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Lübeck Abwasser wird teurer
Lokales Lübeck Abwasser wird teurer
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10:44 03.11.2018
22 Millionen Kubikmeter Abwasser landen jährlich in den Lübecker Klärwerken – hier die Anlage auf dem Priwall. Quelle: Thomas Krohn
Lübeck

Ein dreiköpfiger Haushalt mit 132 Kubikmetern Abwasser im Jahr, der in einem Haus mit 100 Quadratmetern versiegelter Fläche wohnt, muss ab 2019 für die Entsorgung von Abwasser und Regenwasser tiefer in die Tasche greifen. Statt 470 Euro im Jahr werden künftig gut 513 Euro fällig. Die Grundgebühr steigt um 8,67 Prozent, Schmutzwasser wird 8,65 Prozent und Niederschlagswasser um 10,3 Prozent teurer. Jan-Dirk Verwey, Chef der Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL): „Das ist die erste Erhöhung der Abwassergebühren seit 2005.“

Für Abwasserentsorgung zahlen alle Lübecker. Die Niederschlagswassergebühr, die im Volksmund Regensteuer heißt und 2013 eingeführt wurde, zahlen rund 30 000 Grundstückseigentümer. Verwey nennt zwei Gründe für die Preisanhebung. Erstens müssen die EBL rund 30 000 Tonnen Klärschlamm deutlich teurer entsorgen als bisher. „Düngerverordnung und Klärschlammverordnung wurden vom Gesetzgeber verändert“, berichtet der EBL-Chef. Hintergrund: Gewässer und Grundwasser sind zu sehr mit Nitraten und Schadstoffen belastet. Bislang konnten die EBL ihren Klärschlamm an Landwirte verkaufen. Die würden jedoch abwinken. „Wir fahren derzeit Klärschlamm in die neuen Bundesländer, der Rest wird verbrannt“, sagt Verwey. 1,3 Millionen Euro an zusätzlichen Kosten fallen dadurch an. Künftig wollen die EBL den Klärschlamm nur noch verbrennen. Verwey: „Wir werden den Politikern dazu ein Zukunftskonzept vorstellen.“

Abwasserkanäle sind marode, Klärschlamm muss teuer verbrannt werden

Zweiter Grund für die Gebührenanhebung: Von den Abwasserkanälen, die rund 1000 Kilometer lang sind, kommen sehr viele in die Jahre. „Viele Leitungen sind marode, die müssen wir reparieren“, sagt Verwey, „das ist eine Aufgabe für die nächsten 20 Jahre.“ Zugleich muss das Kanalnetz an verschiedenen Stellen ausgebaut werden, um die zunehmenden Starkregenfälle abzufangen. Verwey: „Wir müssen das Netz wegen des Klimawandels ausbauen.“

Es gibt auch eine gute Nachricht für die Gebührenzahler. Die Straßenreinigungsgebühren werden 2019 abgesenkt. Grund: Die vergangenen fünf Winter waren mild, die EBL mussten nicht so oft mit ihren bis zu 300 Winterdienstlern ausrücken. Die Gebühren für die Sommerdienst-Reinigungsklassen sinken zwischen drei und zehn Prozent. Der Winterdienst beispielsweise in der Fußgängerzone wird um 22,5 Prozent billiger. „Ein Geschäft mit zehn Frontmetern in der Fußgängerzone zahlt künftig für Straßenreinigung sieben Euro je Frontmeter weniger“, rechnet der EBL-Direktor vor.

Abwasserbeseitigung kostet 53 Millionen Euro

53 Millionen Euro im Jahr kostet die Entsorgung von rund 22 Millionen Kubikmetern Abwasser pro Jahr. Die letzte Preiserhöhung für Abwasser war 2005, drei Jahre später wurden die Gebühren wieder gesenkt. Seitdem beträgt die Grundgebühr 13,70 Euro, sie steigt ab Januar auf 14,89 Euro. Die Schmutzwassergebühr, die pro Kubikmeter anfällt, betrug bis 2013 2,34 Euro. Dann erfolgte die Trennung in Schmutz- und Regenwasser. Schmutzwasser kostet seitdem 1,80 Euro und steigt 2019 auf 1,96 Euro. Die Niederschlagswassergebühr startete mit 59 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche, stieg 2014 auf 69 Cent und klettert 2019 auf 76 Cent. Nach Angaben der EBL liegt der bundesweite Durchschnittspreis bei 95 Cent.

Die Straßenreinigung wird billiger. Die Reinigungsklasse 0 im Sommerdienst kostet bisher 105,16 Euro je Frontmeter und künftig 101,80 Euro. Die Klasse S 5 wird über sieben Euro billiger. Im Winterdienst gibt es zwei Klassen. Der Winterdienst in der Fußgängerzone kostet künftig 10,88 statt 14,60 Euro pro Frontmeter.

Nächste Woche legen die Entsorgungsbetriebe die neuen Gebührensätze den Fachpolitikern im Werkausschuss vor. Ende des Monats entscheidet die Bürgerschaft, ob das Tarifwerk so abgesegnet wird. Verwey rechnet mit einer Zustimmung der Politiker.

Kai Dordowsky

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