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Lübeck Albig will das Land bis 2030 „durchsanieren“
Lokales Lübeck Albig will das Land bis 2030 „durchsanieren“
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21:12 15.07.2016

Der SPD-Landesvater Torsten Albig will in den nächsten eineinhalb Jahrzehnten die Infrastruktur in Schleswig-Holstein auf Vordermann bringen. „Ich will das Land bis 2030 durchsanieren“, erklärte Albig gestern auf einer Diskussionsveranstaltung in der Kulturwerft zur Zukunftsstrategie. Er werde so viel Geld ausgeben, dass „jede Landesstraße einmal angepackt wird“, versprach der Ministerpräsident.

„Ich schätze den Investitionsstau in Lübeck auf 500 Millionen Euro.“Bürgermeister Bernd Saxe (SPD)
„Wir jammern, dass die Innenstädte aussterben, und kaufen alle bei Amazon.“Ministerpräsident Torsten Albig (SPD)
„Ich schätze den Investitionsstau in Lübeck auf 500 Millionen Euro.“Bürgermeister Bernd Saxe (SPD)
„Wir jammern, dass die Innenstädte aussterben, und kaufen alle bei Amazon.“Ministerpräsident Torsten Albig (SPD)

Da gibt es viel zu tun. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) bezifferte den Investitionsstau allein für Straßen, Brücken, Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude in Lübeck auf 500 Millionen Euro. Die gleiche Summe sei in Kiel nötig. Landesweit sei das für nahezu alle Kommunen ein Problem, sagte Saxe. „Nur nicht in Norderstedt. Die Stadt schwimmt im Geld.“ Albig will verhindern, dass „Menschen ihre Stadt als marode empfinden“. Das Land werde in den nächsten zehn Jahren stabile Überschüsse im Haushalt erzielen. „Das Geld werde ich nicht auf das Sparbuch legen, sondern wir werden damit das Land reparieren.“ Der SPD-Politiker warnte aber davor, „die Städte und Gemeinden niederzureden“.

Chancen nutzen, statt über Risiken zu jammern – diese Botschaft zog sich durch die gesamte Zukunftsveranstaltung. Der Landesvater bekannte sich zum Ausbau der erneuerbaren Energien und kündigte an, dass Schleswig-Holstein ein Forschungsschwerpunkt für gespeicherte Energie werden soll. Albig berichtete von Gesprächen mit der Fachhochschule Lübeck, deren Wissenschaftler sich am Wiederaufbau der medizinischen Infrastruktur im zerstörten Syrien beteiligen sollen.

Albig prophezeite, dass sich der Online-Warenhandel dramatisch verstärken werde – und zwar zu Lasten des Einzelhandels in Städten wie Lübeck. Schleswig-Holstein sei ein Land, in das Menschen aus anderen Bundesländern einwandern würden, weil sie die hohe Lebensqualität schätzten. „Das Land gibt Raum, Luft und gute Gelegenheit zu leben“, sagte der Landesvater und verwies auf drei erste Plätze beim Glücksatlas. Ganz wichtig sei das kulturelle Angebot. „Kultur ist der zentrale Faktor für Lebensqualität“, erklärte der Ministerpräsident. Deshalb sei es richtig, die Musik- und Kongresshalle in Lübeck sowie das Kieler Schloss zu sanieren. Albig unterstützt auch die Idee der Lübecker, sich um den Titel der europäischen Kulturhauptstadt 2025 zu bewerben.

Aber das Land habe auch Schwächen, sagte SPD-Fraktionschef Jan Lindenau. Bei der Anmeldung von Patenten und Forschungsausgaben sei das Glücksland Bummelletzter. Und immer noch würden zu viele gut ausgebildete Arbeitskräfte das Land verlassen und erst als Rentner wieder nach Schleswig- Holstein kommen, sagte Lennart Schulenburg von den Wirtschaftsjunioren.

dor

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