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Lübeck Abschied mit großem Brocken Wehmut
Lokales Lübeck Abschied mit großem Brocken Wehmut
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20:40 27.09.2016
Seine letzte Heilige Messe in St. Birgitta hielt Pastor Joachim Kirchhoff am vergangenen Sonntag. Quelle: Luisa Jacobsen

Nach 15 Jahren im Amt hat sich Pfarrer Joachim Kirchhoff (53) jetzt von seinen Gemeinden St. Birgitta und St. Bonifatius verabschiedet. Im Rahmen der Umstrukturierung der katholischen Kirchen in Lübeck wird der überaus beliebte Geistliche nach Itzehoe versetzt.

Künftig sollen die sechs Pfarreien in Lübeck zu einer einzigen mit einem gemeinsamen Pastoralteam zusammengeschlossen werden. Bis das soweit ist, wird Pastor Peter Otto aus der Gemeinde St. Bonifatius Kirchhoffs Platz übernehmen und an St. Birgitta wirken. Joachim Kirchhoff hatte neben seiner Stammgemeinde seit drei Jahren auch St. Bonifatius betreut.

Den etwa 3350 Katholiken von St. Birgitta und rund 4650 Mitgliedern von St. Bonifatius wird Kirchhoff fehlen. „Er konnte die Menschen zusammenführen wie kein anderer“, erzählt Rosel Griehl (79) bei der jetzt erfolgten offiziellen Verabschiedung des Kirchenmannes. Vor allem habe sie den interkulturellen Schwerpunkt geschätzt, auf den Kirchhoff in St. Birgitta großen Wert gelegt habe. Er habe nicht nur Menschen aus allen Ländern, sondern auch aller Religionen zusammengebracht, berichtet Griehl weiter.

„Alle zwei Jahre und zusätzlich zu besonderen Anlässen haben wir gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde, zwei Moscheen und anderen christlichen Kirchen Friedensgebete organisiert“, erzählt Kirchhoff. Ein nie abreißender Gesprächsfaden zwischen den Vertretern der verschiedenen Religionen sei für ihn das wichtigste Instrument zur Erhaltung dessen, was letztlich doch alle wollen – nämlich Frieden.

Mindestens genauso wichtig war Kirchhoff auch die Jugendarbeit. „Wir hatten viele Freiräume in der Gestaltung unserer Gruppen“, berichtet dazu Karl Borchardt (27) von der Kirchenjugend St. Birgitta.

Gleichzeitig habe der Pfarrer Ideen und Wünsche wie Freizeiten und Ausflüge tatkräftig unterstützt.

„Jugendliche sollen einen Platz in der Kirche haben“, sagt Kirchhoff, „und Freiräume sind deswegen wichtig, weil Kinder und Jugendliche ganz viel schaffen können, wenn man ihnen etwas zutraut.“ In St. Birgitta haben die Jugendlichen Küsterdienste übernommen, es gibt eine Band, und bei der Verabschiedung ihres Pfarrers sorgten sie für die Beleuchtungstechnik.

Kirchhoff selbst lässt sich übrigens gar nicht so gern als Pfarrer bezeichnen, er ist lieber Pastor. „Im Emsland, wo ich herkomme, wird das ,O‘ in Pastor sehr lang gesprochen, es klingt dann wie ,Ohr‘“, sagt er. „Und genau so sehe ich mich – als jemanden mit einem offenen Ohr für alle.“

Auf seine neue Aufgabe freut sich Kirchhoff, er trage aber auch einen großen Brocken Wehmut mit sich fort. In St. Birgitta sind sich Karl Borchhardt und Cousin Markus Borchardt sicher: „Es wird schwer sein, ihn zu ersetzen, aber wir sind auch durch ihn eine so starke Gemeinde geworden, dass wir das schaffen werden.“

lj

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