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Lübeck Am Haken: Brücke nach Bagger-Unfall abgebaut
Lokales Lübeck Am Haken: Brücke nach Bagger-Unfall abgebaut
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09:51 21.10.2014
Durch den Aufprall wurde die Brücke laut Polizei um zehn Zentimeter verschoben. In der Nacht wurde sie demontiert. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Betonbrocken auf der Fahrbahn und riesige Hydrauliköl-Flecken an der Brücke zeugen von der Wucht des Aufpralls. Gleichzeitig ragen Metallstreben aus der Fußgänger-Querung über der Autobahn 1 zwischen Lübeck-Zentrum und Bad Schwartau, einige von ihnen sind zerrissen. „Die Brücke ist irreparabel beschädigt“, lautet das kurze Fazit von Jens Sommerburg gestern gegen 17.30 Uhr.

Er ist Chef der Lübecker Außenstelle des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, nun hat er das Entfernen der brüchigen Brücke in Auftrag gegeben. Die Kosten für den Ersatz des 24 Meter langen Stücks werden auf 100 000 Euro geschätzt.

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Die Brücke wurde durch den Zusammenstoß mit dem Bagger so stark beschädigt, dass man sie vorsichtshalber noch in der Nacht demontierte.

Es war etwa 14.30 Uhr, als am Montag ein Bagger in Richtung Norden die Brücke rammte – der Ausleger war zu hoch. Das Baufahrzeug war nicht ordnungsgemäß auf einem Anhänger abgestellt, der Fahrer der Firma aus Ostholstein hatte die Ladungshöhe nicht beachtet. Der Arm des Baggers prallte gegen den Unterbau der Brücke und verkeilte sich. „Nach ersten Erkenntnissen wurde die Fußgängerbrücke dabei um zehn Zentimeter verschoben“, sagt Polizeisprecher Stefan Muhtz. Beamte des Autobahnreviers Scharbeutz übernahmen die Absicherung der Unfallstelle, der Anhänger mitsamt Bagger musste mühsam geborgen werden.

Im Schnitt sind Autobahnbrücken 4,50 Meter hoch, die Fußgängerbrücke laut Michael Wardenga vom Autobahnrevier Scharbeutz sogar noch etwas höher. Der Beamte kümmerte sich gestern um die Unfallaufnahme und Absicherung des Einsatzortes. „Der Bagger muss eine Höhe von etwa fünf bis 5,10 Meter gehabt haben“, sagt der Beamte. Verletzt wurde durch den Aufprall niemand, auch die abgesplitterten Betonbrocken hatten keine weiteren Unfälle zur Folge.

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Der Bagger auf dem Tieflader rammte eine Fußgängerbrücke über die A 1 in Vorwerk.

Noch bevor der Statiker endgültig seinen Daumen senkte, sperrte der Landesbetrieb die Brücke bereits für alle Fußgänger. Die Querung verbindet die Karpfenbruchwiese und die Ahrensböker Straße, sie ist ein stark frequentierter Schulweg. Sommerburg: „Zum Glück sind Herbstferien.“ Und es ist nicht das erste Mal, dass die Stahlbetonbrücke durch einen Bagger beschädigt wurde. Im Juli 2000 traf es ebenfalls die Hälfte der Querung über der Fahrtrichtung Norden, auch damals war eine Baumaschine zu hoch.

Die gestrigen Bergungsarbeiten des Baggers zogen sich bis in den Abend hin. Damit das Gefährt nicht noch weitere Brücken zerstört, wurde es mit Hilfe eines Krans auf einen neuen Tieflader gewuchtet und auf die richtige Höhe eingestellt. Während der Arbeiten sperrte die Polizei zwei Fahrstreifen, im Berufsverkehr bildeten sich Staus.

Da Jens Sommerburg vom Landesbetrieb gestern nicht ausschließen konnte, „dass womöglich noch ein Fahrzeug gegen die Brücke prallt“, wurde die beschädigte Hälfte der Querung schon in der Nacht abgenommen werden. Sommerburg: „Das Element wird anschließend parallel zur Fahrbahn abgelegt.“ Zwei Kräne wurden bestellt, um das Betonteil mit einem Gesamtgewicht von 72 Tonnen von seinen Stützen zu hieven. Für die Arbeiten musste die A 1 Richtung Fehmarn gestern ab 20.30 Uhr bis heute Morgen komplett gesperrt werden.

Die Fußgänger können sich schon jetzt auf mehrmonatige Umwege einstellen. Wurde vor 14 Jahren die Brückenlücke nach nur etwas mehr als zwei Monaten wieder geschlossen, kann es jetzt durchaus bis Mitte 2015 dauern. „Nächstes Jahr wollten wir eigentlich die zweite, deutlich ältere Brückenhälfte sanieren“, sagt Sommerburg. „Eventuell werden wir dann alle Arbeiten gleichzeitig erledigen.“

Von Peer Hellerling

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