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Lübeck Ahoi für „Franz Albers und Käpt’n Kruse“
Lokales Lübeck Ahoi für „Franz Albers und Käpt’n Kruse“
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18:13 02.07.2016
Schmettern auf der „Krik Vig“ im Lübecker Museumshafen „Heut’ geht es an Bord“ und haben eine Menge Spaß dabei: Wiebke Wilhelmine Kruse (l.) und Franziska Rademacher, die im August auch in Travemünde zu erleben sind. Quelle: Olaf Malzahn

Innenstadt. Sie reisen an. Die eine, die aus Hamburg kommt, ist in Lübeck aufgewachsen, die andere, ursprünglich aus Husum stammend, kommt mit leichter Verspätung aus Berlin. Schon beim Überqueren der Ampel Beckergrube/Untertrave erkennen wir sie. Ein Blick, eine Geste des Fotografen – und Franziska Rademacher nickt, rennt die Beckergrube ein Stückchen hinauf bis zur Wohnung ihrer Mutter, der bekannten schwedischen Cellistin Ulla Rönnborg. Wenig später kommt sie mit Wiebke Wilhelmine Kruses Akkordeon in der Tasche zurück. Ach ja, das hatten die beiden Seefrauen, wie sie sich nennen, ganz vergessen! Beim maritimen Fototermin auf Rudolf Martens’ „Krik Vig“ lassen die beiden jungen Musikerinnen schnell ihren Witz, ihre irgendwie ansteckende Fröhlichkeit und ihre ausgebildeten Stimmen erkennen.

Sie kennen sich schon – gemessen an ihrem noch jungen Leben (Wiebke wird heute 28, was Franzi bereits ist), seit einer halben Ewigkeit: Schon vor mehr als zehn Jahren sangen sie gemeinsam im Landesjugendchor. Später studierte Wiebke Operngesang, Franzi Klavier und Musikpädagogik. Doch jetzt treten sie als „Franz Albers und Käpt’n Kruse“ auf. Mit zunehmendem Erfolg. Ihren ersten Auftritt hatten sie 2012 im Museumshafen Oevelgönne, inzwischen waren sie im Hansa-Theater Hamburg, beim Hamburger Hafengeburtstag und bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, und bei der Theaternacht in Hamburg spielen und singen sie im Ohnsorg-Theater ihre neuinterpretierten maritimen Hits, Tonfilm-Schlager, Chansons – aber auch Pop-Songs. Und natürlich auch mal in Lübeck. Bei Tilo Strauß’ „Wolkenkuckucksheim-TV“ in der Buchhandlung „Makulatur“ traten sie 2013 auf, im März dieses Jahres gaben sie zwei ausverkaufte Konzerte in Ulla Rönnborgs Kulturraum Beckergrube.

Doch was in aller Welt hat zwei studierte Musikerinnen in die Szene von Hans Albers & Co. gebracht? „Die Idee kam mir in Österreich“, erzählt Wiebke, „denn da habe ich mit Mädels gewohnt, die steirische a-capella-Musik gemacht haben. Mit Jodeln und so.“ Nun gut, jodeln wollte die Husumer Deern nicht wirklich, aber die Art von Musik gefiel ihr schon. „Außerdem hat mein Großonkel, der Seemann war, mir alte Noten vererbt.“ Wieder in Hamburg angekommen, konnte Wiebke Kollegin Franzi schnell mit dem Seefrauen-Virus infizieren. „Maritime Tonfilm-Schlager waren uns da schon recht vertraut, wir hatten eine Affinität dazu“, sagt Franzi.

Momentan haben die beiden, die sich erst seit Abschluss ihres Studiums vor einem Jahr voll und ganz ihrer Karriere als „Franz Albers und Käpt’n Kruse“ widmen, eine Grenze erreicht: die Grenze zwischen dem wenig einträglichen Hobby Musik und dem Punkt, an dem sie allein von ihren Konzerten leben könnten. Anfang Mai waren sie vom Wiener Duo Strottern eingeladen worden, gemeinsam Musik zu machen. Das, sagt Wiebke, „war eine ganz große Ehre für uns und hat wahnsinnig viel Spaß gemacht“. Und man lerne im Zusammenspiel mit anderen eine Menge. Ein Traum der beiden norddeutschen Mädels: einmal mit Ulrich Tukur auf der Bühne zu stehen. „Er und die Rhythmus-Boys“, sagt Wiebke, „inspirieren uns sehr“. Es müssten aber nicht die großen Namen sein, räumt Franzi ein, die ebensoviel Spaß an der Zusammenarbeit mit anderen Musikern hat wie „Käpt’n Kruse“. Wiebke, die ein wenig Aufgedrehtere der beiden, sagt dann noch etwas, was so unglaublich scheint, dass es nur Ironie sein kann: „Ich warte darauf, dass Ralph Siegel anruft, einen Song für uns schreibt und mit uns beim Eurovision Song Contest auftritt.“

Momentan sind die beiden häufig in Düsseldorf im Studio, denn sie machen die Musik für den Spielfilm „Kiel holen“ von Moritz Matzmoor und Marcel Reimann. Den Seemann gibt im Film Peter Franke, unter anderem bekannt aus den Filmen „Schlafes Bruder“ und „Das Wunder von Bern“, wo er Sepp Herberger spielte. „Ein tolles Projekt“, sagt Franzi, „es ist einfach spannend, in einem Film mitzumachen!“ Sicher scheint: Wir werden noch einiges hören und sehen von den beiden Seefrauen. Auf alle Fälle in Travemünde, wenn der Passat Chor im August seinen 40. Geburtstag feiert.

Auftritte und Kontakt

Nächste Gelegenheit die beiden Deerns zu erleben, ist am Freitag, 15. Juli, ab 19.30 Uhr in der Hamburger Vinothek Wein Viertel, Oberstraße 1. Telefonische Anmeldung unter 01

70/8554263 oder per Mail: info@vinothek-weinviertel.de.

6. August: An jenem Sonnabend entern die Seefrauen die „Passat“, um den Passat Chor an seinem 40. Geburtstag stimmlich zu unterstützen. Einlass ab 18 Uhr, Beginn 18.30 Uhr.

Kontakt zum Duo unter: www.alberskruse.de, Mail: alberskruse@gmail.com.

Sabine Risch

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