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Lübeck Als das Ostseebad noch mit Sonne und Welle warb
Lokales Lübeck Als das Ostseebad noch mit Sonne und Welle warb
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21:42 25.07.2018
Kurdirektor Uwe Kirchhoff (l.) und „Retter“ Christian Grobecker freuen sich, dass der Wegweiser einen neuen Standort bekommen hat. Quelle: Foto: Hollinde
Travemünde

„Retten ist ja dein Beruf“, beginnt Kurdirektor Uwe Kirchhoff seine kurze Einweihungsrede und guckt dabei Christian Grobecker an, „nur diesmal ging es dir nicht um Menschenleben, sondern um diesen Wegweiser, der für unseren Ort eine kulturhistorische Bedeutung hat. Immerhin stand er wohl früher zirka fünf Jahrzehnte an Ort und Stelle.“

Jetzt an seinem neuen Standort am Brügmanngarten, in der Kurve Bertlingstraße/Außenallee, weist er den Weg zur Vorderreihe, in die Altstadt, zum Seebadmuseum und zum Fischereihafen. Einstmals war sein Platz am Rande der Travemünder Landstraße an der Ausfahrt des Skandinavienkais. Er begrüßte die ankommenden Schiffspassagiere aus dem hohen Norden und zeigte in Richtung von „Spielbank, Hotels, Restaurants sowie Strandbad und Centrum“, so die ursprünglichen Beschriftungen.

„Ich bin da an der alten B 75 immer vorbei geradelt auf dem Weg zur Arbeit“, erzählt der Berufsfeuerwehrmann, „und durch die Verlegung des Skandis verlor diese Werbeanlage ihre Bedeutung und rottete immer mehr so vor sich hin.“ Dies habe er „als Travemünder mit Herz und Seele“ nicht hinnehmen wollen und im Herbst 2013 eine Rettungsaktion gestartet.

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Mit tatkräftiger Unterstützung des Kurbetriebs baute Grobecker das rechtsweisende Schild mit dem damaligen Sonne-Wellen-Logo ab und brachte es erst einmal in einer Werkshalle eines Bekannten in Sicherheit. Schließlich sollte es nicht mal das gleiche Schicksal wie die Persil-Uhr ereilen, die unangekündigt Anfang 2012 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verschrottet worden war. „Danach bin ich für die Restaurierung auf Sponsorensuche gegangen und war erfolgreich“, schildert es der Mann, den viele nur „Grobi“ rufen.

Mit längeren Pausen dauerte es ein wenig, bis alles fertig und auch ein neuer, sinnvoller Standort gefunden war. Zukünftig soll noch eine Informationsstele den Wegweiser flankieren und Auskunft über die helfenden Hände geben. „Insgesamt ist es toll, wenn durch eine Privat-Initiative so ein kleines Wahrzeichen für unser Ostseebad erhalten werden kann“, freut sich Kirchhoff.

mho

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