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Lübeck „Unsere Häuser sind voll und werden es bleiben“
Lokales Lübeck „Unsere Häuser sind voll und werden es bleiben“
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15:48 07.11.2018
Behnckenhof – die Auslastung der Senioreneinrichtung soll weiter gesteigert werden. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Die Verluste sind geblieben, aber die Stimmung hat sich völlig gewandelt. Vor exakt drei Jahren lehnte eine Mehrheit im Sozialausschuss den Wirtschaftsplan der städtischen Seniorenheime ab, weil das Defizit über zwei Millionen Euro lag. Jetzt hat der Sozialausschuss sowohl das Rechnungsergebnis für 2017 als auch den Wirtschaftsplan für 2019 fast einstimmig abgesegnet.

Der neue Bereichsleiter Thomas Müller konnte für 2017 tatsächlich deutlich bessere Zahlen als kalkuliert vorlegen. Danach fuhren die städtischen Heime rund 1,4 Millionen Euro Verluste ein – mit 2,3 Millionen war gerechnet worden. Die besseren Zahlen beruhen allerdings auf einer Gesetzesänderung. Aus Pflegestufen wurden Pflegegrade und die Bewohner der Seniorenheime wurden laut Müller höher eingestuft. Es gab also mehr Geld von den Pflegekassen. Für dieses Jahr erwartet der Bereichsleiter ein Minus von 2,5 Millionen Euro und 2019 sind 2,1 Millionen Miese kalkuliert.

Obwohl die Kieler Kommunalaufsicht regelmäßig anmahnt, dass die Stadt die Defizite der Heime senken müsse, kommt unter den Sozialpolitikern keine Alarmstimmung mehr auf. Vorbei die Zeiten, als teure Gutachten eingeholt und Forderungen nach Verkauf der Heime laut wurden. Unisono bekannten sich die Sozialpolitiker dazu, dass die Stadt die Häuser weiter betreibt und den Beschäftigten Tariflöhne zahlt. „Die Seniorenheime bleiben hoffentlich immer in städtischer Hand und die Defizite liegen in einer vertretbaren Größenordnung“, sagte Gregor Voht (Freie Wähler). Dass die Beschäftigten anständig bezahlt werden müssten, sei Konsens unter allen Sozialpolitikern, erklärte Ingo Schaffenberg (SPD). „Die städtischen Seniorenheime sind ein großes Pfund“, sagte Carsten Grohmann (CDU).

Der neue Bereichsleiter will die Auslastung der Häuser weiter steigern – auf 97 Prozent. Auch das Haus am Behnckenhof, das „traditionell schlechter belegt ist“. Thomas Müller und seinen Mitarbeitern ist es gelungen, dass Bewohner aus dem Haus in der Schönböckener Straße in das Haus am Behnckenhof umgezogen sind. Das Heim in der Schönböckener Straße wird zum Jahresende aufgegeben (LN berichteten). Müller will neben stationären Angeboten die ambulante Unterstützung und betreutes Wohnen weiter ausbauen. Er will auch in die sieben Häuser investieren.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, beschloss der Sozialausschuss einstimmig die Aufstellung eines Pflegebedarfsplanes für Lübeck.

Von Kai Dordowsky

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