt statt. Flugschulen und Vereine für Pilotenausbildung, Motor- und Segelflug sowie Trike und Gyrocopter sind dabei.

Karten gibt es bei Lübeck Ticket (www.luebeckticket.de), dem Lübeck und Travemünde Marketing sowie im Airport Service. Der Eintritt kostet acht, für Kinder vier Euro (unter sieben Jahren frei), Erwachsene mit bis zu drei Kindern: 14, Familien (zwei Erwachsene , zwei Kinder): 18 Euro.

Rüdiger Jacob

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