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Lübeck Akrobaten auf der Straße
Lokales Lübeck Akrobaten auf der Straße
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19:31 30.07.2016
Mit einem „Sideflip“ schwingt sich Lukas Janku (21, r.) über seine Kollegen von „Concrete3“. Quelle: Fotos: Maxwitat (2), Brandt
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Lübeck

Allein wenn Lukas Janku die Anlage aufdreht und lebhafte Beats über die Straßen dröhnen, bleiben Schaulustige neugierig stehen. Ins Staunen kommen die Passanten aber erst, wenn die fünf jungen Männer von „Concrete3“ Arme und Beine durch die Luft schwingen, kopfüber auf einer Hand verharren oder mit lässigen Tanzschritten über die Pflastersteine grooven. „Für 50 Euro dürfen Sie einen von uns mit nach Hause nehmen“, ruft Janku mit einem Augenzwinkern den Zuschauern zu, die sich rund um die Gruppe verteilen.

 

Mitten in der Fußgängerzone versetzen artistische Einlagen das Lübecker Publikum ins Staunen.
Tom Lindenberg (24) dreht sich selbst bei seinen schwungvollen Breakdance-Elementen mehrfach über dem Boden.
Mitten in der Fußgängerzone versetzen artistische Einlagen das Lübecker Publikum ins Staunen.

„Jeder von uns hat seinen ganz eigenen Charakter und Stil.“Tom Lindenberg (24)

„Concrete3“ – das sind Lukas Janku, Hendrik Mildenberger, Tom Lindenberg, Niklas Lange und Björn Karstens – fünf Lübecker, die der gemeinsame Spaß an der Bewegung eint. Beim Training im Jugendzentrum Burgtor und der Lübecker Turnerschaft lernen sich die Jungs kennen und schließen sich 2009 als Gruppe zusammen. „Der Mix macht uns aus“, sagt Janku, sich selbst als Freerunner und Bodenakrobat bezeichnend. „Für jeden Zuschauer ist etwas dabei.“ Von Breakdance, über Freerunning, Tricking, House- und Hip-Hop-Tanz bis hin zur Handstand-Akrobatik bringt das Quintett eine erfrischend andere, vielfältige Palette der Bewegungskunst auf die Straße.

„Jeder von uns hat seinen ganz eigenen Charakter und Stil“, sagt Tom „Taz“ Lindenberg. Seine in Rastalocken geflochtenen Haare wirbeln seinen „Moves“ hinterher, als er sich auf dem Boden gleich mehrfach um die eigene Achse dreht.

Nur einen Moment später zeigt Hendrik „Mille“ Mildenberger ein ganz anderes Können. Kopfüber drückt der 22-Jährige seinen Körper in den Travemünder Sommerhimmel. Seine muskulösen Arme vibrieren vor Anstrengung, das Blut steigt in seinen Kopf. Unter höchster Anspannung verlagert der Akrobat sein Gewicht auf einen Arm und kippt die in der Luft stehenden Beine zur Seite.

„Was für eine Körperspannung“, zeigt sich Zuschauerin Wiebke Kuhnigk von der Sportlichkeit beeindruckt. Das Highlight der Show wartet natürlich am Ende. Die Freestyler stellen sich nach vorne duckend nebeneinander in einer Reihe auf. Lukas Janku durchbricht für seinen langen Anlauf den Publikumskreis und sprintet zurück zur Tanzcrew. Mit einem kräftigen Absprung hebt er ab, packt über die Kollegen fliegend seine angewinkelten Beine und landet nach einer Drehung um die eigene Achse sicher auf den Füßen. Das Travemünder Publikum applaudiert. „Ich finde es faszinierend, wie viel Kraft sie aufbringen“, sagt Zuschauerin Lotte Westland vollkommen begeistert.

Nach gut zehn Minuten ist die Show vorbei. Die Jungs dürfen durchatmen. Auf der Strand- und Travepromenade zeigen sie an diesem Tag drei Mal ihr Können. Regelmäßig tritt die Gruppe auch in der Breiten Straße in Lübeck oder bei öffentlichen Veranstaltungen in der Stadt auf. Ob auf den Nordischen Filmtagen oder in einem Produktvideo von Dräger – „Concrete3“ findet immer eine Bühne. Häufig kommen die „Streetshows“ spontan zustande und finden zusammen mit Freunden aus der Breakdance-Szene statt. So sind in Travemünde die Tänzer Lizzie Liebe und George Yang von „Alienfam.“ genauso dabei wie die Nachwuchskünstler Xavier Pach und Nils Mildenberger.

Der nächste große Auftritt wartet mit der Beetle Sunshine Tour bereits. Am 20. August will die Gruppe die Travemünder Promenaden erneut zu ihrer Bühne machen.

 Christoph Brandt

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