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Lübeck Als Bismarck noch vor dem Holstentor stand
Lokales Lübeck Als Bismarck noch vor dem Holstentor stand
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16:08 12.07.2017
Der erste Lübecker Bahnhof auf dem Holstentorplatz war von 1853 bis zum Bau des Hauptbahnhofs 1908 in Betrieb. Heute erinnert nichts mehr an ihn. Quelle: LN-ARCHIV
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Innenstadt

Der Kult um Otto von Bismarck, Reichskanzler bis 1890, setzte sofort nach dessen Tod 1898 ein. 1903 errichtete ihm auch Lübeck ein Denkmal. 32000 Mark brachten die Bürger der Stadt für ein Standbild nach dem Entwurf des Berliner Bildhauers Hans Hundrieser auf. Derselbe Entwurf war im Wettbewerb um das gigantische Hamburger Bismarck-Denkmal knapp gescheitert.

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Im Jahr 1705 reiste der hochbegabte, junge Organist Johann Sebastian Bach von Thüringen nach Lübeck, um von dem berühmten, alten Kollegen Dieterich Buxtehude zu lernen. Zumindest möglich ist, dass Buxtehude ihn bei sich zu Hause unterbrachte, das heißt: im Marienwerkhaus auf der Südseite der Kirche. Das mittelalterliche Haus war Dienstwohnung des Marienorganisten.Das Bild, entstanden um 1900, zeigt das alte Marienwerkhaus in desolatem Zustand. Ein unförmiger Vorbau mit einer Schuhmacherwerkstatt und einer aufdringlichen Bier- und Restaurantwerbung verstellt die Sicht auf die gotische Fassade (die wahrscheinlich ursprünglich einen Treppengiebel hatte). Über dem Eingang liegt ein Wellblechdach. Das ganze Haus macht einen ungepflegten Eindruck.

Das hiesige Denkmal existiert noch, allerdings steht es nicht mehr vor dem Holstentor, wo ihn das alte Ansichtskarten-Bild zeigt, sondern 300 Meter westlich davon am Lindenplatz.

Mehr historische Vergleiche aus Lübeck: Hier können Sie alle Teile unserer Rückblicksserie ansehen!

Das Gebäude auf dem alten Bild ist der erste Lübecker Bahnhof. Er war von 1853 bis zum Bau des Hauptbahnhofs 1908 in Betrieb. Nichts erinnert mehr an ihn. Auf der alten Bahntrasse verlaufen heute die Possehlstraße und die Willy-Brandt-Allee.

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So sieht der Holstentorplatz heute aus. Foto: Kabel

15.000 bis 20.000 Besucher kamen nach Schätzung der „Vaterstädtischen Blätter“ am 2. September 1903 zur Einweihung des Bismarck-Denkmals. Es gab einen Festumzug mit Militärmusik und pathetischen Reden, man sang „Deutschland, Deutschland, über alles“, und Lübeck war um eine Attraktion reicher.

1934 wurde das Denkmal verlegt, als das Reiterstandbild von Wilhelm I. am Lindenplatz aufgestellt wurde. Es war übrigens das letzte offizielle Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Deutschland. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

KABEL

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