Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Altes Kittner-Areal wird zum Wohngebiet
Lokales Lübeck Altes Kittner-Areal wird zum Wohngebiet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:24 02.11.2013
Autohaus mit Schwung: Im Stile der Bauhaus-Architektur wurde das Gebäude am Godewind in Travemünde errichtet. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Eine 40-Millionen-Euro-Investition im lübschen Seebad: Ein Hamburger Bauunternehmer will das Kittner-Gelände am Godewind kaufen — plus den dahinter liegenden öffentlichen Parkplatz. Dort soll das neue Viertel „Wohnen am Kurpark“ für Touristen und Einheimische entstehen. Neben Appartements sind auch Wellness- und Fitnesseinrichtungen geplant sowie ein Café oder Restaurant. Das geht aus einem Papier hervor, das der Bauausschuss Montag diskutiert. Die Politiker müssen entscheiden, ob sie für das 4,5 Hektar große Areal einen Bebauungsplan aufstellen. In der Sitzung soll der Startschuss für das dreistufige Verfahren fallen. Die Chancen stehen gut.

Zur Galerie
Autohaus mit Schwung: Im Stile der Bauhaus-Architektur wurde das Gebäude am Godewind in Travemünde errichtet.

„Für Travemünde wäre das eine positive Entwicklung“, sagt Christopher Lötsch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses. Das Seebad zähle zu den beliebtesten Stadtteilen Lübecks und brauche zentral gelegene Wohnungen und zudem ein Angebot für Touristen. „Das Vorhaben trifft auf unsere Zustimmung“, sieht Harald Quirder, baupolitischer Sprecher der SPD, die Pläne positiv. Auch der Grüne Carl Howe kann dem Bauvorhaben etwas abgewinnen: „Grundsätzlich begrüße ich es.“ Allerdings: „Es müssen 30 bis 40 Pappeln gefällt werden. Das tut richtig weh“, sagt Howe. Denn dabei handle es sich um alte und große Bäume.

Geplant ist, dass das geschwungene Autohaus Kittner erhalten bleibt. Es wurde vom Architekten Waldemar Hüsing (1909 bis 1981) entworfen und steht unter Denkmalschutz. Daran soll sich ein Neubau mit vier Geschossen anschließen. Dessen Architektur muss sich dann an das auffällige Gebäude im Stile der Bauhaus-Architektur der 1920er Jahren anlehnen. Vorgesehen sind in diesem Gebäude Ferienappartements plus Wellness, Fitness und Gastronomie — alles mit Blick auf den Godewindpark. Im dahinterliegenden Teil des Grundstücks sollen große Stadtvillen mit drei Geschossen entstehen.

Drei Gebäude sollen parallel zur Straße Am Fahrenberg errichtet werden, vier weitere Gebäude können dann im rückwärtigen Teil fernab der Straße gebaut werden. Darunter ist eine Tiefgarage für die Bewohner geplant. Es sollen in dem neuen Viertel vor allem Eigentumswohnungen entstehen.

Durch das Wohnquartier fallen die 200 öffentlichen Parkplätze am Godewind weg. Sie sollen durch ein Parkhaus ersetzt werden, das hinter den Stadtvillen errichtet wird. Die Zufahrt ist von der Straße Am Fahrenberg vorgesehen. Die Parkpalette soll Platz für 350 Autos bieten und drei bis vier Ebenen haben. Unklar ist aber noch, wer das Parkhaus errichtet. „Dazu möchte ich gerne noch Einzelheiten wissen“, kündigt Lötsch an. „Wir brauchen die Stellplätze erst, wenn auch der Parkplatz Leuchtenfeld aufgegeben wird“, meint Quirder. Denn dort ist seit Langem ein Landschaftspark geplant. Doch weil die Hansestadt kein Geld hat, ist dieses Vorhaben auf die lange Bank geschoben worden.

Das neue Bauvorhaben würde einen Leerstand in Travemünde beenden. Denn das Autohaus Kittner hat Ende November 2012 dicht gemacht. Doch es gab bereits im Vorfeld Wirbel um das Areal. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hatte erklärt, dass der Investor abgesprungen sei, weil die Bürgerschaft das Bauprojekt Kailine auf der Nördlichen Wallhalbinsel gekippt hat — trotz vorhandenen Baurechtes.

Tatsächlich hat der Investor deshalb einen Notartermin mit der Kittner- Gruppe abgesagt, an dem der Grundstückskauf unterzeichnet werden sollte. Und es ist ein weiterer Kauf nötig: Der Investor muss auch das Grundstück mit den Parkplätzen von der Stadt erwerben.

Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In einem Kfz-Betrieb gibt es nur selten Ruhepausen: Auch bei Arne Stolzenwald im Gewerbegebiet Genin drücken sich Kunden die Klinke in die Hand.

02.11.2013

Über 230 Teilnehmer beschäftigen sich mit Themen wie Virusinfektion und Krebs.

02.11.2013

Der 14-jährige Abdul wurde bei einer Gasexplosion schwer verletzt. Der Chirurg Peter Sieg versucht, dessen Gesicht wiederherzustellen.

02.11.2013
Anzeige