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21:13 26.09.2017
„Hier soll der Kranke schnell genesen, als wär’ es anders nie gewesen, und wenn vorbei ist dann die Pein, kehrt man gesundet wieder heim.“ Richtspruch

In zirka zehn Metern Höhe stehen sie auf dem Gerüst, die Festredner, angefangen bei Ministerpräsident Daniel Günther bis zum „Hausherrn“, Professor Jens Scholz. Noch über ihnen flattert das Banner mit der Aufschrift „Wir schaffen das“. Ein Slogan, der vielfach auf dem Campus plakatiert wurde und der gestern wieder ein Stück weiter in die Tat umgesetzt worden ist. Denn wie es sich gehört wurde mit dem traditionellen Richtspruch, dem Dank an Architekten und Bauarbeiter, der Bitte um Gottes Segen und einem Richtkranz auf dem Uni-Campus das Richtfest des „Klinikums der Zukunft“ gefeiert.

Auf dem Uni-Campus wurde gestern wieder Richtfest gefeiert. Im sechsstöckigen Erweiterungsbau des Zentralklinikums, der mit dem Richtkranz gekrönt wurde, sollen Kliniken und Ambulanzen zusammengelegt werden. Die Mitarbeiter fiebern dem Einzug im Jahre 2019 entgegen.

„Am liebsten würde ich morgen schon mit meiner Mannschaft hier einziehen“, sagte Professor Rainer Schönweiler aus der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, der der Zeremonie – wie viele andere UKSH-Mitarbeiter auch – beiwohnte. „Wir freuen uns jedenfalls sehr auf den Einzug“, ergänzte der Arzt.

Noch muss er seine Patienten – wie viele seiner medizinischen Kollegen – in einer Klinik-Baracke empfangen und behandeln. „Unsere räumlichen Möglichkeiten sind in der Tat sehr beschränkt und entsprechen nicht mehr den heutzutage erwarteten Standards “, erklärt der Experte. Da können die technische Ausstattung sowie die Versorgungsqualität noch so hervorragend sein – ein schaler Beigeschmack bleibe leider.

Inzwischen ist die Wartezeit absehbar. 2019 soll Einzug sein. Dann wird es nur noch ein zentrales Haus für alle Patienten geben, das alle 20 Kliniken beherbergt. An diesem zentralen Haus, dessen Erweiterungsbau gestern mit einem Richtkranz gekrönt wurde, wird noch kräftig gewerkelt. Zu Hochzeiten waren über 400, jetzt sind immer noch 220 Bauarbeiter auf der Mega-Baustelle.

„Ich freue mich jedenfalls, wenn wir hier einweihen. Denn wir schaffen das, vor dem Berliner Flughafen fertig zu sein“, kündigte mit einem Schmunzeln der UKSH-Vorstandsvorsitzende an. Allerdings verwies Scholz auch darauf, dass der Innenausbau, der nun anstehe, durchaus seine Tücken haben könne. „Da gibt es viel zu berücksichtigen, Brandschutz, Hygienemaßnahmen et cetera“, fügte er an.

Einer, der der Rede seines Chefs aufmerksam zuhörte, war Markus Schröder. Der Bettenreiniger, der Haus 13 mit Urologie und Herzchirurgie zugeordnet ist, fasste seine Stimmungslage wie folgt zusammen:

„Ich bin natürlich auf das neue Gebäude gespannt und freue mich, dort mal arbeiten zu können; sicherlich werden aber die Abläufe nochmal gestrafft.“

Für den gesamten Erweiterungsbau an das bestehende Uni-Zentralklinikum wurden rund 65000 Kubikmeter Beton benötigt. In dem fertiggestellten Rohbau sind jetzt 6200 Tonnen Stahl verbaut. „Und die Bruttogrundrissfläche des Neubaus entspricht der Größe von neun Fußballfeldern“, nannte Thomas Jansen, Geschäftsführer TSJ Architekten, eine weitere beeindruckende Zahl.

Jansen ist „Mann der ersten Stunde“, wie er berichtete. „Schon vor 40 Jahren haben wir den bundesoffenen Wettbewerb für diese Universität gewonnen“, erzählte er, „und vor 37 Jahren hat Ministerpräsident Stoltenberg fast genau an dieser Stelle den Grundstein für das Zentralklinikum gelegt.“ Der Entwurf seines Planungsbüros habe damals dem Land die Möglichkeit gegeben, fortan dieses Klinik- Projekt in kleinen Schritten durch weitere Anbauten zu verwirklichen – „und der Riesenschritt erfolgt jetzt“, erklärte er.

Von Michael Hollinde

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