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Lübeck Amoklauf als Theaterstück
Lokales Lübeck Amoklauf als Theaterstück
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19:31 21.05.2016
Mit dieser Gruppe muss man rechnen: Kira Reggentin (v.l.), Jann von Cossart, Christoph Brendel, Jenny Wesner, Hannes Mendelhau, Lennart Kötschau, Melissa Wruck und Fritz Pfannenstiel. Quelle: Elisabeth Riedel
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Was sich die Theater-AG des Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasiums (CaJaBu) in diesem Jahr vorgenommen hat, ist vor allem eines: eine Herausforderung. Oder wie Lehrer Ture Preuss es bezeichnet: „ein heikles Projekt“. Denn in diesem Sommer bringen die Schüler „Good morning boys and girls“ auf die Bühne.

Das Stück von Juli Zeh handelt von einem geplanten Amoklauf an einer Schule. Nur allzu schnell rutsche die Inszenierung dieser Thematik in eine peinliche Schiene, sagt Preuss. „Darum ist es wichtig, die heikle Geschichte glaubwürdig zu übermitteln.“ Häufig misslinge die Darstellung jugendlicher Kompromisslosigkeit und Hitzköpfigkeit, weil die Schauspieler zu alt seien, ergänzt Kollege und zweiter AG-Leiter Detlef Kjer-du Vinage. „Dieser Gefahr setzen wir uns nicht aus, denn unsere Darsteller sind nicht nur begabt, sondern auch jung. Nur solch eine Truppe kann dieses Stück glaubhaft spielen.“

Auch die Schüler wissen, was für eine Gratwanderung sie unternehmen. „Aber wir haben uns differenziert mit den Gründen für so eine Tat auseinandergesetzt“, sagt Schüler Hannes Mandelhau. Sie wollten dem Publikum keine einfache Lösung anbieten, darum hätten sie vor den Proben viel diskutiert und erfahren, dass es eben „keine perfekte Amokidentität gebe.“ Mit Klischees spielen und gleichzeitig mit ihnen aufräumen, das sei es, was sie dem Publikum vermitteln wollen, erklärt Lennart Kötschau, der die Hauptfigur spielt. Er ist fasziniert von dem Stück. „Schon beim ersten Lesen waren wir alle total gefesselt.“

Noch sind es drei Wochen bis zur Premiere. Die Proben laufen auf Hochtouren. Angespannt wirkt die zehnköpfige Truppe aus der 11. und 12. Klasse aber kaum, denn das, was sie bisher einstudiert hat, kann sich sehen lassen. Konzentriert gehen sie jede Szene immer wieder und wieder durch. Es sind die Feinheiten, die jetzt perfektioniert werden. Man muss nur eine kleine Kostprobe sehen, um zu wissen: Diese Gruppe wird aus dem „heiklen Projekt“ ganz großes Theater machen. Hier und da rumpelt der Text noch etwas. Kein Wunder, ist doch das Stück von Juli Zeh sehr eng getextet. Da kommt es auf jedes Wort an. Auch beim Timing. Denn auf der Bühne laufen oft zwei bis drei Szenen parallel ab. „Da muss man genau zuhören und gut aufpassen, auch als Zuschauer“, rät Kjer-du Vinage.

Die Premiere findet am 13. Juni um 19 Uhr in der Aula statt. Weitere Termine sind am 14., 15. und 17. Juni. Eine Anmeldung ist nicht nötig, der Eintritt ist frei.

er

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